HEUTE VOR 365 TAGEN: 1.12.2013

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HEUTE VOR 365 TAGEN: 1.12.2013

 

«Friedliche Demonstranten» zeigen ihr wahres Gesicht

Heute vor 365 Tagen kam es zu großen und gewaltsamen Demonstrationen in der Kiewer Innenstadt. Die Proteste kehrten auf den Maidan zurück. Die Regierungsgegner besetzten wieder den symbolischen «Platz der Unabhängigkeit», errichteten Barrikaden und eine große Bühne, stürmten Gebäude und gingen auf eine erschreckend massive Art und Weise gegen die Polizei vor.

Dazu Tageschau:
«Der Maidan, der zentrale Kiewer Platz der Unabhängigkeit, ist am Nachmittag zum Bersten gefüllt. Auch auf dem angrenzenden Boulevard Kreschtschatik geht nichts mehr. Nach Schätzungen protestierten deutlich mehr als 100.000 Menschen in der ukrainischen Hauptstadt gegen Präsident Wiktor Janukowitsch und forderten dessen Rücktritt, trotz eines Demonstrationsverbots auf dem Maidan. Die Demonstranten schoben die Absperrgitter einfach zur Seite.»

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Ja ja, genau. «Sie schoben die Absperrung einfach zur Seite». Doch ganz so «einfach» war das alles nicht.

 

«Rechter Sektor» macht mobil

Am Vortag und am Vorabend der o.g. Demonstration wurde im Internet die Mobilisierung der «Rechten Sektors» verkündigt. Die Schläger wurden sorgfältig instruiert, wie sie sich bewaffnen sollen und wie die Polizei am besten angegriffen werden muss:

«Nehmt Farbdosen, egal welche…Sprüht keinen Gas auf sie, nur die Farben — auf Helme. Sie werden nichts mehr sehen, dann werden sie gezwungen, die abzunehmen… Holt Messer, macht alle Reifen kaputt, verhindert den Verkehr in den Straßen (alle sollen es verzeihen, so ist der Zeitpunkt) … Gaszylinder, vorzugsweise mehrere, die sind besser in geschlossenen Räumen zu verwenden. Vertreibt alle aus der U-Bahn auf die Straße.»

 

Alle (Vor)Zeichen stehen auf Sturm

Daraufhin fanden am 1. Dezember heftige Angriffe der Demonstranten statt. Bei einer gleichzeitig stattfindenden Demonstration an der Präsidentenresidenz in der Bankowa-Straße bricht erneut Gewalt aus.

Nach der Volksversammlung und dem Massenmarsch haben die Demonstranten es geschafft, das Gebäude der Stadtverwaltung Kiew und Kiewer Rathaus (KiewRada) zu stürmen. Um 14:40 Uhr hatten die Vertreter der «Swoboda»- und der «Vaterland»-Partei die Türen des Hauses der Gewerkschaften aufgebrochen. Daraus wurde dann das Hauptquartier von Euromaidan, das s.g. «Hauptquartier der Nationalopposition».

Das Gebäude des Ministerkabinetts wurde blockiert. Aktivisten der «Swoboda»-Partei hatten praktisch die Kontrolle über das Gebäude der Kiewer Stadtverwaltung übernommen. Das wird in den nächsten 3 Monaten auch der Sitz einer der radikalsten Gruppen von Demonstranten sein – der Jugend-Neonazi-Gruppe «C14» (oder «Sich»). Diese Gruppe hatte sich an «Swoboda» orientiert, unter der Leitung von Jewgeni Karas´.

Die Aktivisten der rechtsradikalen Gruppen, einschließlich der Mitglieder der „Swoboda“-Partei, hatten auch einen Akt des Vandalismus gegen das Lenin-Denkmal auf Schewtschenko Boulevard begonnen und einen Konflikt mit einer Spezialeinheit der Polizei provoziert.


Berkut, Brandbomben und Bulldozer

Als die Demonstranten stundenlang versucht hatten, zum Gebäude der Präsidentenadministration zu gelingen, wurden die Säulen der Spezialeinheiten von den Demonstranten stark angegriffen. Doch Berkut blieb den Umständen entsprechend ruhig und reagierte nicht auf die Aggressoren. Daraufhin wurde die Staatsmiliz mit Ketten und Schläger verprügelt und mit Brandbomben beworfen. Sogar ein Bulldozer wurde mit dem Ziel in Aktion gebracht, um die Polizei gewaltsam zu zerschlagen. 


