«WIR SIND UKRAINER!! WARUM MÜSSEN WIR SO LEIDEN???»

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Vor ihren Füßen liegt ihr ganzes Leben — zerstört bis ins Detail. Mühsam und mit letzter Hoffnung im Herzen versuchen die Bewohner von Donezk, die Scherben ihres Kriegsalltages wieder aufzusammeln. Zum wievielten Male sie beschossen wurden, können sie heute nicht beantworten. Denn sie haben schon längst aufgegeben, die ankommenden Geschosse vor ihrer Haustür zu zählen.

Gorlowka: Die grausamen Folgen des nächtlichen Beschusses

Rentnerin (ab 00:52 min):

«Es war so gegen 12 vielleicht… Zu diesem Zeitpunkt habe ich einen Kompott gekocht. Plötzlich fing es wieder an… Wir rannten alle wieder in den Keller. Dort haben wir gut hören können, wie Fensterscheiben zersprangen… Es flog ein Geschoss nach dem anderen… Ein Geschoss traf das Dach eines Hauses… Meine ganze Wohnung wurde durch die Wucht der Explosion auf den Kopf gestellt…»

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Am Abend des 15. Juli haben die Truppen der ukrainischen Armee und der faschistischen Freiwilligen-Bataillone erneut die kleine Ortschaft Gorlowka in ihre militärische Gewalt gebracht. Dabei wurde eine Frau schwer verletzt und anschließend hospitalisiert. Zudem musste die kleine Ortschaft wieder massive Zerstörungen durchleben: Ein 5 stöckiges Haus wurde vollkommen zerbombt, ein Einfamilienhaus sowie die in der Nähe liegenden Garagen wurden bis zur Unkenntlichkeit verbrannt.

Aber auch am nächsten Tag mussten die Bewohner von Gorlowka weiterhin um ihr Leben bangen. Genau so, wie sie dies bereits seit über einem Jahr tun. Denn dieser für beide Seiten des Konfliktes strategisch wichtiger Ort kennt bis dato einfach keine Waffenruhe.

In einer der massiv zerstörten Wohnungen war an diesem Tag keiner zu Hause. Denn der Hausherr wurde bereits vor 40 Tagen infolge der Ukra-Beschüsse getötet. Somit blieb die Wohnung vorerst leer. Nun ist sie von der Decke bis zum Fußboden komplett zerstört.

Laut dem antifaschistischen Widerstand der Volksrepublik Donezk haben die Ukra-Truppen in den vergangenen Tagen erneut alle Waffen zum Einsatz gebracht, die ihnen zur Verfügung standen: Von schwerer Artillerie bis hin zu den Panzern. Zudem berichten Augenzeugen, dass auch radioaktive Waffen wieder ihre Verwendung fanden.

https://www.youtube.com/watch?v=WQGFCECq6xs

Neben Gorlowka steht heute auch der Norden von Donezk, inklusive der Ortschaften Spartak, Opytnyj, Yasinowaja und Staromihajlowka, unter schwerem Artilleriebeschuss.

Donezk aktuell: Erschüttert von der «Waffenruhe»

Jede Nacht zittern die Menschen aus Angst unter der Erde — in ihren provisorischen Bunkern, die seit über 1 Jahr ihr neues Zuhause sind. Und tagsüber versuchen sie, auf dem Boden ihrer so leidvollen Realität die Folgen des faschistischen Kiewer Militärregimes zu beseitigen. Aus ihrer letzten Kraft heraus und mit all den wenigen Mitteln, die ihnen zur Verfügung stehen:

Rentnerin (ab 00:09 min):

«In diesen Häusern sind alle Fensterscheiben zersprungen: Hier, auf der anderen Seite, im Keller… Hier wurde alles zerstört. Das ist unsere Ukraine!!! …Es geschah gestern Abend, halb 8. Dort wurde ein Wachmann verletzt, er war voller Blut… Dort wurde auch der Hof getroffen. Der ganze Asphalt hat sich gelöst.»

Rentner (ab 01:13 min):

«Hier lebt mein Bruder. Er kann kaum laufen. Und ich sammele das nötige Material dafür von den Mülltonnen, um die Fenster bei ihm wieder zu reparieren, weil sie alle kaputtgegangen sind.»

