AUWEIA! UND DER RUBEL ROLLT

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Schluss mit Russland? Von wegen

Von Mitleid a lá «Aaaarmes Russland» (unsere Freunde) bis zur Gehässigkeit wie «Russland ist für die Märkte bald nur noch Schrott» («DIE WELT»): Im Moment gibt es sowohl auf der Straße als auch in den Medien nur noch ein Gesprächsthema: Der Rubelfall.

Doch wer ist schuld daran? Putin, Ölpreis oder Sanktionen? Folker Hellmeyer — der Chefanalyst der Bremer Landesbank — gab aus unserer Sicht darauf eine sehr treffliche Antwort:

«Für mich greift das ganz zu kurz, das hat nichts mit einer fundamentalen Betrachtung zu tun. Fundamental sieht das Bild für Russland sehr viel besser aus, als es hier über die Devisenmärkte in der Bewertung des Rubels gespielt wird. Fakten belegen ad eins: Der Ölpreisverfall betrifft andere Länder sehr viel mehr. Die operativen Produktionskosten für Öl liegen bei Russland bei 45 US Dollar pro Barrel in den USA bei 50 für das sogenannte «Shale Gas», für Schiefergas, liegt es bei 75. Auch wenn wir uns andere Länder anschauen, Mexiko liegt bei 70 Dollar, Brasilien bei 75 US-Dollar, China bei über 60 US-Dollar, dann sehen wir ganz deutlich, dass der Ölpreis nicht der Grund sein kann, dass wir hier eine derartige Schieflage an den Märkten haben. Das ist der eine Punkt, wenn wir über Öl reden. Der andere Punkt ist, wenn wir über Fundamentdaten reden, vergleichen wir einfach mal die Situation. Die USA haben seit der Krise keine Strukturreformen gemacht. Die Eurozone sehr wohl. Die USA haben eine Staatsverschuldung von knapp 110 Prozent der Wirtschaftsleistung, Russland hat 13 Prozent. Die USA haben dieses Jahr ein Wirtschaftsdefizit von -5,5 Prozent der Wirtschaftsleistung, in Russland wir es einen Überschuss geben der Größenordnung von circa ein Prozent der Wirtschaftsleistung. Amerika hat ein Handelsbilanzdefizit von 43 Milliarden US-Dollar, die letzten Daten die mir hier aus Russland vorliegen sind bei 12 Milliarden Dollar Überschuss. Arbeitslosenrate: Russland zuletzt 5,1 Prozent, USA 5,8 Prozent. Also wenn wir Fundamentaldaten anschauen, vielleicht auch noch die Devisenreserven, die in Russland dramatisch höher sind, als in den USA oder der Eurozone, dann ist diese Bewertung, und die Form und das Tempo der Bewertung die wir derzeit sehen, nahezu absurd.» 1

 

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Der Rubel ist tot. Es lebe der Rubel

Im Vergleich zum russischen Braunbär und anderen westlichen Ländern, begibt sich niiiiie in den Winter- oder Schönheitsschlaf. Die russische Regierung und die Zentralbank Russlands haben Anfang dieser Woche Beratungen zur Ausarbeitung gemeinsamer Maßnahmen zur Stabilisierung der Situation auf dem Devisenmarkt sowie im Finanzbereich im Ganzen bereits geführt und eine ganze Reihe von Sofort-Maßnahmen ergriffen. Sodass der Rubel innerhalb weniger Tage wieder an Kraft und Potential gewonnen hat. Davon zeugen aktuelle Börsenberichte: Der Eurokurs ist auf 71,1 Rubel und der Kurs des Dollars auf 61 Rubel gesunken.2

Und: Weil Russland schon gestern in die Zukunft blicken konnte, hat sich das Land schon im Vorfeld einen Notfallplan für derartige Krisensituationen erarbeiten. Und der sieht, was viele leider im Moment nicht wissen oder wissen wollen, wie folgt aus:

Ab dem 1. Januar wird Russland seine Energieressourcen wie Gas und Erdöl nur (!) in Rubel zum Kauf anbieten. Das heißt: Wer will, muss dafür einfach blechen. Und zwar nicht mehr in Dollars, sondern in Rubel. Und wer keine Rubel hat, muss welche kaufen.

