FRIEDEN VS. VORWAND: UKRAINE STARTET EINE NEUE MILITÄROPERATION IN DONBASS

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Trotz des seit Anfang September erneut verkündeten Waffenstillstandes in Donbass versuchen die Kiewer Truppen immer wieder, den antifaschistischen Widerstand zu militärischen Handlungen zu provozieren. Sowohl in der Volksrepublik Donezk als auch Lugansk.

In den letzten 15 Tagen haben die ukrainischen Streitkräfte erneut mehrfach schwere Waffen in Einsatz gebracht, die dem Minsker Abkommen widersprechenden: Waffen mit einem 120 mm und einem 152 mm Kaliber.

Dabei mussten die Bewohner von Spartak (Nähe Donezker Flughafen), Gorlowka, Donezk und Umgebung (u.a. Trudowskoj) in der DVR sowie Perwomajsk und Kalinowo in der LVR weiterhin wochenlang unter ständiger Angst leben, unter Beschuss seitens der ukrainischen Truppen zu gelangen. Aber auch die Zivilisten solcher Wohngebiete wie Smelyj und Sokolniki mussten wieder unter akuter Lebensgefahr und unmenschlichen Bedingungen ihr Leben meistern. Denn infolge aktueller Beschüsse wurde v.a. die Infrastruktur vieler Wohnorte in Donbass zerstört. Zum Beispiel kilometerlange Gasleitungen, wodurch dutzende Wohnsiedlungen samt tausender Familien wieder für einige Zeit ohne Strom und Gas auskommen müssen. (1)

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Pic: Irina Laschkevich

Allein in den letzten 48 Stunden wurde die Waffenruhe mindestens 15 Mal gebrochen. Dabei wurden Kiewskij Gebiet von Donezk (DVR) sowie Perwomajsk und der Vorort Lozowoe zur Zielscheibe der Kiewer Truppen. Glücklicherweise kam dabei niemand ums Leben. Am 18. September jedoch wurde in Donezk eine 3-köpfige Familie infolge einer Minenexplosion getötet. (2)

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Doch auch diese Greueltaten reichen Poroschenko im Rahmen des zum x-ten Mal ausgerufenen «Friedens» scheinbar dann doch nicht aus. Denn am 18. September hat die Ukraine in aller Öffentlichkeit verkündet, dass die Kämpfe in der s.g. «Anti-Terror-Zone» ab sofort wieder aufgenommen werden. Diesmal unter dem Vorwand, die «Diversionsgruppen des Feindes» ausfindig zu machen und zu zerstören. Das teilte Jurij Birjukow, der Berater der ukrainischen Präsidenten Petr Poroschenko, am letzten Freitag mit und gab an, dass an dieser «Operation» nun «tausende Menschen und «hunderte von Waffen» bereits beteiligt sind. (3)

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Dass diese neue Art der «Anti-Terror-Operation» jedoch ganz andere Ziele verfolgt als öffentlich bekannt gegeben werden, ist heute jedem in Donbass klar. Laut den Repräsentanten der beiden Volksrepubliken wird Kiew unter dem Deckmantel «Militäroperation zur Suche und Zerstörung von Diversionsgruppen des Feindes» nun versuchen, all seine Greueltaten, die sich gegen die Volksarmee und die Donbass Bevölkerung richten, erneut als «Kampf gegen Terror» zu deklarieren. Sei es der Beschuss der Positionen des Widerstandes oder die Überfälle auf Hilfskonvois, die auf dem Weg in die Republik sind, inklusive Plünderungen.

Ein derartiger Fall geschah bereits vor wenigen Tagen: Die Anhänger des faschistischen Kiewer Regimes überfielen einen humanitären Hilfsgüter-Transporter, der hauptsächlich mit Lebensmitteln für die Zivilbevölkerung gefüllt war. Dies wurde in den ukrainischen Medien jedoch als «Überfall auf eine Diversionsgruppe» betitelt und entsprechend gefeiert. (4)

Gleichzeitig nutzen Poroschenkos Truppen erneut die «Zeit des Friedens», um ihre Militärtechnik entlang der Frontlinie noch stärker zusammenzuziehen, um Donezk zu umzingeln. Dies wurde aktuell auch von der OSZE-Mission registriert und offiziell bestätigt. (5)

Am 20. September sprach Eduard Basurin, der stellvertretende Chef der Miliz (DVR), in seiner aktuellen Stellungnahme von zunehmenden gezielten provokativen Handlungen seitens der Kiewer Truppen, die in Donbass aktuell zum Kriegsalltag gehören.

So sollen gestern laut den Erkenntnissen des Geheimdienstes der Donezker Volksrepublik die Anhänger ukrainischer Kontrabanden unter Alkoholeinfluss die Soldaten der regulären ukrainischen Armee erneut massiv attackiert haben. Mit dem Ergebnis: 4 Stunden gnadenloser Kampf in der zivilen Wohnsiedlung Awdeewka. Um die Spuren zu verwischen, haben die Ukra-Truppen anschließend die Stadt Spartak unter Beschuss genommen. Mit dem Ziel, den Widerstand dafür zu beschuldigen.

