AKTUELLE LAGE IN DONEZK AUS DER SICHT EINER UKRAINISCHEN JOURNALISTIN

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OFFIZIELL BESTÄTIGT: KIEW BRICHT «WAFFENRUHE» UND TÖTET ZIVILISTEN

Amerika und seine Untertanen in der ganzen Welt schreien wieder lauthals und ohne Skrupel, auf allen Titelblättern und Fernsehkanälen unserer Massenlügenmedien, «RusslandPutinRusslandPutinRusslandPutinPutinPuuuuuutiiiiin!!!! trägt die Verantwortung für das Wiederentfachen des Feuers» und somit die «Nichteinhaltung der Minsker Vereinbarungen».

Die OSZE-Beobachter sowie der ukrainische Generalstab jedoch bestätigen noch am gleichen Tag des Beginns der 3. heißen Phase des Genozides in Donbass, dass die Kiewer Regierungstruppen am 3. Juni 2015 schwere Artillerie gegen den Donbasser Widerstand eingesetzt haben, «um eine massive Offensive der Milizen im Raum Marjinka und Krasnogorowka bei Donezk zu stoppen». Was — ganz klar — dem Minsker Abkommen widerspricht:

„Die ukrainischen Soldaten haben heldenhaft das Gefecht angenommen und dem Feind an bestimmten Abschnitten eine Abfuhr erteilt. Um die feindliche Offensive zu stoppen und Verluste unter den Soldaten zu vermeiden, musste das ukrainische Kommando die Artillerie einsetzen, die sich bis dahin in den von den Minsker Abkommen vorgeschriebenen Gebieten im Hinterland befand.“

Naja. Lassen wir diese erbärmliche Logik unserer Machthaber einfach so im Raum stehen und wenden uns lieber zu den «Erfolgserlebnissen» des faschistischen Regimes der Ukraine:

Innerhalb der letzten 48 Stunden wurden bis zu 10 Zivilisten getötet und mehr als 120 schwer verletzt, teilweise lebensgefährlich. Ca. 3.500 Häuser wurden zerstört. Hunderte von Familien sind ohne ein Dach über den Kopf und/oder ihre Liebsten geblieben. Und das nur in Donezk!

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Donezk und Umgebung: Der gnadenlose Beschuss der zivilen Gebiete durch die Ukra-Armee dauert weiterhin an:

 

Telmanowo, 4. Juni: Durch den Einsatz von schweren Waffen wurde wieder ein Kind getötet

DONEZK AKTUELL: EIN AUGENZEUGENBERICHT

Wie die Menschen in Donbass die ununterbrochenen Genozid-Attacken seitens der Kiewer Faschisten-Regierung am eigenen Leibe erleben müssen und wie sich die letzten Tage des massiven Massakers vor Ort in Donezk anfühlen, möchten wir heute an euch in Form einer 48-Stunden-Meldungen von Irina Laschkevich weitergeben — einer ukrainischen Journalistin aus Odessa, die bereits seit 1 Jahr in Donezk ist. Auf der Suche nach Wahrheit.

  1. Juni, 00.10 Uhr

Es hat angefangen. Genau um 12 Uhr in der Nacht…

  1. Juni, 9.22 Uhr

Gorlowka

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  1. Juni, 10.04 Uhr

Gestern hat mich ein Taxi-Fahrer den ganzen Tag herumgefahren, geduldig, solange ich fotografiert habe. Als er gesehen hat, dass ich, müde, im Sitzen einschlafe, hat er mich umsonst nach Donezk gefahren und gesagt, dass Geld — Quatsch ist. Und nicht das Wichtigste im Leben. (beim nächsten Mal muss ich unbedingt ein Foto von ihm machen und zeige es euch)

 

  1. Juni, 14.32 Uhr

Oktjabrskij wird mit «Grad» bedeckt und mit 152-mm-Kaliber, wahrscheinlich aus Awdeewka. Es gibt 1 Toten, einen Treffer auf den Markt und in die Schule Nr. 41. Die Brücke nach Petrowka ist gesperrt, die Säuberung läuft auf Hochtouren. Die 28. Brigade hat es getroffen… Es gibt sehr viele Verletzte. Sie werden in Richtung Kurahowo weggefahren.

Oktjabskij, eine Frau wurde schwer verletzt. Treffer in den Bauch.

 

  1. Juni, 16.30 Uhr

Geschossankunft auf dem Kiewskij Prospekt. Bezirk Poligraf. Eine Frau wurde verletzt.

  1. Juni, 22 Uhr

Geschoss-Abflug, Mariupol. Und? Wer schießt also? Hey, ihr, Verkopfte, könnt ihr es gut hören?

  

  1. Juni, 22.50 Uhr

Ich hatte oft die Soldaten an der Front beobachtet. Wenn es ruhig ist, lachen sie, machen dreckige Witze. Sobald der Beschuss losgeht, sind sie wie ausgewechselt. Jeder ist mit seiner Aufgabe beschäftigt, sie lassen sich durch nichts ablenken. Die Augen verändern sich. Aus Jungs werden starke Männer. Genau so kämpften auch unsere Großväter, eins zu eins. Schwarze Gesichter, schwarze Hände… Die Geschosse pfeifen und sie — arbeiten. Der Krieg ist eine sehr schwere körperliche Arbeit. Wie schade, dass bei uns Krieg herrscht… Wie schade, dass sie im Kampf sind… Wie schade, dass WIR es zugelassen haben. Es gibt keinen Weg zurück, nur nach vorn.