Dabei soll es aber auch Ausnahmen geben: Länder, die keine Sanktionen gegen Russland eingeführt haben, werden ihre Geschäfte nach dem gewohnten Prinzip auch weiterhin abwickeln können.

Auch nicht schlecht: Je weiter der Rubel stürzt, desto mehr wird der Rubel ausgegeben — aus Angst vor einer kompletten Inflation. Klar, dass es dabei vorerst zur einer kurzfristigen Preis-Erhöhung und Lebensniveau-Senkung kommen kann bzw. wird. Das Licht im Tunnel ist jedoch schon heute zu sehen.

Auf diesem Wege wird Russland nicht nur vor der Wirtschaftskrise gerettet, sondern mit großer Wahrscheinlichkeit noch stärker als je zuvor. Denn mit diesen schlauen Vorsichtsmaßnahmen wird es Putin gelingen, die Souveränität seines Landes samt ihrer Energieressourcen zu bewahren und für die Zukunft zu sichern.3

 

Schöne Zukunftsaussichten, auch von China aus

Doch nicht nur Russland selbst und ihre Wirtschaftsanalytiker, sondern auch die «Rest-Welt» glaubt, dass die Zukunftszeichen für dieses Land besser stehen als es manch einer heute denkt bzw. sich sogar wünscht.

So glaubt zum Beispiel China ganz fest an einen wirtschaftlichen Aufschwung Russlands trotz aktueller Krise:

„China wurde auf die jüngsten drastischen Schwankungen des Rubelkurses sowie darauf aufmerksam, dass die russische Regierung Maßnahmen zur Stabilisierung der Situation ergreift. Unter den G20-Ländern hat Russland ein relativ niedriges Verhältnis der Staatsschulden zum Bruttoinlandsprodukt. Außerdem verfügt Russland über reiche Naturressourcen und eine feste Industriebasis. Deshalb glauben wir, dass Russland in der Lage ist, diese zeitweiligen Schwierigkeiten zu überwinden“, so der Außenamtssprecher Qin Gang.4

 

Wer zuerst lacht, weint am schlimmsten 

Sollte der Rubel- bzw. Putin doch gestürzt werden, bekommen das v.a. diejenigen als allererstes mit, die sich am meistens für die Russlandkrise gefreut haben. Das ist gerade auch Berlin und Brüssel klar geworden. Deshalb gehen sie jetzt plötzlich doch auf Distanz zu ihrem bisherigen Sanktionswahn-Sinn.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten dazu:

«Noch werden die Bedenken in den Hinweis verpackt, dass die Sanktionen nicht schuld am Chaos in Russland seien. Doch auch das Feindbild Putin wird relativiert. Es zeigt sich nämlich, dass an Putins Stelle radikale Nationalisten treten würden. Dann müsste die EU einen möglichen Krieg der Ukraine finanzieren und würde durch den Niedergang des russischen Export-Marktes entscheidend geschwächt.» 5

 

Mann oh Mann, du Welt. Verstehe doch endlich: Nur gemeinsam sind wir alle stark. Und nicht grüppchenweise.

 

Quellen:

1 http://german.ruvr.ru/2014_12_17/Die-Wirtschaftliche-Bewertung-Russlands-ist-Ausdruck-eines-Finanzkrieges-Die-Attacken-haben-keine-Chance-6757/

2 http://german.ruvr.ru/news/2014_12_17/Der-Rubel-nimmt-zu-7141/

3 http://ruspravda.info/Padenie-rublya—hladnokrovniy-raschet-Kremlya-9066.html

4 http://german.ruvr.ru/news/2014_12_18/China-Russland-kann-Krise-uberwinden-5438/

5 http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/12/18/chaos-in-russland-wenn-putin-stuerzt-wird-es-fuer-den-westen-teuer/#.VJKTXSuFsuc.facebook

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Wir vergessen nichts.
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