BRIGADE «PRIZRAK» (DONBASS) IN BERLIN: «DER SIEG WIRD UNSER SEIN!»

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Was unsere Medien mal wieder verschwiegen haben: Am 9. Januar 2016 fand in Berlin die XXI. Internationale Rosa-Luxemburg-Konferenz 2016 statt. Neben den Referenten aus West-Europa wie Sahra Wagenknecht (Fraktion «Die Linke», Deutschland), Esther Bejarano (eine deutsch-jüdische Überlebende von Auschwitz und Mitbegründerin/Vorsitzende des Auschwitz-Komitees in der BRD e.V.) sowie Alpidio Alonso Grau (Abgeordneter der Nationalversammlung und Mitglied des -Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Kubas) kam auch Alexej Markow per Live-Schaltung zu Wort — der Gründer und politischer Kommandeur der Kommunistischen Freiwilligen-Einheit 404 der Brigade «Prizrak» (dt. «Der Geist») aus der Volksrepublik Lugansk/ Donbass.

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Seine Botschaft war eindeutig und klar: Auf in den Kampf gegen den aufkommenden Faschismus in Europa, bevor es zu spät ist. Denn aus der Sicht der Brigade «Prizrak» betrifft auch der Krieg in Donbass jeden einzelnen von uns, da es kein lokaler Konflikt ist, sondern ein Kampf zweier Ideologien — so, wie es in den späten 1930er und den frühen 1940er Jahren auch der Fall war. Die einzige Frage, die dabei bleibt, ist, wer diesen Krieg gewinnen wird: Die progressiven Kräfte der Menschlichkeit und der Entwicklung oder die reaktionären Kräfte des Nationalsozialismus?

Antifaschistische Grüße aus Donbass nach Berlin

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[youtube url=»https://youtu.be/jx4yuJuZXbk»]

«Im Namen der Führung unserer Brigade «Prizrak» und aller Kämpfer unserer Brigade übermittele ich den Teilnehmern der gerade in Berlin stattfindenden Rosa-Luxemburg-Konferenz unsere herzlichsten Grüße. Diese Grüße erreichen die Konferenz zu Beginn ihrer Arbeit hier von der Frontlinie des Kampfes gegen den Faschismus der Gegenwart.

Wir sind überzeugt, dass durch unsere gemeinsamen Anstrengungen aktuell widererstandene Nazismus, wie einst vor 70 Jahren, niedergeworfen wird. Der Sieg wird unser sein!»

Auch der Frontkommandeur der kommunistischen Einheit «Prizrak», Pjotr Birjukow, wendete sich in dieser Video-Botschaft wie folgt an die Welt:

«Mit großem Bedauern muss man feststellen: Vor 70 Jahren waren unsere Väter und Großväter überzeugt, den Hitler-Faschismus, der Europa und die ganze Welt bedrohte, vernichtet zu haben. Aber wie die aktuellen Entwicklungen zeigen, ist das nicht so.

Sehr viele haben vergessen, wie teuer uns der Triumph der Nazis zu stehen kam. Sehr viele haben die Millionen Opfer vergessen. Sehr viele haben den Rauch von Auschwitz und Majdanek vergessen. Darum hoffe ich, dass jene die Konferenz begleitenden Menschen als Antifaschisten unseren Kampf gegen die faschistischen Umtriebe unterstützen. Und wir unterstützen ihren Kampf gegen diese anwachsende Scheußlichkeit. Damit es uns — solange das noch möglich ist — gelingt, sie bereits im Keime zu ersticken.

No pasarán!»

«Den echten Nazis ist es egal, wen sie umbringen»

Zudem gab der Gründer und Kommandeur der politischen Abteilung der kommunistischen Brigade «Prizrak», Aleksej Markow, ein Skype-Interview, in dem er über den Alltag an der Front, die Geschehnisse in der Ukraine allgemein und den weltweit aufkommenden Faschismus sprach. Und zwar vor einem hundertfachen Publikum und der deutschen Chefredakteurin der linken Musik- und Kulturzeitschrift «Melodie und Rhythmus», Susann Witt-Stahl, die bereits mehrfach in Donbass war.