Warum es zum Genozid im Osten der ehemaligen Ukraine gekommen ist und insbesondere warum man immer noch nicht geschafft hat, dieses Massaker zu stoppen, können die Donbass Bewohner bis heute einfach nicht verstehen.Deshalb möchten die Menschen immer wieder ein paar «liebe» Worte an ihren nichtgewählten Präsidenten richten:

Rentnerin (ab 02:16 min):

«Petr Poroschenko! Sind sie eigentlich der Präsident oder wer sind Sie? Kommen Sie doch mal hierher, schauen Sie sich an, was Sie in Donbass angerichtet haben. Warum töten Sie Kinder und die Bewohner von Donbass? Warum??? Sind Sie denn etwa blind? Sind Sie der Präsident oder was? Was tun Sie? Warum stopft ihr euch die Hosentaschen mit Dollars voll, bringt dabei aber die Menschen um? Wir sind Ihre Bürger! Wir sind Ukrainer! Vielleicht weil Sie nicht wissen, wie man sich noch mehr die Hosentaschen vollstopfen kann?? Wie konnten Sie 8 Milliarden Dollars in einem Jahr verdienen? Und wie sind arm! Warum müssen wir in unseren Kellern leben? Sind Sie der Präsident? Und warum haben Sie eine amerikanische Sekte daraus gemacht? Die Menschen müssen sterben. Aber wofür????…

Ich sehe Poroschenko nicht als unseren Präsidenten an. Das tun niemand in Donbass! Das sind Nazis! Die Nazis haben die Macht an sich gerissen. Und er imponiert denen. Denn er hat keine andere Wahl. Sonst sind seine Hosentaschen leer, verstehen Sie? Und wir müssen leiden! Alle meine Kinder sind weg. Sie sind alle Ukrainer. Meine Enkelin sagt zu mir «Oma, du bist ein Separatist». Und ich frage sie «Warum? Warum bin ich ein Separatist? Und warum seid ihr alle weggefahren?» Sie sagt «Wir wollen Ukrainer sein». Ich sage «Ich bin auch Ukrainerin!» Die eine (Enkelin) wohnt in Kiew, die andere in Dnepropetrowsk. Sie haben hier bei uns alle Banken geschlossen. Wir haben keine Möglichkeit, Geld abzuheben. Ich habe mein Leben lang gearbeitet, Geld gespart. Ich habe in all den Jahren ein paar Cent zusammenbekommen…»

CNN: Ukrainische Armee beschießt ziellos die Positionen des Widerstandes

Wie ein CNN-Reporter in der aktuellen Reportage berichtet hat, führen die Kiewer Truppen in Donbass seit Monaten nicht nur gnadenlose Beschüsse durch. Sie zielen wahllos auf die Positionen des Widerstandes und wechseln anschließend ihre eigenen Stellungen, um nicht unter Feuer zu kommen. So soll es laut dem amerikanischen Fernsehsender bereits seit dem Beginn der Minsker Vereinbarungen ablaufen.

Lugansk: Kiewer Truppen verlassen die Front zum Schutz der RADA in der Hauptstadt

Am 14. Juli 2015 wurde in der Volksrepublik Lugansk offiziell gemeldet, dass die Truppen der ukrainischen Armee begonnen haben, die Kriegsregion Donbass und somit ihre militärischen Stellungen sehr rasch und massenweise zu verlassen. Ihr nächstes Ziel soll die Hauptstadt Kiew sein, um die ukrainische Regierung vor einem möglichen Ausbruch eines nächsten Maidan 3.0 zu schützen, unter der Führung des «Rechten Sektors». Zudem soll der Widerstand erneut eine Verschiebung ukrainischer Stellungen konstatiert haben. Und zwar weg von der Frontlinie — hin in die Kampfzone. Auf diese Art und Weise versuche die reguläre ukrainische Armee, aus Donbass herauszukommen:

Wir wissen nicht, ob die o.g. Meldungen aus der Volksrepublik Lugansk oder vom CCN ein Hoffnungsschimmer für Donbass und/oder der Anfang vom Ende der ganzen Ukraine ist. Wir werden sehen. Was wir jedoch schon heute wissen ist, dass es — bis es soweit ist — durch den Osten der ehemaligen Ukraine noch sehr viel Blut fließen wird. Tag für Tag. Nacht für Nacht. Frisches Blut. Das Blut von Kindern, Frauen, alten und kranken Menschen aus Donbass. Das Blut, in dem das heutige Kiewer Regime hoffentlich in naher Zukunft vollzählig ertrinken wird.

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Wir vergessen nichts.
Wir verzeihen es nie.

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