DONBASS HEUTE: ZWISCHEN LEICHEN, FRIEDEN UND ZWEIFEL

0
124

DONBASS HEUTE: ZWISCHEN LEICHEN, FRIEDEN UND ZWEIFEL

 

Lugansk, 13.02.2015: Mindestens 3 Tote und 4 Schwerverletzte durch «Grad»

Am Tag der Friedensgespräche in Minsk ging in Donbass der Genozid, wie bereits berichtet, seinen gewohnten Weg weiter: Mindestens 6 tote Zivilisten, darunter 3 Kinder, sowie dutzend Schwerverletzte waren bis gestern Abend, 19.00 Uhr, zu verzeichnen.

Doch auch bis in die Morgenstunden ging der neue «Minsker Frieden» weiter. Und so sah er beispielweise in Lugansk aus: Erneuter, gnadenloser und gezielter Beschuss ziviler Wohngebiete durch die faschistischen Ukra-Truppen aus den Mehrfachraketenwerfern «Grad«, bei dem laut aktuellen Angaben wieder mindestens 3 weitere Zivilisten getötet und 4 schwer verletzt wurden.

PayPal

 

«Dieser Frieden wird weder am 14., 15., noch am 16. stattfinden. Ihn wird es nie geben. Solange man diesen Abschaum nicht vernichtet», sagt ein Überlebender in Lugansk.

Dass über Frieden nur geredet wird anstatt zu handeln, zeigt in diesem Video auch das aktuelle Verhalten der OSZE-Beobachter in Lugansk. Während die Missions-Gruppe heute die Folgen der Anschläge auf die Zivilisten aufnahm, wurde sie von den Einwohnern auf den Genozid in Donbass angesprochen. Doch statt eine vernünftige Antwort auf das Anliegen der Menschen zu geben, haben sich die OSZE-Beobachter einfach stillschweigend vom Tatort entfernt. Dieses Verhalten der angeblichen Helfer machte die Zivilisten so wütend, dass sie ihre Trauer und Enttäuschung ihnen ins Gesicht mitteilten:

«Was nimmt ihr die ganze Zeit auf? Ihr werdet sowie darüber nicht berichten. Ihr verfälscht oder verschweigt die Wahrheit! Wozu seid ihr denn überhaupt hier???? Wo sind eure ganzen Berichte???»

«Ihr verkauft euch für ein paar Münzen. So sieht es aus. Ihr berichtet nur das, wofür ihr bezahlt werdet. Schämt euch!»

 

 

Jarosch: «Rechter Sektor» erkennt Minsker Vereinbarungen nicht an

Und die Menschen in Donbass haben wahrscheinlich Recht, was ihr Misstrauen gegenüber allen «Friedensbotschaftern» betrifft. Denn auch, wenn Poroschenko unter Druck der Weltgemeinschaft für Frieden sorgen müsste, wird der Krieg in Donbass an diesem Sonntag noch nicht zu Ende sein.

So hat heute der Ukra-Nationalist und der Anführer des faschistischen «Rechten Sektors» Jarosch verkündet, dass er und seine Ukra-Bataillone die Donbass Bevölkerung weiter töten werden. Als Grund dafür nannte er das «juristisch nicht haltbare Friedensabkommen der Ukraine«, welchen aktuell mit den europäischen Staat-Chefs und Russland vereinbart wurde, da dieses gegen die ukrainische Verfassung verstoße:

„Wir behalten uns das Recht vor, aktive Kampfhandlungen gemäß unseren eigenen operativen Plänen fortzusetzen, bis das gesamte ukrainische Territorium von der russischen Okkupation befreit worden ist. Der Rechte Sektor setzt die Aufstellung seiner Kampf- und Reservetruppen sowie ihre Ausbildung und materiell-technische Versorgung fort. Wir stimmen unsere Kampfaktionen mit dem Kommando der Sonderoperation, mit Brigaden der ukrainischen Streitkräfte sowie mit Freiwilligenbataillonen des Verteidigungs- und des Innenministeriums ab“, schrieb Jarosch auf seiner Facebook Seite heute.

http://de.sputniknews.com/militar/20150213/301111737.html#ixzz3ReJIHIQD

 

 

Donbass Einwohner: Friede, Freude, Sonntagsruhe? Kaum zu glauben.

Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass die Menschen in Donbass diesem s.g. «Frieden», der am 15. Februar 2015, um 00.00 Uhr, ganz offiziell beginnen soll, einfach keinen Glauben schenken:

Oma: 

«Ich habe den 2. Weltkrieg überlebt, die Hungersnot und jetzt… Wie soll man sowas nennen?»

 

Frau:

«Deshalb glaube ich nicht, dass es besser wird. Man möchte es glauben, aber es ist sehr schwierig. Das ist nicht das erste Mal, dass man uns beschießt und tötet. Deshalb ist der Glaube einfach nicht mehr da.»

 

Opa:

«Auf ein Mal wird es wahrscheinlich nicht klappen. Aber man muss trotzdem auf bessere Zeiten glauben.»

Frau:

«Hauptsache, es gibt keinen Krieg mehr. Egal, auf was man sich einigt, Hauptsache sie beschießen uns nicht mehr. Von mir aus soll es eine ökonomische Blockade geben oder sonst welche auch immer. Hauptsache es müssen keine Menschen mehr sterben. Ich glaube, sowohl die Ukraine ist schon müde, als auch Donezk. Alle sind müde von dem Krieg

Frau:
«Ich glaube, dass die Ukraine nach einem Vorwand suchen wird, diesen «Frieden» wieder zu stören. Wir würden gerne daran glauben, aber praktische gesehen denke ich, dass es nicht klappt. Diese Veränderungen müssen zuerst in den Köpfen stattfinden. Aber so… Wir brauchen Kompromisse, große Kompromisse, aber die Ukraine wird uns dabei nie entgegen kommen.

Junges Pärchen:
«Nein, wir glauben nicht daran. Nein…»

 

Frau:
«Was ich nicht verstehe… Ok. Die haben das Gewehr in die Hand genommen, geschossen… Aber was haben sie dann davon gehabt? Mehr Geld, mehr Reichtum, mehr Glück, mehr Stolz???? Ich verstehe nicht, warum man so etwas macht. Ich habe mich immer an die Gesetze gehalten. Ich dachte, wenn jemand schon an die Macht gekommen ist, dann bedeutet es doch etwas. Vielleicht ist es der Gottes Wille. Oder der Mensch hat all das mit seinen eigenen Fähigkeiten erreicht… Aber die heutige Regierung kann ich einfach nicht ernst nehmen. Ich fühle täglich einen tiefen Schmerz. Mir tun die Menschen leid, die getötet wurden. Ich habe auch Angst um mein Leben. Warum soll ich denn so leben? Ich empfinde keine Freude mehr. Ich habe kaum Geld mehr, um Lebensmittel zu kaufen. Man spart, wo es nur geht. Mir tun auch diese Häuser leid. Donezk… Viele Menschen habe keine Möglichkeit, die Stadt zu verlassen. Viele haben aber auch kein Geld dafür. Und klar. Einige nehmen Flüchtlinge auf… Aber es gibt auch Fälle, wo die Menschen von Flüchtlingen Geld dafür verlangen… Im Moment hoffen wir auf eine höhere Macht, die uns hilft. Wenn ich sterben muss, dann will ich hier sterben. Aber warum soll dann meine Tochter sterben? Sie ist doch noch so jung… Ich glaube nicht an den Friedensplan. Er ist nicht echt. Sie spielen Politik. Mehr nicht. Oder vielleicht einer will und der andere nicht. Ich weiß nicht. Wahrscheinlich wollte Poroschenko Zar werden… Er ist kein ehrlicher Mensch…»

 

 

Also wir glauben den einfachen Menschen in Donbass viel mehr, als all den Strippenziehern und Marionetten dieser Welt.

 

 

***

Wir vergessen nichts.
Wir verzeihen es nie.

Donbass Nachrichten Ukraine Nachrichten