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«Unsere Genossen aus Italien und Spanien, die leiden natürlich an diesen heftigen Wintern, die sind es nicht gewohnt. Aber umso leichter haben es unsere finnischen Genossen». 

Wie Markow es im Interview erklärte, gibt es für ihn einen wesentlichen Unterschied zwischen der ukrainischen Armee und den rechten Freiwilligenbataillonen, die er im Gegensatz zur regulären ukrainischen Armee als «echte Nazis» bezeichnet. Und das weiß er aus Erfahrung, denn seine Brigade hatte bereits oft Auseinandersetzungen mit ihnen.

«Sie haben auch besonders häufig die Waffenruhe gebrochen. Die regulären ukrainischen Truppen führen sich weitaus milder auf. Auch sie würden übrigens von den faschistischen Bataillonen beschossen, die offiziell auf ihrer Seite kämpfen. Es sieht so aus, dass es echten Nazis egal ist, wen sie umbringen.»

«Zusammen sind wir in der Lage, den Faschismus zu besiegen»

Die Kiewer Regierung bestehe aus seiner Ansicht aus den s.g. «offenen Nazi». Und dennoch warnte Aleksej Markow die Menschen, und zwar nicht nur in der Ukraine, vor einer «Friedenschließung mit offenen Nazis» — im Hinblick auf die Ereignisse der 30er Jahren.

«In der derzeitigen historischen Phase erleben wir eine erneute Krise, die nicht nur wirtschaftlich ist, sondern eine tiefgreifende systemische und soziale Krise.»

«Die Unfähigkeit, mit Migrationsströmen menschlich umzugehen» sowie «die fehlende politische Souveränität in Europa» sind für ihn die ersten Anzeichen dafür. Und als Folge vermutet er genau das, wovor auch wir uns so sehr fürchten, Freunde:

«Die Regierungen werden jetzt womöglich auf den Rechtsradikalismus setzen und bewusst diese Strömungen fördern… Und wenn die Nazis, die in der Ukraine an die Macht gelangt sind, sich halten könnten, siegen würden, dann wäre das ein schlechtes Beispiel für ganz Europa…»

 Einen besonders großen Applaus bekam Markow in Berlin auch für seine abschließenden Worte:

«Zusammen sind wir in der Lage, den Faschismus zu besiegen

Doch wer ist eigentlich Aleksej Markow? Am 30. Dezember 2015 erschient in der «junge Welt» (jW) ein Artikel, inklusive eines Interviews, über den charismatischen Antifaschisten und Gründer von «Prizrak», den wir euch, in leicht angepasster Präsentationsform, wie folgt vorstellen wollen.

«Der Krieg ist ein abstoßendes und zutiefst unmenschliches Geschäft»

Er liebt Literatur, Remarque, Márquez, Puschkin, und klassische Musik. In einer Armee hat er nie gedient. Im Interview mit jW sagt Alexej Markow:

«Der Krieg ist ein abstoßendes und zutiefst unmenschliches Geschäft»

Dass er heute dennoch freiwillig Flecktarn trägt, sogar leitender Politkommissar einer militärischen Einheit ist und in der blutigen Kesselschlacht von Debalzewo gekämpft hat, sei der Einsicht geschuldet, dass es manchmal in der Geschichte »noch schlimmere Alternativen« gebe.

Der 1973 in Omsk geborene Sibirier hatte zunächst eine akademische Laufbahn eingeschlagen. Im Alter von 16 Jahren zog er nach Nowosibirsk und studierte Atomphysik. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion verließ er die Universität und leitete viele Jahre die IT-Abteilung diverser Unternehmen. Als die Kiewer Putschregierung im April 2014 ihre »Antiterroroperation« gegen die beiden nicht anerkannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk startete, habe er zunächst nur Geld für die fortschrittlichen Kräfte unter den Aufständischen gesammelt, erzählt Markow, der seit 2001 seinen Wohnsitz in Moskau hat. Aber während eines Besuchs bei der Brigade Prizrak versprach er dem mittlerweile ermordeten Kommandeur Aleksej Mozgowoj mit Verstärkung zurückzukehren. Dieser habe nur erwidert:

«Das haben schon so viele gesagt.»

