POROSCHENKO: «DIE WIEDERAUFNAHME MASSIVER KÄMPFE IN DONBASS IST UNUMGÄNGLICH»

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Reiner Zufall oder pure Absicht? Am 22. und 23. Februar hat sich der ukrainische Präsident Petr Poroschenko mit seinen Amtskollegen aus Deutschland (Frank-Walter Steinmeier) und Frankreich (Jean-Marc Ayrault) in Kiew getroffen, um die «Situation in Donbass» sowie die Fortschritte bei der «Einhaltung der Minsker Vereinbarungen» zu besprechen. Mit einem Ergebnis, das dem Gastgeber-Staatschef nicht all zu sehr gefallen haben muss: Für Ayrault sind sowohl die politische Stabilität als auch eine stabile Macht in der Ukraine DIE Voraussetzungen für die Umsetzung der Minsker Vereinbarungen. Doch aus der Sicht ders französischen Außenministers hat die Ukraine «noch einen langen Weg» bis an dieses Ziel, wobei auch «die Zeit nicht auf unserer Seite» ist, so Jean-Marc Ayrault.

254Friede, Freude, Eiertanz: Ayrault, Poroschenko, Steinmeier 

 

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Somit hat Frankreich die Kiewer Regierung politisch-korrekt darauf hingewiesen, dass solange in der Ukraine Chaos und im ukrainischen Parlament RADA «politische Instabilität» herrscht, kann keine Rede von der Erfüllung des Minsk2-Abkommens seitens der Ukraine sein.

Und schon fühlt sich der Poroschenko auf seinen blau-gelben (oder doch schwarz-roten?) Schlips getreten und gibt am 24. Februar 2016 in aller Öffentlichkeit bekannt:

[youtube url=»https://youtu.be/57qpuBo458o»]

«Aufgrund einer systematischen Nichteinhaltung der Minsker Vereinbarungen seitens der Russischen Föderation können wir heute — ganz deutlich anhand unserer Radar-Aufnahmen — die Wahrscheinlichkeit einer Wiederaufnahme großräumiger Kampfhandlungen in Donbass beobachten…

Auch, wenn man optimistisch bleiben will, was das Szenario in Donbass betrifft: Die militärische Gefahr im Osten bleibt weiterhin bestehen — sowohl auf lange als auch auf kurze Sicht.»

Und spätestens seit dem 23. Februar eskaliert die Lage  in Donbass entlang der gesamten Frontlinie. Komisch, nicht wahr?

 

«Minsk» ist tot — es lebe der Krieg? Die Chronologie der letzten Tage in Donbass

Laut dem stellvertretenden Leiter für Menschenrechte in der DVR starben in der Volksrepublik Donezk allein im Zeitraum vom 20. bis zum 26. Februar 2016 insgesamt 11 Menschen im Zuge ununterbrochener militärischen Provokationen der ukrainischen Streitkräfte: 9 Widerstandskämpfer und 2 Zivilisten (Männer). Zudem erleiden fast täglich mehrere Zivilisten Splitterverletzungen verschiedenen Grades — von «leicht» bis «lebensgefährlich», wobei die letzteren Fälle nicht selten auch zu einem qualvollen Tod dieser unschuldigen Menschen führen.

 

25.02.2016: Der Ukra-Beschuss der Siedlung Jasinowataja — am helllichten Tage:

[youtube url=»https://youtu.be/B_mNeMTnADE»]

Und hier ein weiterer «friedlicher» Abend in der Volksrepublik Donezk:

[youtube url=»https://youtu.be/f5rGahNOVe8″]

Wie das Verteidigungsministerium der DVR mitteilte, haben die Kiewer Truppen zwischen dem 24. und dem 26. Februar über 430 Mal (!) die Frontgebiete der Volksrepublik Donezk beschossen. U.a. aus schweren Waffen mit einem Kaliber zwischen 82mm und 120mm sowie aus Handwaffen und Granatenwerfern. Mit üblichen Genozid-Folgen:

