UKRAINE: 3 MORDE AN OPPOSITIONELLEN IN 3 TAGEN

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In den letzten 72 Stunden starben in der Ukraine wieder mindestens 3 Menschen, die sich dem faschistischen Totalitär-Regime ihrer «demokratisch gewählten» Regierung in Kiew nicht unterordnen wollten. Und zwar nicht im Kriegsgebiet Donbass, sondern mitten auf den Straßen der «friedlichen» ukrainischen Hauptstadt Kiew.

Ja. Sie starben. Weil sie sterben mussten. Genau so wie weitere dutzend Politiker und Oppositionelle, die für das «Heil der Ukraine» in den letzten Monaten ums Leben gekommen sind.

Sergej Suhobok: Mysteriös ermordet

So wurde in der Nacht auf den 13. April in Kiew der aus Donezk stammende Journalist und Publizist Sergej Suhobok ermordet. Besonders in der letzten Zeit hatte Sergej die Kiewer Regierung stark kritisiert und bekam wahrscheinlich jetzt dafür seine Rechnung: Den Tod. Zum Tatbestand gibt es jedoch im Moment keinerlei Informationen in den Medien.1

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Oleg Kalaschnikow: «Offener Genozid der Andersdenker ist heute zur Normalität in der von Faschisten okkupierten Ukraine geworden»

Gestern, am 15. April, wurde der Ex-Abgeordnete der RADA, Mitglied der ehemaligen Janukowitsch «Partei der Regionen» Oleg Kalaschnikow vor seiner Haustür erschossen.

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Kurz vor seinem Tod war Oleg u.a. dabei, für die Veteranen des großen Vaterländischen Krieges eine ehrenvolle Feier zu organisieren, die am 9. Mai in Kiew stattfinden sollte. Also genau am 70. Jahrestag des Sieges  Russlands bzw. der Sowjetunion über den deutschen Faschismus.

In seiner öffentlichen Rede widmete sich Oleg Kalaschnikow mit folgender Botschaft an das Volk:

«… Offener Genozid der Andersdenker, Morddrohungen und ständige Beleidigungen wegen dem öffentlichen Aufruf, den 70. Jahrestag des Sieges zu feiern sind heute zur Normalität in der von Faschisten okkupierten Ukraine geworden»2

Oleg Kalaschnikow war die Lage der Andersdenker in der heutigen Ukraine bewusst. Er wusste, dass es auch ihn treffen könnte. «Wann» es jedoch geschehen soll, konnte er nur erahnen.

Oles Buzina: «Ich wollte kein Zensor werden, sondern Journalist bleiben»

Und gleich heute, am 16. April, war der nächste Andersdenker dran: Oles Buzina — ein renommierter ukrainischer Schriftsteller, Historiker und Journalist. Kaltblütig ermordet. Einfach erschossen. Direkt vor seiner Haustür.3

 

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Oles gehörte zu den Wenigen in seinem Land, die den Ernst der Lage in der Ukraine bereits vor Jahren begriffen und den Mut hatten, der Wahrheit stets ins Gesicht zu blicken und diese in der Öffentlichkeit auch zu äußern.

Laut Oles engem Freund und dem ukrainischen Publizisten Alexandr Tschalenko hatte der ermordete Journalist vor, nach Moskau auszuwandern, in Russland an Dreharbeiten für einen historischen Streifen bzw. an einer TV-Serie mitzuwirken sowie Kriminalerzählungen zu veröffentlichen.

… Bis dass der Tod ihn schied. Von seinem Leben, welches nicht nur seiner Familie und seinen Liebsten so wertvoll war, sondern auch vielen klardenkenden, nicht zombierten Ukrainern und Millionen von Menschen in der Russischen Föderation. Aber auch uns, REMEMBERS. Denn neben seiner Kritik an Maidan  und der neuen Regierung setzte er sich GEGEN den Krieg im Osten seines Landes ein. Und somit FÜR die Menschen in Donbass.

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Am 11. März 2015 gab Oles sein letztes öffentliches Interview, in dem er über die politische Zensur sowohl im Alltag als auch in seinem Job sprach. Kurz vorher verließ er seinen Posten als Chef-Redakteur einer ukrainischen Zeitung namens «Heute». Und dafür hatte er seine guten Gründe. Dem Reporter von «Vesti» (Russland) erklärte er seine Entscheidung wie folgt:

«Es war die Zensur. Ich wollte kein Zensor werden, sondern Journalist bleiben. Es gab eine geheime Verordnung, in der stand, was die Zeitung machen darf und was nicht. Eine dieser Verordnungen war ein Verbot persönlicher Kritik am Premier-Minister Jazenjuk und dem ehemaligen Präsidenten Kutschma, zum Beispiel. Es gab aber auch noch ein paar andere Anweisungen. Und unter solchen Umständen konnte man einfach nicht arbeiten. So konnte man den politischen Teil der Zeitung nicht machen. Man konnte nur rumsitzen, Geld bekommen und Blödsinn machen. Ich habe mich entschieden, zu gehen…

