FROM ITALY WITH LOVE: «DONBASS-SEASONS» (DEUTSCH), INKL. REMEMBERS INTERVIEW MIT DER REGISSEURIN

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Das erste Opfer des Krieges ist bekanntlich die Wahrheit. Doch was passiert, wenn die Wahrheit viel stärker ist als die tödlichen Lügen unserer Massenmedien und der Politik? Wenn es Menschen gibt, die weltweit versuchen, mit ihrem persönlichen Einsatz für die Gerechtigkeit und einer Kamera in der Hand hinter die grausamen Kriegskulissen zu blicken? Ganz genau: Es entstehen unzählige Foto- und Video-Dokumentationen, die diese Wahrheit einfach unsterblich machen. Für alle Ewigkeit. Sowohl vor unseren Augen als auch in unseren Köpfen und Herzen.

Zu solchen Menschen gehört heute auch die italienische Regisseurin Sara Reginella, die in den letzten 2 Jahren bereits ihren dritten Film zum Thema «Ukraine-Konflikt» gemacht hat. In ihrer aktuellen Dokumentation «Die Zeiten von Donbass» («Donbass-Seasons»), die im Herbst 2015 gedreht wurde, schildert die Italienerin — mit Hilfe von renommierten Persönlichkeiten Italiens und von einer ihr zur Verfügung stehenden Fülle an Videomaterial — das unendliche Leid der Donbass-Bewohner sowie den rasanten und blutigen Weg der Ukraine zum Völkermord im Jahr 2014.

Da es die Film-Doku von Sara bis dato ausschließlich auf Italienisch, Russisch und Englisch gab, hat sich unser REMEMBERS Team die Mühe gemacht, die 60-minütige Dokumentation ins Deutsche zu übersetzen und mit Untertiteln zu versehen. Zudem konnten wir uns die einmalige Chance nicht entgehen lassen, mit Sara Reginella persönlich zu sprechen. Über sie, den Film und vieles mehr.

Und heute, pünktlich zum 2. Jahrestag der blutigen Auseinandersetzungen auf dem Maidan in Kiew, kommt nur für euch, liebe REMEMBERS und Donbass-Freunde, die Wahrheit über den Krieg im Osten der Ukraine aus der Sicht einer italienischen Regisseurin. Als Film-Doku auf Deutsch und REMEMBERS Exklusiv-Interview mit Sara Reginella.

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Film-Doku «Die Zeiten von Donbass» («Donbass-Seasons», Italien, 2015): 

[youtube url=»https://youtu.be/vr8NP0HvCm8″]

REMEMBERS Unter 4 Augen mit…

 Bildschirmfoto 2016-02-19 um 15.07.49

REMEMBERS: Zwischen Rom und Donezk liegen nicht nur über 3.000 km Luftlinie, sondern auch 2 Welten: Der Krieg und der Frieden. Wie kommt also so eine junge, hübsche und lebenslustige Italienerin wie Sie auf die Idee, sich für die Menschen im Osten der ehemaligen Ukraine einzusetzen? Geschweige denn einen Dokumentarfilm über den Krieg in Donbass zu machen. Haben Sie dort Familie oder Freunde?

Sara Reginella: Ich habe weder Familie noch Freunde in der Ukraine. Es mag eigenartig klingen, aber mein Aktivismus ist an purere Ideale gebunden. Ich empfinde tiefe Frustration bezüglich der Zensur der westlichen Massenmedien zum Thema Ukraine-Konflikt. Daher fühlte ich mich moralisch verpflichtet, etwas dagegen zu unternehmen. Das ist der Grund für meine Dokumentationen über den Donbass. Wir können alle etwas tun, um die Situation zu verändern und eine bessere Welt zu schaffen.

REMEMBERS: Welche Botschaft möchten Sie mit Ihrem persönlichen Einsatz für Donbass in die Welt tragen?

Sara Reginella: In Bezug auf Donbass gibt es eine spezielle Botschaft: Nach dem Putsch in Kiew, auf den die Süd-Ost-Ukraine mit ihrem Wunsch nach Föderalisierung reagiert hat, antwortete die ukrainische Regierung mit Waffengewalt. Im Allgemeinen versuche ich, den Menschen aus dem Westen zu vermitteln, dass diese Kriege von Europa und Amerika unterstützt werden. Hinter diesen Kriegen, die weltweit Millionen Tote fordern, steht nicht der Wunsch nach Demokratie, sondern das wirtschaftliche Interesse.




REMEMBERS: Worum geht es in Ihrer aktuellen Dokumentation «Die Zeiten von Donbass»?