Aber Markow hielt sein Wort: Am 6. November 2014 gründete er mit 18 russischen Genossen die Dobrowoltscheskij Kommunistitscheskij Otrjad (DKO).

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Aleksej Mozgowoj (links) & Aleksej Markow (rechts) von der Brigade „Prizrak»

«Seit ich denken kann, bin ich überzeugter Kommunist»

Markow wurde im Komsomol politisch sozialisiert. Nach dem verfassungswidrigen Vorgehen des damaligen russischen Präsidenten Boris Jelzin gegen den Volksdeputiertenkongress 1993 war er auch in die Kommunistische Partei eingetreten, habe sie aber 2001 wegen ihrer »profillosen Politik« wieder verlassen.

«Seit ich denken kann, bin ich überzeugter Kommunist»

Markow − die Kämpfer der DKO nennen ihn liebevoll »Dobrij« (der Gute) − wendet sich bis heute entschieden gegen den Ausverkauf der Grundsätze des Kommunismus und fühlt sich, wie er sagt, dem Denken und Handeln Lenins, des Widerstandskämpfers Julius Fucíks, des humanistischen Pädagogen Anton Makarenkos und Che Guevaras verpflichtet.

«Ihm war das Glück des Volkes wichtiger als Ministerposten.»

Beide Großväter Markows hatten im Zweiten Weltkrieg in der Roten Armee gegen Nazideutschland gekämpft und ihr Leben verloren. Wie Hitler damals für Thyssen und Krupp seien die Faschisten heute für die Oligarchen in der Ukraine »ein Instrument« zur Durchsetzung ihrer Profitinteressen. Wer so viel in Kriege investiere, habe kein Interesse daran, dass sie aufhören.

«Längst nicht alle Ukrainer sind Faschisten»

Markow erinnert sich an den ukrainischen Artillerieangriff im Spätsommer 2014 auf den Badestrand von Sugres, einer Stadt im Oblast Donezk:

«Ich werde nie die Bilder von dem Vater vergessen, der zusehen musste, wie der zerfetzte Körper seiner kleinen Tochter auf einen Lastwagen geladen wurde.

Für die Faschisten, die nach der Devise «Donbass wird ukrainisch oder menschenleer» agieren, sind die vielen getöteten Kinder nichts als «Brut des Kolorad (Kartoffelkäfer – Schimpfwort für die Aufständischen). Ich aber empfinde für sie, als wären es meine eigenen.»

Dennoch warnt Markow vor einer Dämonisierung der ukrainischen Soldaten:

«Längst nicht alle sind Faschisten. Viele wurden zwangsrekrutiert und so manipuliert, dass sie die Menschen im Osten als ihre Todfeinde wahrnehmen. Wir hassen die Ukrainer nicht.»

«Die Ukraine muss entnazifiziert werden»

Allerdings ist Markow der Überzeugung, dass ein gerechter Frieden ohne militärischen Sieg über die Kiewer Truppen nicht zu haben sein wird − die Voraussetzung für einen historischen Prozess, der, so Markow, kategorisch notwendig sei:

«Die Ukraine muss entnazifiziert werden.»

Wie alle Kommunisten und Sozialisten wird Alexej Markow am 15. Januar zweier Revolutionäre und Antiimperialisten gedenken, die vor hundert Jahren eine große Hoffnung der Arbeiterbewegung verkörperten und deren Ideen er für »immer noch zeitgemäß« hält.

«Der heimtückische Mord an Luxemburg und Liebknecht hat die Menschheit herausragender Köpfe beraubt.»

