«ES IST ALLES SO SCHRECKLICH…»

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Die Menschen in Donbass kommen langsam nicht nur an ihre psychischen, sondern auch an ihre physischen Grenzen. Denn sie befindet sich mitten in der humanitären Katastrophenzone, in der es heute vor allem für viele älteren Menschen nur einen Ausweg gibt: Richtung Himmel.  

Laut dem neuen Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO), in dem die Situation vor Ort “nicht nur als eine humanitäre Krise” beschrieben wird, gefährdet neben der Hungersnot auch der Mangel an Ärzten und Medikamenten das Leben der Menschen im Osten der ehemaligen Ukraine. 60 Dörfer, die zwischen den Frontlinien der Kiew-Truppen und dem antifaschistischen Widerstand liegen, wurden ohne medizinisches Personal gelassen. “Allgemeine Gesundheitsversorgung existiert nur noch auf dem Papier. Die Menschen müssen für einen großen Teil der Gesundheitsdienste selbst aufkommen und ihre eigenen Medikamente selbst beschaffen», so Dorit Nitzan, WHO-Vertreter für die Ukraine.1

 

Donezk, November: 24 Menschen an Hunger verstorben

Die renommierte russische Philanthropin Dr. Elizaweta Glinka, die sich bereits seit Monaten für die Gerechtigkeit und Menschen, insbesondere Kinder, in Donbass einsetzt, teilte vor kurzem bei einem Treffen mit Human Rights Watch folgende Hiobsbotschaft mit:

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Nur im letzten Monat November seien in Donezk mindestens 24 Menschen an Hunger gestorben. Die meisten davon waren Rentner bzw. ältere Menschen, die aus Angst vor ununterbrochenen Artilleriebeschüssen lieber in ihren Wohnungen oder Kellern, ohne Lebensmittel, bleiben wollten als ihre eigenen vier Wände zu verlassen. Aktuell sollen nur in Donezk rund 200 alte Menschen in den Bunkern sitzen.2 Und somit auf ihren langsamen Tod warten.2

 

«Ich bin im Krieg geboren und ich werde im Krieg auch sterben»

Unser Kriegsreporter und deutscher Journalist Mark Bartalmai wollte sich ein eigenes Bild von der katastrophalen Situation der Alten in Donbass machen und hat mit seinem Team eine Rentnerin besucht.

«Als wir bombardiert wurden, wurden alle Fensterscheiben zerschlagen. Ich saß gerade am Tisch und trank Tee, da hat es mich umgeworfen. Ich habe mir die Schulter und den Arm verletzt. Ich hatte mich sehr erschrocken, alles flog auf — Türen, Fenster, überall ging das Glas kaputt. Jetzt muss alles repariert werden, aber das Fensterglas ist so teuer. Woher soll man das Geld nehmen? Wir kriegen keine Rente, weder ich noch meine Tochter. Sie ist Invalide 2. Grades. Aber es gibt seit Monaten keine Auszahlungen. Es ist alles so schrecklich. Sie denken, dass wir, wie heißen sie noch mal, Separatisten sind. Welche Separatisten?? Wir sind einfache Menschen. Kiew macht das alles. Poroschenko und… Jazanjuk. Der Jazenjuk hat gleich gesagt, dass unsere Renten für den Krieg benutzt werden. Sie haben uns die Rentenzahlungen blockiert. Um Rente zu bekommen, müssen wir in ein anderes Gebiet fahren und uns da anmelden… Aber wo soll ich mich denn anmelden? Ich kenne niemanden nirgends… Ich habe mein Leben lang gearbeitet. Und die nehmen mir die Rente weg…»

 

Das ganze Interview von Mark mit der 76jährigen Frau und ihrer Tochter:

 Quellen:

1 https://mundderwahrheit.wordpress.com/tag/elizaveta-glinka/

2 http://itar-tass.com/obschestvo/1625975

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Wir vergessen nichts.
Wir verzeihen es nie.

 

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