Sara Reginella: «Die Zeiten von Donbass» dokumentiert die Geschichte des Krieges in Donbass. Vom Putsch in Kiew über das Massaker von Odessa bis hin zum Ausgangspunkt des Konfliktes. Das Ziel ist, die sich verändernden Zeiten zu zeigen und damit auch den Fortlauf des Lebens in einem Land, das trotz des Krieges weiterlebt.

REMEMBERS: Wie genau entstanden ihre persönlichen 60 Minuten Wahrheit über den s.g. Ukraine-Konflikt? Sind Sie dafür nach Donbass gereist?

Sara Reginella: Ja, ich war in Donbass, im April 2015. Da hatte ich die Möglichkeit, die Geschehnisse mit eigenen Augen zu betrachten und mit den Bewohnern zu sprechen. Ich konnte mir dort persönlich ein Bild von den Lügen machen, die die westlichen Massenmedien täglich publizieren. Über meine persönlichen Donbass-Erfahrungen hinaus ergänze ich meine Dokumentation mit den Reportagen von Eliseo Bertolasi und Sergeij Rulev sowie mit den Interviews von 3 italienischen Meinungsführern: Vauro Senesi, Nicolai Lilin und Eliseo Bertolasi.

REMEMBERS: Wann wurde der Film gedreht und wer sind Ihre Protagonisten?

Sara Reginella: Die Dokumentation wurde zwischen Oktober und November 2015 erstellt. Die Protagonisten sind der Schriftsteller Nicolai Lilin, der Journalist und Karikaturist Vauro Senesi sowie der Reporter und Anthropologe Eliseo Bertolasi. Die Sprecherstimmen in den ergänzten Reportagen sind von Eliseo Bertolasi und Sergeij Rulev. Sie gaben mit u.a. Interviews, in denen die Entwicklung des Ukraine-Konflikts beschrieben wird. Zusätzlich zu diesen Interviews habe ich auch Interviews mit den Donbass-Bewohnern jeden Alters integriert.

REMEMBERS: Was war das schönste und das schmerzhafteste Erlebnis bei der Erstellung Ihrer Dokumentation?

Sara Reginella: Der Schwerste war die Auswahl der Videos aus Donbass und vom Maidan. Ich habe dutzende von Stunden mit der Sichtung dieses schmerzhaften Video-Materials von Eliseo Bertolasi und Sergeij Rulev verbracht. Da nicht alles in einer 60-minütigen Dokumentation verwendet werden konnte, mussten Entscheidungen getroffen werden.

Das schönste Erlebnis war die Entwicklung der Beziehungen zu den Beteiligten. Die Zusammenarbeit mit Nicolai Lilin, Eliseo Bertolasi und Vauro Senesi war eine unglaubliche Bereicherung für mich. Aber auch die Zusammenarbeit mit solchen Menschen wie Michele Senesi, der die Post-Produktion der Dokumentation übernommen hat, und Alec Dreiser, der gemeinsam mit Carlo Marrone den wundervollen Soundtrack für «Die Zeiten von Donbass» komponiert hat, hat mich glücklich gemacht.

REMEMBERS: Hand aufs Herz, liebe Sara: Gab es vielleicht Szenen, Momente oder Dialoge, die Sie in Ihrem Film gerne noch gezeigt hätten, dies jedoch aus z.B. ethnischen oder politischen Gründen schlussendlich nicht getan haben? Kam es ihrerseits eventuell zu einer Selbstzensur? Wenn ja, warum? 

Sara Reginella: Um ehrlich zu sein, gab es für mich — als eine unabhängige Regisseurin — keine Notwendigkeit einer Selbstzensur. Ich habe alles gezeigt, was ich zeigen wollte, und somit alles kommuniziert, was ich kommunizieren wollte. Für mich gab es keinen Grund, politisch-korrekt zu sein.

REMEMBERS: In wie vielen Sprachen ist die Doku «Die Zeiten von Donbass» bereits erschienen?

Sara Reginella: Auf meinen Youtube-Kanal «Sara Reginella Video Projects» wurde die Dokumentation bereits in 3 Sprachen veröffentlicht: Russisch, Englisch und Italienisch. Jetzt, dank eurer Unterstützung, REMEMBERS, gibt es die Doku nun auch in Deutsch. Und höchstwahrscheinlich wird der Film auch in anderen Sprachen übersetzt.

