UGLEGORSK: «SIE SCHOSSEN UNS EINFACH IN DEN RÜCKEN»

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Zahlen, die zum Weinen bringen: Donbass 2014-2015

Das neue 2015 hat dem Osten der ehemaligen Ukraine bis heute leider nicht Gutes mit sich gebracht. Ganz im Gegenteil. Mit Beginn des Jahres begann Kiew auch die Totalvernichtung von Donbass — sowohl der Region als auch der Menschen.

Laut aktuellen Angaben der Donezker und Lugansker Volksrepubliken sind in Donbass durch die gnadenlosen, ununterbrochenen Artilleriebeschüsse der Wohngebiete durch die ukrainische Armee und die faschistischen Bataillone allein im Januar 2015 mindestens 242 Zivilisten ums Leben gekommen. 273 weitere friedliche Bewohner wurden schwer verletzt. Über 434 Häuser wurden komplett zerbombt. Die Städte verlieren jegliche Erkennungszeichen. Wer fliehen kann, flieht. Wer bleiben muss, bleibt seinem Schicksal überlassen. Ohne ein eigenes Dach über dem Kopf. Ohne Geld, Wasser, Lebensmittel, Strom und Wärme.

http://de.sputniknews.com/militar/20150202/300920984.html

 

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Seit dem Beginn des Genozides in Donbass sollen insgesamt mehr als 5.400 Zivilisten und 1.200 Soldaten ums Leben gekommen. 12.000 weitere Einwohner von Donbass erlitten im Laufe des Bürgerkrieges schwere Verletzungen.

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Doch die deutschen Sicherheitskreise rechnen nach Informationen der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» sogar damit, dass bislang bis zu 50.000 (!)ukrainische Soldaten und Zivilisten in den Kämpfen im Osten des Landes ums Leben gekommen sein könnten. Das sind fast 10 Mal so viele, wie zuletzt offiziell angegeben. Die offiziellen Zahlen seien eindeutig zu niedrig und nicht glaubwürdig, hieß es aus den Sicherheitskreisen. So würden nach schweren Gefechten oft einstellige Opferzahlen gemeldet, obwohl es in Wirklichkeit Dutzende Tote gegeben haben müsse. http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/ukraine-sicherheitskreise-bis-zu-50-000-tote-13416132.html

 

Die Stadt, die es nicht mehr gibt: Uglegorsk  

Mehrere Tage lang war die Stadt Debalzewo einer der am härtesten umkämpften Orte zwischen den ukrainischen Streitkräften und dem antifaschistischen Widerstand. Wie schlimm und intensiv der Kampf war, mussten die Bewohner von Uglegorsk, einer Kleinstadt, die einerseits an Gorlowka, andererseits an Debalcewo grenzt und bis vor 1 Woche von Kiewer Truppen kontrolliert wurde, am eigenen Leibe erfahren.

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Die Stadt Uglegorsk stand wochenlang unter Dauerbeschuss durch schwere Artillerie der ukrainischen Streitkräfte. Die Einwohner waren in der Stadt gefangen und wurden durch permanenten Grad-Beschuss sowie durch die Einheiten der ukrainischen Nationalgarde daran gehindert, den Ort zu verlassen. Die Ukras schossen aus allem, was ihnen in die Hände kam und nahmen den gezielten Beschuss der unschuldigen Zivilisten dabei wie immer gerne in Kauf.

Heute ist die kleine Stadt Uglegorsk, die vor dem Krieg 8.000 Einwohner hatte, nicht mehr widerzuerkennen. Sie ist jetzt einfach tot und fast menschenleer.

 

Zu viele unschuldige Menschen mussten erneut «im Namen der einheitlichen Ukraine» sterben. Darunter auch Kinder. Wie zum Beispiel ein kleiner Junge, der erst 2012 auf die Welt kam und am 2. Februar 2015, gemeinsam mit 2 weiteren Zivilisten, durch den Ukra-Beschuss seiner Heimatstadt getötet wurde.

Viele Zivilisten wurden dabei schwer verletzt. Der Schock sitzt tief. Die Hoffnung auf Frieden bei den Überlebenden sinkt sekündlich weiter. Die Stromversorgung und jede Infrastruktur wurden komplett zerstört.

