PERWOMAJSK: VERNICHTET, VERHUNGERT, VERGESSEN

0
91

REMEMBERS EXKLUSIV: STÄDTE-SPECIAL PERWOMAJSK 

Weder Donezk, Lugansk, Debalcewo noch Ilowajsk haben so sehr unter dem Kiewer Regime gelitten wie die Stadt Perwomajsk, die bereits seit dem Sommer 2014 unter massivsten Artilleriebeschüssen der ukrainischen Armee steht.

Sehr viele Straßen der Stadt, die 50 Kilometer von West-Lugansk entfernt ist, sind kaum wiederzuerkennen. Weil es sie einfach nicht mehr gibt. Es gibt kaum ein Haus bzw. ein Gebäude, das nicht zerstört wurde.

Vor dem Krieg lebten in Perwomajsk rund 40.000 Menschen. Es gab 6 Bergwerke, 3 Fabriken, 17 Schulen, 2 Lyzeen, eine Fachschule, eine medizinische Hochschule, eine Ingenieursfakultät der Donbasser Universität, eine Filiale der Charkow Universität für Verwaltungswesen… Doch das alles und vieles mehr gehört heute leider zur Vergangenheit der Stadt. 

Ende Juli hat die ukrainische Armee versucht, Perwomajsk mit enormer Gewalt einzunehmen. Doch dank des Widerstandes gelang es ihr nicht. Daraufhin begann ein massiver Artilleriebeschuss der Stadt, u.a. aus den «Grad»-Raketen, der bis August andauerte. Der Großteil der Einwohner floh, Dennoch sind laut Augenzeugenberichten mehrere Tausende Zivilisten geblieben, da sie keinen einzigen Meter von ihrem Zuhause weichen wollten. Und/oder konnten.

PayPal

112 114

An den allerschlimmsten Kriegstagen hatten sie nicht ein mal eine Möglichkeit gehabt, ihre Keller und Bunker zu verlassen. Viele berichten sogar, dass sie diese grausame Zeit ohne die Hilfe der Widerstandskämpfer wohl kaum überlebt hätten. Der Widerstand versorgte sie, so gut wie es ging, mit Wasser, damit sie wenigstens nicht tödlich verdursten. Die Getöteten wurden einfach nacheinander im Hof des jeweiligen Hauses begraben.

Laut der Regierung der Volksrepublik Lugansk sind im Zeitraum zwischen Juli und August 2014 mindestens 700 Menschen ums Leben gekommen. Nach dem 5. September, der s.g. «Feuerpause» bzw. «Waffenruhe», kehren immer mehr Menschen zu sich nach Hause zurück. Aktuell sollen in Perwomajsk 10.000 bis 20.000 Zivilisten sein, die versuchen, aus dem, was ihnen noch zur Verfügung steht, eine Zukunft für sich und ihre Kinder aufzubauen. Also fast aus dem Nichts.

Jedoch im November kam es erneut zu intensiven Artilleriebeschüssen der Stadt, samt ihrer Einwohner, vorwiegend aus den Mehrfachraketenwerfern «Grad». Genau so wie es im Sommer bereits der Fall war.

114 115 116

Am 15. November traf zum Beispiel ein schweres Geschoss ein Entbindungsheim, der zuvor 4 Mal davon verschont geblieben ist, da die Minen «nur» neben dem Gebäude explodiert sind. Die Ärzte berichten, dass an diesem Tag ein kleines Mädchen, ein Frühchen, einfach Glück gehabt hat, da sie den Beschuss — wie ein Wunder — überlebt hat.

Die meisten Haushalte hier haben heute weder Strom, Gas, Licht noch Wasser. Unter solchen Bedingungen ist ein (Über)Leben in der Winterzeit kaum möglich.

Ein Krankenhaus wurde völlig zerstört. Ein anderes geht, soweit es ihm gelingt, täglich und ohne Pause seiner Mission, Leben zu retten, nach.

Alle Menschen arbeiten in Perwomajsk bereits seit Monaten ohne Gehalt. In der Hoffnung, dass bald alles wieder gut bzw. besser wird. Und auch wenn ein paar Lebensmittelläden offen haben, sind sie fast immer leer, da die Einwohner einfach keine Grinja (übrig) haben.

118 119 120

Während des ganzen Krieges erhielt Perwomajsk nur ein einziges Mal humanitäre Hilfe. Es war im Juli. 

Deshalb versucht die Stadtverwaltung, dass die Menschen wenigstens nicht an Hunger sterben. Bis dato wurden insgesamt 6 Speisestädte eröffnet, wo an die Bedürftigen umsonst warmes Essen verteilt wird. Weitere 4 derartiger Stationen sind in Planung. Auf den Straßen wird an ältere Menschen täglich Brot verteilt.

Übrigens: Alle bewaffneten Menschen, die Menschenrechtler hier jemals gesehen hatten, waren Einwohner von Perwomajsk.

Wir vergessen nichts.
Wir verzeihen es nie.

Sie wollen auch einen Beitrag leisten im Kampf gegen den Völkermord in Donbass? Gerne. Unterstützen Sie unsere Aufklärungsarbeit in Deutschland und helfen Sie uns, zu helfen. Für Donbass. Gegen Genozid. Aber auch für unsere gemeinsame Zukunft — ohne Lügen, Fremdenhass und Krieg. Dankeschön. Eure REMEMBERS.