REMEMBERS: Der Dokumentar-Film „Masken der Revolution“ des französischen Regisseurs Paul Moreira, der am 1. Februar 2016 erstmalig auf dem TV-Sender «Canal+» ausgestrahlt wurde, hat weltweit unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen: Die Franzosen waren schockiert, was ihnen die Medien die letzten 2 Jahre über die Geschehnisse in der Ukraine und in Donbass vorerhalten haben. Der offizielle Westen und die Ukraine werfen dem Regisseur vor, Putins langer Arm zu sein, der die heutige Ukraine ins falsche Licht stelle. Die russischen Menschenrechtler dagegen haben Moreira einen Orden verliehen — für seinen «Mut und Professionalismus». Wie waren die ersten Reaktionen der Zuschauer auf Ihren Film? Werden sie heute bejubelt, bedroht oder politisch verfolgt?

Sara Reginella: Ich erhalte täglich Dankesnachrichten für meine Dokumentation. Im Großen und Ganzen waren die ersten Reaktionen sehr positiv. Selbstverständlich gibt es Menschen, die meine Arbeit nicht zu schätzen wissen, weil sie die Wahrheit nicht vertragen können. Aber ich richte meine Aufmerksamkeit lieber auf meine Unterstützer.

REMEMBERS: Nun gibt es «Die Zeiten von Donbass» auch auf Deutsch. Was denken Sie, wie wird das deutschsprachige Publikum in Deutschland, Schweiz und Österreich auf Ihre Doku reagieren?

Sara Reginella: Die Deutschen sind großartige Menschen. Ich bin mir sicher, dass sie die «Die Zeiten von Donbass» zu schätzen wissen werden.

 

REMEMBERS: Ist es Ihr erster Film über den Donbass-Krieg?

Sara Reginella: Vor «Die Jahreszeiten von Donbass» entstanden 2 Kurzfilme: «I’m Italien» und «Voices». «I’m Italien» war die Reaktion auf den viralen Film «I’m Ukrainian». Und «Voices» ist eine Video-Dokumentation, welche die Tragödie der Menschen in Donbass mit den Problemen, die infolge von Russland-Sanktionen für italienischen Arbeiter entstanden sind, verbindet. Auch diese Videos sind auf meinem Youtube-Kanal zu sehen.

REMEMBERS: Was weißt man in Italien überhaupt über den s.g. Ukraine-Konflikt? Was ist die offizielle Stellungnahme der italienischen Presse und Politik dazu? Und was denken die ganz «normalen» Italiener über den Krieg in Donbass und v.a. seine Ursachen? Wer ist schuld? Wer kämpft gegen wen und wofür?

Sara Reginella: Ein Großteil der italienischen Massenmedien sowie die italienische Politik verzerren die Nachrichten über den Donbass-Krieg. Aus diesem Grund weiß die Mehrheit des italienischen Volkes NICHTS von dem Putsch in Kiew und glaubt an russische Invasion in der Ukraine.

REMEMBERS: Wie kann man Ihrer Meinung nach den Krieg im Osten der ehemaligen Ukraine endlich stoppen und welche Chancen hat der Donbass auf seine Selbstbestimmung und Freiheit, für die er bereits seit 2 Jahren täglich mit dem Leben seiner Bewohner bezahlen muss?

Sara Reginella: Ich bin der Überzeugung, dass Donbass nach dem Putsch in Kiew und nach all dem Blutvergießen seine Unabhängigkeit erlangen sollte. Und ich hoffe, dass dies durch einen diplomatischen Einsatz erreicht werden kann.

REMEMBERS: Vielen Dank für persönlichen Kampf um die Wahrheit und Ihren Einsatz für die unschuldigen Menschen in Donbass. Mile grazie & bol’schoe spasibo!

  

Bitte helft uns, Donbass am Leben zu erhalten  

 

Unterstützt unsere aktuelle Mission zur Sicherung des Überlebens der Donbass-Bewohner, die sich bereits seit über 1,5 Jahren mitten in der Beschusszone befinden. Einfach per Überweisung oder PayPal euren persönlichen Spendenbeitrag an unseren deutschen Partner-Verein „Friedensbrücke“ senden (Betreff: Remembers & Angel) und sich schon heute auf unsere neuen Erfolgsberichte aus den Kriegsgebieten freuen.

 

Friedensbrücke – Kriegsopferhilfe e.V.


PayPal: Friedensbruecke@gmx.de

Konto: Volksbank Berlin


IBAN: DE56100900002582793002


BIC: BEVODEBB


Betreff (wichtig!): Remembers & Angel 

 

Wir sagen “DANKE & SPASIBO”.
 Für euren Spenden-Einsatz. In unserem Kampf ums Überleben der Zivilbevölkerung im Kriegsgebiet Donbass. Auch im Namen von Aleksej Smirnov – dem Kopf des humanitären Bataillons „Angel“ und unserem treuen Partner vor Ort.