Die meisten Bewohner hatten tagelang versucht, aus der Stadt in Richtung des Widerstandes zu fliehen. Doch durch die massiven Artilleriebeschüsse wurden sie immer wieder daran gehindert. Sodass die Bewohner von Uglegorsk, von denen die meisten Kinder und kranke ältere Menschen waren, 6 Tage lang, ohne Strom und jegliche Existenzgrundlagen, in ihren eisigkalten Kellern oder Sammelbunkern ums Überleben zittern mussten. Die Ukrainer ließen die Menschen weder aus ihren Kellern noch aus der Stadt heraus. Sie haben sie einfach zu ihren Gefangenen gemacht.

 

Die Flucht aus der Hölle

Für die, die das Massaker überlebt haben, hat der Widerstand einen humanitären Korridor organisiert und dabei mehrere Stunden Waffenstillstand gehalten. Viele der Überlebenden hatten jedoch Angst, sich von den Widerstandskämpfern evakuieren lassen, da die ukrainische Armee den Zivilisten, die aus dieser Hölle fliehen wollten, oft einfach in den Rücken geschossen hatte.

Die Evakuierung von insgesamt rund 3.000 Menschen begann am frühen Morgen des 2. Februars. Und zwar weiterhin unter ständigem Artilleriebeschuss seitens der ukrainischen Armee. Die Autos und Busse waren überfüllt. Die Menschen nahmen beim Verlassen ihrer Häuser und der Heimatstadt fast nichts mit.

«Retten Sie die Kinder. Mich können Sie auch hier lassen», sagt eine bereits von 2 Kriegen gezeichnete alte Oma.

«Wir wollten hier niemals weggehen. Heute sind wir wie Gefangenen. Die haben uns von allen Seiten umzingelt», meinen 2 andere Frauen.

«Die Nazis kamen aus dem Internat raus und haben das ganze Feuer hinter sich gelassen. Die haben die ganze Stadt mit «Grad» bedeckt. Sie haben alles zerstört», sagt ein Mann, mit Tränen in den Augen.

«Sie haben meinen Bruder getötet. Meinen Bruder getötet. Wir haben mit den Kindern in den Kellern gesessen, tagelang», weint eine junge Frau und drückt dabei ihr kleines Mädchen ganz fest an sich.

«Ich haben mich mit meiner Mama im Keller versteckt», stottert ein kleiner Junge in die Kamera.

«Unsere Stadt gibt es nicht mehr. Sie haben sie gestern mit «Grad» zerstört.»

«Wir lagen 3 Tage lang nur am Boden. Und dann rannten wir von einem Keller in den andere. Da draußen hing auch eine ukrainische Flagge. Sie haben in unsere Keller geschossen. Ich weiß nicht…»

«Lenochka! Wir sind noch am Leben! Richten Sie das bitte auch an die Krim aus», sagt eine Oma in die Kamera, damit ihre Verwandten wissen, dass sie noch am Leben ist.


«Poroschenko! Stirb!!!! Sei verdammt! Und deine Kinder auch», schreit eine verzweifelte Frau aus ihrer Seele heraus.

Da die Ukras sich geweigert hatten, die Zivilisten über ihre Frontlinie rüberzubringen, wurden die Flüchtlinge vorerst in einem provisorischen Flüchtlingslager in Makeewka untergebracht.

Nach der Eroberung von Uglegorsk hatte der Widerstand nach Söldner-Gruppen, die sich immer noch in der Stadt verschanzt haben gesucht:

 

Das Leben danach

Und heute können die Einwohner ihre Freude über die endliche Ankunft des Widerstandes in ihrer Stadt kaum fassen. U.a. weil sie jetzt nicht nur mehr geschützt werden, sondern nach Monaten Hungersnot auch humanitäre Hilfe bekommen — vom Widerstand persönlich.

«Jetzt, wo die Widerstandskämpfer hier sind, wird alles besser und garantiert ruhiger. Vorher war hier einfach die Hölle», meint eine Frau, die das Massaker überlebt hatte.

Eine andere Frau sagt, dass Kiews Versuch, die Ukraine mit Gewalt zusammenkleben zu wollen, hiermit endgültig gescheitert ist:

«Sie haben die Ukraine in Fetzen zerrissen und nur Hass geboren. Wir haben doch alle ganz friedlich miteinander gelebt. Jeder für sich. Keiner hat den anderen gestört. Und jetzt? Donbass wird auferstehen. Poroschenko! Du bist Präsident geworden und du hattest alle Chancen gehabt, das Blutvergießen zu stoppen. Aber du bist zum blutigen Mörder geworden. Die ganze Welt wird dich hassen und verdammen. Auch deine Kinder. Was habt ihr nur mit dem Volk gemacht, ihr Hurensöhne!»

 

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Wir vergessen nichts.
Wir verzeihen es nie.