HEUTE VOR 365 TAGEN: 30.11.2013

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Begonnen: Die Nacht der ersten Eskalation 

In der Nacht vom 30. November kam es zu den ersten Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und den Demonstranten. Da es den Kommunalbehörden nicht gelungen war, einen Weihnachtsbaum auf dem Platz zu installieren, wurde die Polizei gezwungen, die Demonstranten von ihren Stellungen mit Schildern zurückzudrängen. Daraufhin wurden die Berkut-Einheiten u.a. mit Steinen und brennenden Ästen beworfen. Danach sprang Berkut die Volksversammlung auf dem Maidan auseinander und vertrieb die auf dem Platz der Unabhängigkeit campierenden Demonstranten mit Gewalt. Dieses Ereignis wird in der Folge als Grund für die nun anschwellenden Proteste angegeben. Aber:

 

Bewiesen: «Rechter Sektor» provoziert Berkut zu Gewaltausschreitungen

Wie immer, wird es auch an diesem Tag allerorts nur von «friedlichen Demonstranten» gesprochen. Der Präsident Janukowitsch jedoch wurde vermehr davor gewarnt, mit Gewalt gegen die Demonstranten vorzugehen. Und wenn man sich einige Videos ansieht, wird man erkennen, dass die Sicherheitskräfte sich auch überwiegend daran gehalten hatten. Die Demonstranten dahingegen verhielten sich alles andere als friedlich.

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Es gibt Video-Aufnahmen sowie offizielle Belege, wie zum Beispiel von V. Kornilow (4.12.2013), die beweisen, dass die Polizei zu dem harten Verhalten gegen die am Platz anwesende Menschen durch gewalttätige Extremisten aus dem «Rechten Sektor» provoziert wurde. Die maskierten Provokateure haben anschließend den Platz organisiert verlassen, ohne sich bei einer Auseinandersetzung mit der Polizei zu beteiligen. Aber auch Dmytro Jarosch, der Anführer des «Rechten Sektors», bestätigte die Teilnahme seiner Leute an den Ereignissen in der Nacht vom 30. November auf dem Maidan.

Sogar der damalige Premier-Minister der Ukraine Mykola Azarow weist im ukrainischen Fernsehen auf die o.g. Provokateure öffentlich hin: «Auf dem Platz (der Unabhängigkeit) waren keine Studenten. Dort waren sehr gut ausgebildete Provokateure. Dennoch ist es keine Entschuldigung für die harte Reaktion der Polizei. In Kiew sind rund 2.000 professionelle Kämpfer aktiv, die in Form einer Kraft agieren, die speziell dafür eingesetzt wird, um sich gegen die Regierungsstrukturen zu stellen. Die Regierung demonstriert einen Nichteinsatz von Gewalt. Die Opposition dagegen wendet die Gewalt an.»

Bestimmend: Aus «friedlichen Demonstranten» wurden Opfer

Die Folgen der Nacht: Die Polizei nahm mehr als 30 Menschen fest und brachte sie zur Polizeidienststelle des Stadtbezirkes «Schewtschenkowskij“. Unter den Gefangenen waren meist Bewohner aus Kiew und der Region sowie Demonstranten aus den Regionen wie Lwow, Rovno, Winniza und Ternopol. Ein paar Stunden später, nach der Aufnahme der Verwaltungsprotokolle, wurden die Festgenommenen freigelassen.

Im Zuge der Militäraktion haben 79 Menschen Verletzungen bekommen, darunter 7 Polizisten. Davon wurden nach offiziellen Angaben 21 Menschen ins Krankenhaus gebracht, 10 weitere wurden hospitalisiert. Unter den Opfern sollen auch polnische Bürger gewesen sein.

Neu gebildet: Die Selbstverteidigungseinheiten von Maidan

Am Michaelplatz in Kiew haben die rechtsradikale Aktivisten, v.a. die mit dem «Rechten Sektor verbundenen, Schulungen in der Taktik der gewalttätigen Konfrontation mit den Strafverfolgungsbehörden für alle Interessenten organisiert. Einschließlich der Übung von Gruppenaktionen unter Verwendung der Behelfsmittel als Stichwaffe. Eine Bildung der so genannten Selbstverteidigungseinheiten von Maidan begann.

Um den Ablauf der Proteste zu koordinieren, wurde von den Oppositionsparteien «Batkiwschtschyna» («Vaterland»), «UDAR» («Schlag») und «Swoboda» («Freiheit») eine „Zentrale des Nationalen Widerstands“ eingerichtet.

 

Ab sofort: «Rechter Sektor» macht sich bemerkbar

Auf dem St.-Michaels-Platz demonstrierten 10.000 Personen. Darunter waren Rechtsradikale und Hooligans, die einen Banner für den «Rechten Sektor» aufgehängt, sich mit Knüppeln bewaffnet und Widerstand gegen Polizeiangriffe trainiert hatten. Geschätzte weitere 10.000 waren auf dem Weg aus Lemberg nach Kiew, um sich den Protesten in der Hauptstadt anzuschließen.

 

«Bewegend»: Die Stimmen aus den eigenen Reihen

Die Opposition qualifizierte die Auflösung von Euromaidan als eine «blutigen» Aktion, bei der die Polizei «Kinder» geschlagen haben soll.

Euromaidan selbst schildert in den Medien wie folgt die Lage:
«Ein spontanes Treffen auf dem St.-Michaels-Platz verwandelt sich in eine Kundgebung von 10.000 Personen. Dutzende von Aktivisten finden Zuflucht im St-Michaels-Kloster, 1 km vom Maidan Nesaleschnosti entfernt. Sie bauen Barrikaden und bitten um Hilfe. Ab dem frühen Morgen sind Hunderte und Tausende von Kyiwer Bürger zum St.-Michaels-Platz gekommen. Sie bringen Medizin, Lebensmittel, heißen Tee und warme Kleidung für die Demonstranten. Die Opposition kündigt ihre Planung an, am 1. Dezember einen Demonstrationsmarsch und Protestaktionen gegen die Polizeigewalt abzuhalten. Am selben Abend ruft eine Gruppe von aktiven Bürgerinnen und Bürger Autofahrer zu einer Kundgebung in Kyiw auf. Der Initiative folgen Hunderte von Fahrern, die in der Nacht in ganz Kiew in Kolonnen fahren, sie rufen die Menschen auf, am 1. Dezember zum Maidan zu kommen. Eine “AutoMaidan”-Gruppe wird auf Facebook erstellt. Diese beiden Bewegungen sind am gleichen Tag entstanden und werden eine Schlüsselrolle bei dem Sieg der ukrainischen Revolution über das Janukowitsch-Regime spielen.»

Kleiner REMEMBERS Rückblick auf den 30.11.2013:

 

Eskalation des Konflikts, 4 Uhr in der Nacht:

http://www.youtube.com/watch?v=RoPiRr-gtTg

 

So wird Berkut provoziert:

https://www.youtube.com/watch?v=ZVX7aREhzsA

https://www.youtube.com/watch?v=xu7nfvRoO6E

 

Azarow über die Provokationen am 30.11.2013:

http://www.youtube.com/watch?v=8fR3dV6S0MQ

 

Quellen:

http://www.heise.de/tp/artikel/42/42485/1.html                                                                                                                  

http://ukrainecry.com/evromaidan/de

http://de.wikipedia.org/wiki/Euromaidan

http://euromaidanpress.com/2014/06/08/chronologie-der-ukrainischen-revolution/

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Wir vergessen nichts.
Wir verzeihen es nie.