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„DONBASS WIRD LEBEN“ ist eine internationale Hilfskooperation von REMEMBERS (Deutschland) & dem humanitären Bataillon „Angel“ (Donbass), die wir Anfang November gestartet haben. In diesem Zusammenhang erscheint bei uns seitdem in regelmäßigen Zeitabständen eine mehrteilige Kurzvideo-Dokumentationsreihe, die unsere aktuelle Mission und den leidvollen Kriegsalltag der Zivilisten mitten in der Beschusszone hautnah widerspiegelt.

> Der Hintergrund/Aktionsstart (Start: November 2015): http://remembers.achtungpartisanen.ru/donbass-wird-leben/

> Erfolgreich abgeschlossene Hilfeleistung für:

(1) Kiewskij Gebiet (50 Zivilisten): http://remembers.achtungpartisanen.ru/donbass-wird-leben-2/

(2) Aleksandrowka (150 Zivilsten): http://remembers.achtungpartisanen.ru/donbass-wird-leben-3/

(3) Spartak (50 Zivilisten): http://remembers.achtungpartisanen.ru/donbass-wird-leben-4/

(4) Jakowlewka (100 Zivilisten): http://remembers.achtungpartisanen.ru/donbass-wird-leben-5/

(5) Grigorowka & Nowaja Marjewka (50 Zivilisten): http://remembers.achtungpartisanen.ru/donbass-wird-leben-6/

(6) 2.Plattform,„Volvo-Zentrum“ (50 Zivilisten): http://remembers.achtungpartisanen.ru/donbass-wird-leben-volvo-zentrum/

(7) Spartak 2.0 (100 Zivilisten): http://remembers.achtungpartisanen.ru/donbass-wird-leben-7/

(8)Oktjabrskij (50 Zivilisten): http://remembers.achtungpartisanen.ru/donbass-wird-leben-oktjabrskij/

(9) Kurganka (100 Zivilisten): http://remembers.achtungpartisanen.ru/donbass-wird-leben-kurganka/

(10) Gorlowka (Direkthilfe für ausgewählte Familien mit Kindern): http://remembers.achtungpartisanen.ru/gorlowka/

(11) Neujahrsmarathon durch die DVR und LVR (über 500 behinderte und Waisenkinder sowie Familien in Not): http://remembers.achtungpartisanen.ru/danke-liebes-deutschland/

(12) Staromihajlowka & Schirokaja Balka (50 Rentner und rund 500 Familien mit Kindern): http://remembers.achtungpartisanen.ru/donbass-wird-leben-8/

(13) REMEMBERS & «Angel» in Rentner-Mission (320 Zivilisten & Familien): http://remembers.achtungpartisanen.ru/donbass-wird-leben-13/

– weitere Berichte aus der Volksrepublik Donezk und Lugansk (über 500 Zivilisten) folgen.

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AKTUELLER SPENDENSTAND:

Aktionszeitraum: 16.11.2015 – 29.01.2016

Spenden-Einnahmequelle: PayPal & Konto-Überweisung

Stephan & Julia D. 20 €

Anja R. 50 €

Susann I. 20 €

Regina & Wilfried K. 20 €

Thomas W. 50 €

Barbara F. 50 €

Dirk H. 250 €

Stephan & Julia D. 40 €

Reinhard N. 100 €

Waltraut D. 50 €

Aljona M. 15 €

Alexander B. 10 €

Hartmut M. 20 €

Andreas K. 25 €

Andrea T. 222 €

Maria Z. 50 €

Hubert T. 100 €

Daniel P. 35,15 €

Rabija S. 200 €

Helga T. 100 €

Rita V. 50 €

Paul P. 10 €

Angelika H. 20 €

Rita A. 50 €

Andreas F. 75 €

Christian S. 100 €

Volkmar S. 50 €

Martin C. L. 500 €

Edith K. 20 €

Elisabeth S. 200 €

Th. Jäsch 50 €

Katja P. 15 €

Michael H. 25 €

Gerald P. 1.000 €

Adrian A. 50 €

Alexander R. 60 €

Konrad F. 50 €

Jan K. 50 €

Dietrich R. 50 €

Diego M. 500 €

Barbara F. 50 €

Ursula R. 20 €

Andrea T. 511 €

Roswitha & Steffi R. 50 €

Reinhardt P. 20 €

Wolfgang G. 50 €

Jörg H. 100 €

Rita V. 30 €

Klaus D.W. 100 €

Hannelore M. 50 €

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5.333,15 € (teilweise abzgl. Paypal-Gebühren)

Bei Fragen zur Ihrer (Wunsch)Spende schreiben Sie uns gerne eine Mail an remembers.achtungpartisanen.ru@yandex.ru

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REMEMBERS.

Für Donbass. Gegen Genozid.