Am 24. Februar wurden 2 Zivilisten schwer verletzt. Darunter ein 10-jähriger Junge in der Siedlung Zajzewo sowie eine ältere Frau (geboren 1952) im Petrowskij Gebiet von Donezk, die im Zuge eines Minenbeschusses schwere Splitterverletzungen erlitt. Das Minenfeuer ging von den Stellungen der ukrainischen Armee in Peski, Marjinka, Krasnogorowka und Opytnoe aus. Dabei standen erneut mehrere zivile Wohngebiete unter Beschuss, z.B. Zajzewo (in der Nähe von Gorlowka), Staromihajlowka, Spartak, Veselyj sowie die Umgebung von Donezker Flughafen und «Volvo-Zentrum» (Westen und Norden von Donezk)

Offizielle Stellungnahme von Eduard Basurin (DVR) vom 24.02.2016:

[youtube url=»https://youtu.be/kTy8E6D1G-U»]

Zudem meldete das Verteidigungsministerium der DVR, dass im Rahmen eines aktuellen Beschusses von Kujbyschewksij Gebiet von Donezk der Friedhof sowie der in der direkten Nähe liegende Frauenkloster, der zu diesem Zeitpunkt menschenvoll war, zur Zielscheibe wurden.

Auch die Bewohner der Volksrepublik Lugansk müssen täglich in Angst leben. Aktuelle Brennpunkte des Krieges in der Region: Die Siedlung Kalinowka, die allein am 26. Februar mehrmals unter Beschuss der Kiewer Truppen stand. Laut der Volksmiliz der LVR erfolgte der Beschuss vom Dorf Luganskoe aus, wo die ukrainische Armee und die faschistischen Freiwilligen-Bataillone stationiert sind.

Am 29. Februar haben die ukrainischen Truppen den Westen von Donezk beschossen. Dabei wurde erneut ein Zivilist verletzt — eine 30-jährige Frau aus der Siedlung Trudowskie im Petrowskij Gebiet (Donezk), die mit schweren Splitterverletzungen umgehend ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Dies teilte der Leiter der Administration des Gebiets Maksim Zhukowskij mit.

Doch nicht nur an den Folgen des kontinuierlichen Bruchs der Minsker Vereinbarungen seitens der Ukraine leiden die unschuldigen Menschen in Donbass. Auch die bewusst gestellten Sprengfallen und Verminungen ziviler Territorien stellen weiterhin eine hohe Lebensgefahr für die Donbass-Bewohner dar. So wie es vor wenigen Tag in der Volksrepublik Lugansk wieder der Fall war: In der Stadt Kirowsk, die sich direkt an der Frontlinie befindet, wurde am 26. Februar ein toter Zivilist gefunden, der 2 Tage zuvor als vermisst galt. Nun fest es fest: Der Mann starb in Folge einer Sprengfallen-Explosion. Aber auch in der Siedlung Smeloe (LVR) erlitt ein weiterer Mann schwere Verletzungen, als er in eine Sprengfalle tappte. Seitdem befindet sich der Zivilist in einem instabilen Zustand im Krankenhaus.

Bis dato gehen die Beschüsse seitens der Ukraine im gleichen Tempo weiter — in der letzten Nacht sogar bis in die Morgenstunden hinein.

Die Bewohner der Frontgebiete von Donezk berichten heute in den sozialen Netzwerken:

«Am Abend haben sie mit dem Beschuss angefangen und bis in die tiefe Nacht nicht aufgehört. So wie wir uns gestern in unseren Häusern und Kellern versteckt haben, so haben wir sie bis heute nicht verlassen. Sie haben auf jeden Fall aus etwas «Schwerem» geschossen»

Ukraine: «Wir nehmen fast täglich neue Donbass-Territorien ein»

Ob in den «zensurfreien» ukrainischen oder in unseren alternativen Medien: Seit dem Entfachen massiver Kampfhandlungen in Donbass am 22. Februar kursieren heute internetweltweit unzählige Meldungen von angeblichen Erfolgen der ukrainischen Armee in den vom Widerstand kontrollierten Donbass-Gebieten. Sei es:

… die Übernahme einer «vollständigen Kontrolle» über das Dorf Schirokino:

[youtube url=»https://youtu.be/JIN6F9DhN3Q»]

… die «Okkupation» der Siedlung Awdeewka:    

 

… oder das «Einnehmen» einer strategisch wichtigen Höhe in der Siedlung Zajzewo.