Als die Sicherheitskräfte mit der Auflösung der Versammlung begonnen haben, wurden bei einer Kollision sowohl die Polizisten, als auch die Demonstranten und einige Journalisten verletzt.
Daraufhin hatten die Reporter versucht, zu den Oppositionsführern Kontakt aufzunehmen.

Am Abend des 1. Dezember hatte auch eine Kolonne von etwa 300 Autos versucht, an die Residenz des Präsidenten » Meschyhirja » zu kommen. Auf dem Weg ins Dorf Nowi Petriwzi wurde sie jedoch von 4 Bussen der Spezialeinheit «Berkut» blockiert.

Laut Innenministerium wurden an diesem Tage mehr als 100 Menschen verletzt. 



Klitschko sucht nach Frieden und Schuldigen

Am Nachmittag rief Petro Poroschenko und Klitschko die Demonstranten dazu auf, jegliche Provokationen zu unterlassen und Blutvergießen zu vermeiden.

«Hier befinden sich Provokateure, die sich nach einem Blutvergießen sehnen. Sie wollen, dass es Blut fließt. Ich verspreche euch, wir werden alles dafür tun, damit der Präsident geht… Aber lasst euch nicht provozieren…», so Klitschko vor dem Rathaus.

Doch die Menge war außer sich und man konnte nur noch Buuuh-Rufe und «Raus hier!» hören.

Gegen 16:00 Uhr versammelten sich in der Bankovaya-Straße viele Menschen vom Platz der Unabhängigkeit, um die Szene zu beobachten. 


Janukowitsch spricht sein letztes Machtwort

Der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch gab in seiner Ansprache an das ukrainische Volk, die auf seiner offiziellen Website veröffentlich wurde, folgendes Statement ab:

«Ich verurteile die Aktionen, die zur der gewaltsamen Konfrontation und den Leiden vieler Menschen geführt haben. Vor ein paar Tagen verkündigte ich vor ganzem Land meine Unterstützung der gewaltfreien zivilen Oppositionen. Diejenige, die dies nicht gehört, die Worte der Verfassung und des Präsidenten ignoriert und durch ihre Entscheidungen und Handlungen den Konflikt auf dem Maidan provoziert haben, werden bestraft.»

Gleichzeitig verlangte er, dass die Generalstaatsanwaltschaft der Ukraine ihm und der ukrainischen Gesellschaft eine sofortige und objektive Untersuchung vorweist, durch deren Ergebnisse die Täter angemessen bestraft werden können. 


Opposition macht Druck

Die Opposition rief zu einem landesweiten Generalstreik auf. Witali Klitschko forderte den Rücktritt der Regierung und von Präsident Janukowitsch:

«Die Machthaber müssen gehen. Sie können nichts und wollen den Menschen nicht zuhören. Sie missbrauchen die Regierung, um die Menschen zu schlagen.»

Am 1. Dezember entschuldigte sich der Innenminister Witalij Sachartschenko für den übermäßigen Einsatz von Gewalt. Am selben Tag reichte der Chef des Kiewer Polizei Walerij Korjak, der laut der offiziellen Version den Einsatz von Gewalt befohlen hatte, seinen Rücktritt ein, aber der wurde nicht akzeptiert. Witalij Sachartschenko setzte W. Korjak einstweilig ab, bis zum Abschluss der internen Untersuchung.

 

Provokateure haben einen Namen

Angriffe auf Polizisten, linke Studenten und Gewerkschafter, dazu zahlreiche nationalistische Symbole, Fahnen und Parolen sowie versuchte und erfolgte Erstürmungen öffentlicher Gebäude: Die Anwesenheit rechtsradikaler Gewalttäter auf dem Euromaidan von den ersten Tagen an ist hinreichend nachgewiesen. Auch bei einem Angriff u.a. mit einem Bulldozer auf Truppen des Innenministeriums vor der Präsidialverwaltung am 1. Dezember wurden rechtsradikale Rädelsführer wie Dmitro Kortschinskij (Gruppe «Bruderschaft») oder Oleg Odnoroschenko (Gruppe «Patriot der Ukraine») identifiziert.

 

Kleiner REMEMBERS Rückblick auf den 1.12.2013:

So wurde die Administration des Präsidenten gestürmt:

 

So wurde der Weg für den Bulldozer freigemacht:

 

Klitschko redet Klartext. Aber keiner hört zu:

 

Berkut wird verjagt vom Lenins Denkmal:

 

Quellen:

http://ukrainecry.com/evromaidan/de

http://www.heise.de/tp/artikel/42/42485

http://www.tagesschau.de/ausland/ukraine-janukowitsch104.html

 

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Wir vergessen nichts.
Wir verzeihen es nie.