Zudem haben wir von oben Themen bekommen, die man unbedingt veröffentlichen musste. Es waren die so genannten Image-Themen, also Themen über nichts… PR ist die eine Sache, aber Journalismus ist etwas ganz Anderes…

Und dann hat man mir zum Beispiel gesagt: «Sie dürfen nicht mehr im russischen TV auftreten. Ich habe gefragt «Warum? Habe ich etwa irgendwelche separatistische Gedanken geäußert? Oder unterstütze ich in irgendeiner Weise den Krieg?» Sie sagten «Nein, Sie dürfen einfach nicht mehr auftreten» und Schluss. Das ist nur ein Verbot. Davon gab es aber viele.»

Auch wir ließen Oles Buzina bei uns schon mal zu Wort kommen. In unserem REMEMBERS Beitrag «Meine Waffe ist die Wahrheit». Denn alles, was er je gedacht, gesagt oder geschrieben hatte, entsprach aus unserer Sicht schon immer genau dem 1:1-Abbild der heutigen, unbegreiflichen Ukraine-Realität:

«…Ich schreibe die Wahrheit. Und Wahrheit zu erzählen ist einfacher und angenehmer. Ich bin ein einfacher Schriftsteller. Kein Terrorist. Kein Widerstandskämpfer. Ich habe keine anderen Waffen außer die Wahrheit. Das ist ein Bürgerkrieg. Und zwar ein ungerechter. Ihr werdet diesen Krieg niemals gewinnen. Nicht mal mit Hilfe von Satan.”

Deshalb ist der Schmerz auch so unerträglich, neben den Donbass Bewohnern auch solche Menschen wie Oles Buzina, Oleg Kalaschnikow oder Sergej Suhobok zu verlieren. Und insbesondere für die Ukraine selbst, für die nur dank solchen WAHREN Helden ihres Land einen guten Morgen geben kann. Eine Zukunft — frei vom faschistischen, totalitären Denken, Handeln und Leben.

Ukraine: «Der Mord an Buzina wurde vom russischen Geheimdienst ausgeführt»

Und die Mörder von Oles sind schon gefasst. Jedenfalls in den «meinungsfreien» Medien der neuen Ukraine.

Denn der Abgeordnete der Partei «Volksfront» Anton Geraschenko hat dem ukrainischen TV-Sender «112» bereits mitgeteilt, dass Oles Buzina natürlich durch Putins langen Arm ermordet wurde:

«Ich kann nicht ausschließen, dass der Mord vom russischen Geheimdienst ausgeführt wurde, um in Kiew eine Terror-Atmosphäre zu schaffen und in den russischen Massenmedien eine Hysterie ausbrechen zu lassen…»4

Die 2 mutmaßlichen Täter sollen vermummt gewesen und nach dem Mord in einem Auto geflohen sein. Und das Beste: Das dunkelblaue Fluchtauto «Fort Focus» hatte natürlich keine ukrainischen Nummernschilder, sondern weißrussische… Oder litauische?.. Oder?.. ach, egal. Welche auch immer. Auf jeden Fall waren Putins Freunde und Buzinas Mörder keineswegs Ukrainer. Na klaaaar, Ukra-TV und RADA. Euch glauben wir natürlich aufs Wort. Also wie immer…

OSZE: «Dieser grausame Akt muss unverzüglich und vollständig aufgeklärt werden“

Die OSZE-Beauftragte für Medienfreiheit Dunja Mijatovic hat jedoch von der Ukraine eine unverzügliche und sorgfältige Untersuchung des Mordes an Oles Busina gefordert

„Dieser grausame Akt ist eine weitere Mahnung gegen die Gefahren, mit denen der Journalistenberuf verbunden ist. Dieser Mord muss von den zuständigen Behörden unverzüglich und vollständig aufgeklärt werden“5

R.I.P. Sergey.

R.I.P. Oleg.

R.I.P. Oles.

R.I.P. Demokratie.

Quellen:

1 http://www.pravda.ru/news/world/formerussr/ukraine/16-04-2015/1256602-kyev-0/

2 http://www.novorosinform.org/news/id/26964

3 http://publikatsii.ru/v-mire/2976-v-kieve-ubit-zhurnalist-i-pisatel-oles-buzina.html

4 http://sharij.net/18899

5 http://de.sputniknews.com/panorama/20150416/301948763.html#ixzz3XUTKGC42

 

 

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Wir vergessen nichts.
Wir verzeihen es nie.