 

Da wir uns bereits seit rund 2 Jahren tagtäglich für eine wahrhaftige Darstellung aller Donbass-Ereignisse (politisch, gesellschaftlich oder militärisch) einsetzen, möchten wir auch an dieser Stelle etwas richtig stellen. Und zwar mit Hilfe von Menschen, die es einfach besser wissen, als wir alle zusammen.

Basurin: «Unsere Gebiete werden wir an niemanden abgeben»

Zum Beispiel Alexander Zaharchenko — der Ministerpräsident der Volksrepublik Donezk, der vor wenigen Tagen auf einer Pressekonferenz zu diesem Thema Folgendes zu sagen hatte:  Die Meldungen von Leitern der s.g. «Anti-Terror-Operation» über kontinuierliche Einnahmen von irgendwelchen Stellungen des Widerstandes entsprechen NICHT der Realität.

In Bezug auf Zajzewo stellte Zaharchenko klar, dass die Berührungslinie zwischen den Positionen der regulären Armee der Ukraine und dem Widerstand in der Umgebung von Zajzewo insgesamt 15 bis 20 Meter beträgt. Zudem befindet sich die Siedlung Zajzewo auf einer ebenen Fläche, wodurch es überhaupt keine «Höhe» zum Einnehmen geben kann.

«Die Siedlung Zajzewo befindet sich im Flachland. Wie kann es dort also eine Höhe geben?  Wir (Ukraine und Widerstand) blicken uns immer von 2 Seiten in die Augen. Sollen sie sich doch erstmal die Karte schauen!»

Auch der stellvertretende Verteidigungsminister der DVR, Eduard Basurin, hat die o.g. Meldungen der Ukraine dementiert:

«Ich habe immer gesagt und ich werde es immer wieder sagen: Unsere Gebiete werden wir an niemanden abgeben»

Was Schirokino und Awdeewka betrifft:

1. Schirokino steht heute nicht unter der Kontrolle des Widerstandes. Es ist eine neutrale Zone, also eine Pufferzone. Zudem ist diese Meldung schon etwas veraltet, da die Einnahme dieser beinahe bis zur Unkenntlichkeit zerstörten Siedlung bereits vor Monaten geschah.

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2. Aber auch Awdeewka konnten die ukrainischen Truppen aus logischen Gründen nicht einnehmen. Denn sie haben sich erneut ausschließlich in einer neutralen Pufferzone, die an Awdeewka grenzt, breitgemacht. Und somit ohne jeglichen Widerstand seitens der Volksarmee von Donbass. In diesem Gebiet gab es den Widerstand NOCH NIE. Die Stellungen der Donbasser Volksarmee befinden sich in mindestens 2 km Entfernung von Awdeewka, und zwar auf ganz anderen und viel großräumigen Territorien.

Unser Fazit zu den «Erfolgen» der Ukraine in Donbass:

1. Im Flachland gibt es keine Höhen. Deshalb kann es keine Rede von einem Durchbruch der ukrainischen Armee in Zajzewo sein.

2. Neutrale Pufferzonen können nicht eingenommen werden. Denn wo es KEINEN WIDERSTAND gibt, kann dieser auch nicht gebrochen werden. In jedem Sinne dieses Wortes. Somit kann der kurze Spaziergang der ukrainischen Soldaten sowohl nach Schirokino als auch nach Awdeewka nicht als DER Sieg der ukrainischen Armee über die Donbass-Verteidiger gewertet werden.

