WIE HABT IHR DAS GESCHAFFT?

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REMEMBERS Gastbeitrag von Irina Laschkevich — einer renommierten Journalistin und Publizistin aus Odessa zur Lage in der Ukraine.

Ich bin eine waschechte Ukrainerin. Ohne irgendeiner Mischung in meinem Blut. In meiner Familie waren über Generationen nur Ukrainer. Solche Menschen wie mich bezeichnet diese Farion (Nationalistin, Funktionärin der Swoboda-Partei) als „Titularnation“.

Ich hatte zwei Großmütter. In der Wohnung einer Großmutter lag immer ein Gedichtsband von Taras Schewtschenko (bedeutender ukrainischer Nationaldichter) immer in Greifnähe. Meine Großmutter lernte mit mir immer seine Gedichte auswendig und, man muss sagen, sogar mit Erfolg. In der ersten Klasse konnte ich die Hälfte der Gedichte aus diesem Buch auswendig. Schullehrer stellten mich im Klassenzimmer zum Spaß auf den Tisch und ich las „Katerina“. Ich las es mit einer Tragik in der Stimme, mit Gefühl. Wahrscheinlich war es lustig, weil die Lehrer vor Lachen weinten.

Die zweite Oma war gebildet, ruhig. Sie hat die ganze Zeit gestickt, Teppiche gewebt — auf einem Webstuhl, der mindestens hundert Jahre alt war. Zur Hochzeit hat sie mir ein «Ruschnik» (handbesticktes ukrainisches Handtuch) und «Vyschivanka» (handbesticktes Hemd/ukrainische Nationalkleidung) geschenkt. Meine Eltern spielten in einem ukrainischen Amateurtheater. Bei allen Proben und Aufführungen war ich hinter den Kulissen dabei.

Meine Familie hatte alle ukrainischen Traditionen gepflegt, an allen Feiertagen ukrainische Lieder gesungen. Und bei uns zu Hause sprach man auch nur Ukrainisch. Ich absolvierte eine ukrainische Schule. Während des Studiums besuchte ich St. Petersburg. Als Erstes ging ich in die Akademie der Bildenden Künste, wo ich die Kursarbeiten von Schewtschenko angeschaut sowie das Zimmer, in dem er in dieser Akademie lebte, besichtigt habe. Über Schewtschenko weiß ich alles, zumindest nicht weniger, als seine gegenwärtigen Biographen. Das ganze Material dazu habe ich Stück für Stück gesammelt.

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Ich liebe die ukrainische Literatur nicht weniger als die russische. So hat man uns gelehrt. Es war eine Schande, sie nicht zu lesen. Es war eine Schande, nicht beide Sprachen zu können. Ich habe eine kleine Hausbibliothek, mit ca. 300 Büchern. Und zwar nur die, die ich gelesen habe. Die eine Hälfte von denen ist in der russischen, die andere — in der ukrainischen Sprache.

 

Warum ich das alles so detailliert erzähle?

Ich möchte die Nazis, die nach dem amerikosowschen Maidan an die Macht gekommen sind, fragen: 

Wie habt ihr das geschafft, in so einer kurzen Zeit, nach allen Bewegungen, die auf Stärkung der nationalen Idee, des nationalen Geistes, des Patriotismus ausgerichtet waren, bei mir solch eine Allergie gegen die ukrainische Flagge, Hymne und «Vyschivanka» hervorzurufen?

Wie habt ihr das geschafft, bei mir, einer Ukrainerin bis auf das Knochenmark, Hass auf alles Ukrainische zu erwecken? Genauer gesagt, nicht einmal Hass, sondern ein besch*** Schamgefühl für dieses Land?

Wie habt ihr das geschafft, alles Lebendige, Nationale, was dieses Land besaß, zu zerstören?

Wie habt ihr das geschafft, innerhalb ein paar Monate meine Ukraine in einen Stall mit verblödeten, rechtslosen, verarmten und wütenden Menschen zu verwanden?

Wer gab euch das Recht, über das Schicksal des Landes auf Maidan zu entscheiden anstatt bei den Wahlen?

Wer seid ihr, ihr Hundesöhne? Masken runter!

Ein echter Ukrainer wird seiner Heimat niemals schaden.

Ein echter Ukrainer wird sich nicht über den Tod von tausenden Zivilisten freuen. Meine Damen und Herren. Ihr seid Tiere! Ihr werdet von eurem eigenen Land verdammt!

Wir vergessen nichts.
Wir verzeihen es nie.

 

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