Ich habe einen Bekannten angerufen (um die Lage zu checken). Er: «Wir sind im Graben ganz vorne! Wir werden es überleben! Sobald ich hier raus bin, ruf ich dich an… Die ballern hier ganz schön… Es ist echt kein Kindergarten!»

Diese Jungs…

  1. Juni, 23.30 Uhr

Das Schreiben fällt mir immer schwerer. Über den Krieg… Man will lieber schweigen. Jetzt weiß ich ganz genau, warum unsere Großmütter und Großväter geschwiegen haben und ungern über den Krieg erzählt haben. Über den Krieg will man überhaupt nicht reden.

  1. Juni, 11 Uhr

Mein geliebtes Donezk. Der Asphalt ist schon wieder voller Blut. Es gibt wieder viele verletzte alte Menschen.

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  1. Juni, 12 Uhr

Das ist eine Anti-Panzer-Rakete, ferngesteuert. Mit diesem Ding hat man Wohnhäuser in der Nähe des Bergwerkes Oktjabrskaja bombardiert, von Peski aus. Die hat die Hälfte des Hauses zerfetzt. Das Drähtchen in der Rakete zerschneidet einen Menschen sofort in 2 Hälften.

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  1. Juni, 18 Uhr

Mit dem 152mm-Kaliber bombardieren sie die Wohnviertel!!

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  1. Juni, 20 Uhr

Keine gute Stimmung. Sehr viele Jungs haben ihr Leben verloren. Bitte keine Kommentare unter diesem Post schreiben…

 

  1. Juni, 8 Uhr

Mit einer Schultafel hat man den Eingang in die Schule versperrt… Schaut euch an, was auf der Tafel geschrieben steht. Ein ukrainisches Lied, auf Ukrainisch…

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  1. Juni, 8.10 Uhr

Gestern wurde der Vorort Oktjabrskij von Awdeewka aus massiv beschossen. Die Häuser standen in Flammen. Ein Ortsbewohner hat am frühen Morgen angerufen, hier sind seine Worte: «Schon wieder ist in Awdeewka eine Kanone in Arbeit. Die, vor der wir im Winter so eine Angst hatten. Ich weiß nicht, was es für ein Gewehr ist, aber diese Geschosse machen sehr große Zerstörungen. Ihren Ton/Schall können wir von allen anderen unterscheiden… Gestern brannten Häuser, wir haben die ganze Nacht die Gasleitungen bandagiert, damit sie nicht explodieren.»

 

  1. Juni, 8.30 Uhr

MEINE PERSÖNLICHE MEINUNG: Die Verluste bei Marjinka sind auf beiden Seiten enorm. Kann sein, dass es die größten Verluste in gesamten Krieg sind, wenn man die Getöteten pro Tag zählt. Ich höre auf, die Logik der Kämpfe zu verstehen. Ich scheint mir immer unverständlicher, was es für ein Krieg ist… Die Minsker Vereinbarungen sind eine Verhöhnung der Soldaten… Auf beiden Seiten. Der Krieg ist echt, aber die Spielchen der Politiker sind Kinderkram. Das Blut ist echt, aber die Spielchen der Politiker sind monströs.

  1. Juni, 9 Uhr

Donezk, wir lagern Wasser.

 

  1. Juni, 11.30 Uhr

Bin jetzt aus Oktjabrskij zurückgekehrt. Der Beschuss fing an. Die Geschosse haben gepfiffen, dann kamen sie an. Sind dann weggefahren, in der Nähe von Flughafen.

Ein Haus ist völlig abgebrannt. Ein Sohn hat seine Mutter umarmt. Sie stand ruhig und hat leise geweint… In der Nähe kamen Geschosse an… Es ist einfach nur schrecklich.

 

  1. Juni, 11.35 Uhr

Es ist alles, was von diesem Haus übrig geblieben ist… Während ich es aufnahm, gingen meine Sportschuhe kaputt. Brauche unbedingt ein Parr Sommerstiefeletten.

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  1. Juni, 11.40 Uhr

MEINE PERSÖNLICHE MEINUNG: Es muss entweder ein Ende diesem Krieg geben oder einen Krieg. Der Waffenstillstand — das ist nur ein Spielchen der Politiker, von dem es schon beiden Seiten einfach übel ist… Vor allem, weil es ihn nicht gibt. Er existiert nur auf dem Papier.

  1. Juni, 12 Uhr

Beschuss in Oktjabrskij. Kiewskij, die Geschosse kommen an.

  1. Juni, 12.30 Uhr

Gestern.

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5. Juni, 14.00 Uhr

Er hält die Wache. Drei Geschoss trafen dieses Haus, aber der Hund ging nicht weg. Die Nachbarn füttern ihn. Er ist sehr lieb, kam zu mir und hat mir tief in die Augen geschaut. Dann sind wir gegangen… Und er stand immer noch da und blickte uns nach, dann ging er langsam wieder zurück in den Hof. Er wird sterben. Dieses Gebiet steht unter einem starken Beschuss. Ich bin gefahren und die Geschosse kamen wieder an.

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5. Juni, 14.10 Uhr

Als das Haus brannte und die Menschen weinten… Mein Herz schmerzte. Kein Schrei, kein Ton, sie haben sich einfach nur umarmt und geweint… Und das Haus stand in Flammen…

 
Und ein Ende der Todesangst bei den unschuldigen Menschen in Donezk ist leider nicht in Sicht. Ganz im Gegenteil. Alles deutet laut Experten darauf hin, dass der «richtige» Krieg in Donbass erst unmittelbar bevorsteht.

 

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Wir vergessen nichts.
Wir verzeihen es nie.