Bitte helft uns, Donbass am Leben zu erhalten  

Unterstützt unsere aktuelle Mission zur Sicherung des Überlebens der Donbass-Bewohner, die sich bereits seit über 1,5 Jahren mitten in der Beschusszone befinden. Einfach per Überweisung oder PayPal euren persönlichen Spendenbeitrag an unseren deutschen Partner-Verein „Friedensbrücke“ senden (Betreff: Remembers & Angel) und sich schon heute auf unsere neuen Erfolgsberichte aus den Kriegsgebieten freuen.

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Wir sagen “DANKE & SPASIBO”.
 Für euren Spenden-Einsatz. In unserem Kampf ums Überleben der Zivilbevölkerung im Kriegsgebiet Donbass. Auch im Namen von Aleksej Smirnov – dem Kopf des humanitären Bataillons „Angel“ und unserem treuen Partner vor Ort.

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„DONBASS WIRD LEBEN“ ist eine internationale Hilfskooperation von REMEMBERS (Deutschland) & dem humanitären Bataillon „Angel“ (Donbass), die wir Anfang November gestartet haben. In diesem Zusammenhang erscheint bei uns seitdem in regelmäßigen Zeitabständen eine mehrteilige Kurzvideo-Dokumentationsreihe, die unsere aktuelle Mission und den leidvollen Kriegsalltag der Zivilisten mitten in der Beschusszone hautnah widerspiegelt.

> Der Hintergrund/Aktionsstart (Start: November 2015): http://remembers.achtungpartisanen.ru/donbass-wird-leben/

> Erfolgreich abgeschlossene Hilfeleistung für:

(1) Kiewskij Gebiet (50 Zivilisten): http://remembers.achtungpartisanen.ru/donbass-wird-leben-2/

(2) Aleksandrowka (150 Zivilsten): http://remembers.achtungpartisanen.ru/donbass-wird-leben-3/

(3) Spartak (50 Zivilisten): http://remembers.achtungpartisanen.ru/donbass-wird-leben-4/

(4) Jakowlewka (100 Zivilisten): http://remembers.achtungpartisanen.ru/donbass-wird-leben-5/

(5) Grigorowka & Nowaja Marjewka (50 Zivilisten): http://remembers.achtungpartisanen.ru/donbass-wird-leben-6/

(6) 2.Plattform,„Volvo-Zentrum“ (50 Zivilisten): http://remembers.achtungpartisanen.ru/donbass-wird-leben-volvo-zentrum/

(7) Spartak 2.0 (100 Zivilisten): http://remembers.achtungpartisanen.ru/donbass-wird-leben-7/

(8)Oktjabrskij (50 Zivilisten): http://remembers.achtungpartisanen.ru/donbass-wird-leben-oktjabrskij/

(9) Kurganka (100 Zivilisten): http://remembers.achtungpartisanen.ru/donbass-wird-leben-kurganka/

(10) Gorlowka (Direkthilfe für ausgewählte Familien mit Kindern): http://remembers.achtungpartisanen.ru/gorlowka/

(11) Neujahrsmarathon durch die DVR und LVR (über 500 behinderte und Waisenkinder sowie Familien in Not): http://remembers.achtungpartisanen.ru/danke-liebes-deutschland/

(12) Staromihajlowka & Schirokaja Balka (50 Rentner und rund 500 Familien mit Kindern): http://remembers.achtungpartisanen.ru/donbass-wird-leben-8/

(13) REMEMBERS & «Angel» in Rentner-Mission (320 Zivilisten & Familien): http://remembers.achtungpartisanen.ru/donbass-wird-leben-13/

– weitere Berichte aus der Volksrepublik Donezk und Lugansk (über 500 Zivilisten) folgen.

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AKTUELLER SPENDENSTAND:

Aktionszeitraum: 16.11.2015 – 29.01.2016

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REMEMBERS.

Für Donbass. Gegen Genozid.