PERWOMAJSK HEUTE: WENN HOFFNUNG VON DER ANGST ERDRÜCKT WIRD

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Seit August 2014 steht Perwomajsk (Volksrepublik Lugansk) unter einem ununterbrochenen Beschuss seitens der Kiewer Truppen und faschistischer Freiwilligen-Bataillone. Kaum ein Quadratmeter der Stadt ist heute frei von Geschossen der Ukra-Armee und Spuren des Genozides im Osten der ehemaligen Ukraine. Auch wenn seit einigen Wochen der Waffenstillstand teilweise das einhält, was er auf dem Papier der Minsker Vereinbarungen verspricht, gleicht Perwomajsk einer Geisterstadt.

Die meisten Bewohner trauen diesem Frieden einfach nicht und haben bis dato Angst, ihre Keller und provisorischen Bunker zu verlassen. Die Straßen sind fast menschenleer. Nahezu jedes Gebäude ist zerstört. Mal fehlt das Dach, mal eine ganze Hauswand. Und dennoch sind heute diese Häuser noch größtenteils bewohnt. Denn die Menschen haben einfach keine andere Wahl.

Da, wo man einst Lebensmittel einkaufen konnte, gibt’s heute nichts mehr: Weder Lebensmittel, noch Supermarktbesucher. Denn von diesem Supermarkt ist eine einzige Ruine geblieben. Genau so wie von Perwomajsk selbst.

Und das Schmerzvolle und Traurigste daran: Hier in Perwomajsk ist keine einzige Position des antifaschistischen Widerstandes zu verzeichnen. Weder in der Stadt noch um die Stadt herum. Weder heute noch vor einem halben Jahr. Diese Tatsache zeugt erneut davon, dass Kiew im Laufe der ganzen Kriegsmonate die Donbasser Zivilisten gezielt zu seiner Zielscheibe gemacht hat.

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Eine Frau erzählt:

«… Schauen Sie sich zum Beispiel dieses Haus an. Da fehlen komplett die Fenster. Die zwei in der Nähe liegenden Garagen wurden durch einen Direktbeschuss zerstört… Der Kesselraum wurde (im Winter) auch getroffen. Aber die (Stadtverwaltung) haben alles dafür getan, dass wir wenigstens funktionierende Heizungen haben… Oder wenn bei uns die Strom- oder Gasleitungen getroffen wurden, kamen noch am gleichen Tag Leute und haben sie repariert… 5 Monate lang haben wir unser Essen am Feuer gekocht, bei uns im Hof…»

Die Menschen verstehen bis heute nicht, warum man ausgerechnet Donbass und ihre Heimatstädte beschießt:

«Wir wissen nicht, warum sie es tun. Wir haben ihnen nie etwas getan. Wir haben immer ruhig gelebt, wie haben gearbeitet. Früher hatten wenigstens etwas. Aber heute… Wovon sollen wir leben? Warum tun sie uns das an? Die (Regierung) teilen dort das Geld untereinander auf und wir… wir müssen leiden. Wofür?..»

Auch wir können es bis heute nicht verstehen, wie es im 21. Jahrhundert, mitten in Europa, passieren konnte, dass eine illegal hochgeputschte Regierung sein eigenes Volk ausrotten will. Und v.a. darf. Mit dem Segen und finanzieller Unterstützung unserer westlichen Welt.

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Wir vergessen nichts.
Wir verzeihen es nie.