Bitte helft uns, Donbass am Leben zu erhalten  

Unterstützt unsere aktuelle Mission zur Sicherung des Überlebens der Donbass-Bewohner, die sich bereits seit über 1,5 Jahren mitten in der Beschusszone befinden. Einfach per Überweisung oder PayPal euren persönlichen Spendenbeitrag an unseren deutschen Partner-Verein „Friedensbrücke“ senden (Betreff: Remembers & Angel) und sich schon heute auf unsere neuen Erfolgsberichte aus den Kriegsgebieten freuen.

Friedensbrücke – Kriegsopferhilfe e.V.
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Betreff (wichtig!): Remembers & Angel 

Wir sagen “DANKE & SPASIBO”.
 Für euren Spenden-Einsatz. In unserem Kampf ums Überleben der Zivilbevölkerung im Kriegsgebiet Donbass. Auch im Namen von Aleksej Smirnov – dem Kopf des humanitären Bataillons „Angel“ und unserem treuen Partner vor Ort.

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„DONBASS WIRD LEBEN“ ist eine internationale Hilfskooperation von REMEMBERS (Deutschland) & dem humanitären Bataillon „Angel“ (Donbass), die wir Anfang November gestartet haben. In diesem Zusammenhang erscheint bei uns seitdem in regelmäßigen Zeitabständen eine mehrteilige Kurzvideo-Dokumentationsreihe, die unsere aktuelle Mission und den leidvollen Kriegsalltag der Zivilisten mitten in der Beschusszone hautnah widerspiegelt.

> Der Hintergrund/Aktionsstart (Start: November 2015): http://remembers.achtungpartisanen.ru/donbass-wird-leben/

> Erfolgreich abgeschlossene Hilfeleistung für:

Kiewskij Gebiet (50 Zivilisten): http://remembers.achtungpartisanen.ru/donbass-wird-leben-2/

Aleksandrowka (150 Zivilsten): http://remembers.achtungpartisanen.ru/donbass-wird-leben-3/

Spartak (50 Zivilisten): http://remembers.achtungpartisanen.ru/donbass-wird-leben-4/

Jakowlewka (100 Zivilisten): http://remembers.achtungpartisanen.ru/donbass-wird-leben-5/

Grigorowka & Nowaja Marjewka (50 Zivilisten): http://remembers.achtungpartisanen.ru/donbass-wird-leben-6/

2.Plattform,„Volvo-Zentrum“ (50 Zivilisten): http://remembers.achtungpartisanen.ru/donbass-wird-leben-volvo-zentrum/

Spartak 2.0 (100 Zivilisten): http://remembers.achtungpartisanen.ru/donbass-wird-leben-7/

Oktjabrskij (50 Zivilisten): http://remembers.achtungpartisanen.ru/donbass-wird-leben-oktjabrskij/

– Kurganka (100 Zivilisten): http://remembers.achtungpartisanen.ru/donbass-wird-leben-kurganka/

– Gorlowka (Direkthilfe für ausgewählte Familien mit Kindern): http://remembers.achtungpartisanen.ru/gorlowka/

– Neujahrsmarathon durch die DVR und LVR (über 500 behinderte und Waisenkinder sowie Familien in Not): http://remembers.achtungpartisanen.ru/danke-liebes-deutschland/

— Staromihajlowka & Schirokaja Balka (50 Rentner und rund 500 Familien mit Kindern): http://remembers.achtungpartisanen.ru/donbass-wird-leben-8/

– weitere Berichte aus der Volksrepublik Donezk und Lugansk (über 400 Zivilisten) folgen.

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AKTUELLER SPENDENSTAND:

Aktionszeitraum: 16.11. – 31.12.2015

Spenden-Einnahmequelle: PayPal & Konto-Überweisung

Stephan & Julia D. 20 €

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Regina & Wilfried K. 20 €

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Hartmut M. 20 €

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Hubert T. 100 €

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Rita A. 50 €

Andreas F. 75 €

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3.642,15 € (teilweise abzgl. Paypal-Gebühren)

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REMEMBERS.

Für Donbass. Gegen Genozid.