Zudem soll es in den letzten 2 Wochen auch zu massiven Kämpfen zwischen den ukrainischen Soldaten und den Anhängern faschistischer Freiwilligen-Bataillone wie «Azow» und «Ajdar» gegeben haben. U.a. in der Kleinstadt Schirokino, die heutzutage fast ausgestorben ist und im Laufe eines Kriegsjahres bis zu 90% zerstört wurde. (6)

Deshalb fordert Eduard Basurin zum wiederholten Male die Kiewer Truppen auf, dem Widerstand zu folgen und die Waffenruhe einzuhalten anstatt ihn kontinuierlich zu provozieren.

Der Kopf des antifaschistischen Widerstandes und der Ministerpräsident der DVR, Aleksandr Zaharchenko, sendete in diesen Tagen ein persönliches Appell an die Bewohner der Republik, auf das Schlimmste gefasst zu sein (7):

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«Keine Frage: Wir werden auch weiterhin kämpfen müssen. Deshalb müssen wir auf alles vorbereitet sein… Ja, damals haben wir für «Schachtjer» und «Dynamo Kiew» (ukrainische Fußballclubs) mitgefiebert. Aber es waren nicht wir, die den Krieg angefangen haben. Wir kamen nicht nach Kiew und haben damit begonnen, den Flughafen zu zerbomben. Und wir haben auch nicht unsere Panzer gegen die Zivilisten eingesetzt.»

Deshalb glaubt niemand in Donbass an Poroschenkos «Frieden». Doch während der Widerstand jederzeit mit der massiven Aufnahme der Kampfhandlungen rechnet, halten sich die Menschen im Ostens der Ukraine insbesondere an einem fest: An ihrem Glauben an eine höhere Macht, die ihnen hilft, die Hölle ihres Lebens durchzustehen. Sie glauben an Gott, der sie auch weiterhin vor Tod und großem Leid beschützen wird. So wie beispielsweise diese 86-jährige Frau (ab 01:30):

«Natürlich haben sie uns beschossen. Und dabei viele Häuser getroffen und zerstört. Aber ich renne nie in den Keller. Denn ich schaffe es einfach nicht. Ich bin blind, ich kann kaum laufen, ich bin allein und hoffe immer, dass der Gott mir dabei hilft. Und der Gott hat mir jetzt euch geschickt und ihr werdet mir helfen… Zum Glück hat mir der Gott den Verstand nicht genommen und ich sehe, wie schwer es die jungen Leute heute haben. Deshalb… Warum sollte ich denn egoistisch sein und herumschreien, dass es mir schlecht geht? Nein, mir geht es gut, Gott sei Dank… Ich habe mein Leben schon gelebt. Aber ihr habt das Leben noch vor euch.

Ich wünsche euch allen ein langes Leben und dass sich alles in unserem Land zum Guten wendet. Damit euer Leben, eure Kinder und eure Familie glücklich sind und solange leben werden, wie ich und noch viel länger.»

Genau vor einem Jahr starben an dieser Stelle viele unschuldige Zivilisten infolge eines massiven Artilleriebeschusses. So auch der Vater dieses kleinen Mädchens. In Gedenken an diese Menschen wurde heute hier ein Denkmal errichtet. Mit der Aufschrift «Den unschuldigen Opfern eines nicht ausgerufenen Krieges»

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Pic: John Connor

Und genau das ist der Punkt: Seit rund 1,5 Jahren herrscht im Osten der ehemaliger Ukraine nicht nur ein ungerechter Bürgerkrieg. Es ist ein Krieg, der bis dato nicht offiziell ausgerufen wurde. Und die Gründe dafür liegen uns allen klar auf der Hand. Denn im Falle eines «echten» Krieges hätte das Kiewer Regime nicht mal einen Hauch von Chance gehabt, seine blutverschmierten Hosentaschen mit dem Geld unserer Regierungsmächte und Weltbanken zu stopfen. Doch solange dieser Krieg gegen einen unsichtbaren Feind geführt wird, hat der Genozid, wie man sieht, seine Berechtigung. Mit der Zustimmung unserer ganzen heuchlerischen Welt.

 

Quellen:

 

(1) http://antifashist.com/item/ukrainskie-voennye-obstrelyali-spartak-gorlovku-i-doneck.html#ixzz3lJtI5FDO

(2) http://tvzvezda.ru/news/vstrane_i_mire/content/201509201147-4gmj.htm

(3) http://tvzvezda.ru/news/vstrane_i_mire/content/201509201329-2kde.htm

(4) http://tvzvezda.ru/news/vstrane_i_mire/content/201509182350-kbzs.htm

(5) http://u-f.ru/News/u342/2015/09/20/724701

(6) http://aloxov.net/armiya-i-voynyi/hronika-donbassa-v-shirokino-vsu-obstrelyali-drug-druga/#more-11348

(7) http://newstes.ru/2015/09/18/aleksandr-zaharchenko-obratilsya-k-zhitelyam-dnr-s-prizyvom.html
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Wir vergessen nichts.
Wir verzeihen es nie.