DONBASS AKTUELL: VOR DEN TRÜMMERN DES MINSKER FRIEDENS

0
138

659



Booking.com


Trotz des s.g. Waffenstillstandes bleiben nicht nur die Stellungen des antifaschistischen Widerstandes DIE Zielscheibe der Kiewer Truppen, sondern auch die zivilen Wohngebiete der Donbass Bewohner .

Allein in den letzten 24 Stunden wurde die «Waffenruhe» mindestens 30 Mal gebrochen. Und das nur in der Volksrepublik Donezk. Dabei stehen v.a. der Flughafen von Donezk und Umgebung sowie die Stadt Gorlowka und die kleinen Ortschaften Spartak, Schirokino und Nowomarjanowka unter dem Beschuss der ukrainischen Armee und der freiwilligen Nazi-Bataillone.

OSZE: KIEW HÄLT SICH NICHT AN DIE MINSKER VEREINBARUNGEN

PayPal

Die OSZE-Beobachter melden, dass rund um den Donezker Flughafen am 28. März bis zu 130 Explosionen zu hören und zu sehen waren.1

«Minsker Frieden» aus der Sicht des Widerstandes, am Flughafen von Donezk:

Desweiteren hat die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) gemeldet, dass die Drohnen der Sonderbeobachtungsmission im Osten der ehemaligen Ukraine einen Beschuss der Siedlung Shirokino seitens ukrainischer Armee registriert haben. Dabei sollen schwere Handfeuerwaffen, Maschinengewehre sowie automatische Granatwerfer und Mörser zum Einsatz gekommen sein.2

Shirokino, 28. März, aus der Sicher der nicht zu stoppenden Ukra-Truppen:




Booking.com

Auch russische Journalisten sind in Schirokino gezielt unter Feuer genommen worden.

“Wir sind hierhergekommen, um der Öffentlichkeit zu zeigen, wie hier vor Ort die Absprachen gebrochen werden. Als heute auch die OSZE- Beobachter kamen, war es rund zwei Stunden lang still. Später wollten wir weiter. Wir hatten dann einen Unfall, weil uns jemand in die Reifen geschossen hatte. Dabei wurde unser Fahrer verletzt. Als man ihn abholte wurde uns gesagt, er wäre bereits der 300. Verletzte seit der Waffenruhe”, so der Journalist Dmitrij Vahnitskij.

RENTNERIN AUS DONEZK: ICH WÄRE JETZT BEIM WIDERSTAND

Eine interessante Volksbefragung wurde vom ukrainischen TV-Sender «5. Kanal» auf den Straßen in Donezk durchgeführt. Auf die Frage der Reporterin, wie man helfen könnte, den Krieg zu stoppen, antwortete eine Rentnerin:

«Wie könnte ich denn helfen???!! Wenn ich jünger wäre, würde ich in die Armee gehen. Aber nicht in die ukrainische, sondern zum Widerstand. WAS will denn die ukrainische Armee hier beschützen? WOZU ist sie überhaupt in den Osten der Ukraine gekommen?! WEN will sie hier beschützen??!»


POROSCHENKOS EHRENWORT: DIE UKRAINISCHE ARMEE TÖTET KEINE ZIVILISTEN

Doch die Ukraine versteht die ganze Aufregung der OSZE-Kommission sowie die alltägliche Angst der Donbass Bewohner vor den Kiewer Truppen bis heute nicht. Ganz im Gegenteil: Der ukrainische Präsident Poroschenko teilte am 28. März in einem Interview für den Fernsehsender «ICTV» in aller Öffentlichkeit mit3:

«Ich kann voller Verantwortung sagen, dass die ukrainische Armee keine Zivilisten umbringt. Die ukrainischen Patrioten, die dort leben, werden von der russischen Propaganda beeinflusst. Wie man der Kreml-Propaganda widersteht, ist ein anderes Thema…»

UKRAINISCHER INNENMINISTER: WIR HÄTTEN DONBASS SCHON DAMALS SPRENGEN MÜSSEN

Und vor einigen Tagen äußerte der Innenminister der Ukraine Arsen Awakow dem nationalen TV-Sender «1+1» sogar sein Bedauern darüber zum Beispiel, dass die Kiewer Machthaber das Gebäude der Gebietsverwaltung in Donezk sowie die Filiale des Geheimdienstes SBU in Lugansk, die zu Beginn des Genozides von den Demonstranten damals besetzt wurden, nicht gesprengt hat:

„Ich werde Ihnen ein für mich schlechtes Ding sagen (in Russland wird sowieso nach mir gefahndet): Wir hätten damals die Donezker Gebietsverwaltung sprengen müssen… Dann wären 250 Terroristen getötet worden. Dafür hätte es aber im Gebiet Donezk keine 5.000 Toten gegeben. Ähnliches gilt für die Lugansker SBU-Abteilung, doch waren wir damals dazu bereit?“

 

DONBASS: MITTEN IM KAMPF — UMS ÜBERLEBEN

Doch neben dem Frieden, der gar kein Frieden ist, müssen die Menschen in Donbass täglich v.a. um Eines kämpfen: Ums Überleben.

Jakow Rogalin, Chirurg und Direktor eines humanitären Fonds namens «Gutmütigkeit» in Donezk, hat versucht, dem Reporter von «RIA Nachrichten» den Ernst der Lage aus seiner Sicht zu beschreiben4:

«Am meisten brauchen die Bewohner der Volksrepubliken Donezk und Lugansk Frieden bzw. Waffenruhe. Für die Menschen hier gibt es nichts Wichtigeres als das. Der Rest ist auf Platz 10 oder 11. Die ersten 10 Plätze gehören dem Frieden und dem Wunsch, dass das Blutvergießen endlich aufhört.»

Desweiteren muss aus seiner Sicht aber auch die unmenschliche, gnadenlose Blockade der gesamten Region aufhören, die hier bereits seit Monaten bestehen bleibt, da die Ukraine Donbass ohne jegliche humanitären und wirtschaftlichen Ressourcen gezielt allein gelassen hat. Der Hunger und die sozialen Nöte machen allen Menschen in Lugansker und Donezker Volksrepublik den Kampf ums Überleben umso schwerer. Und da auch die Post nicht mehr in Betrieb ist, ist auch das Verschicken von Hilfspaketen seit langem nicht mehr möglich.

Deshalb sind Spendengelder laut Jakow Rogalin die einzige Möglichkeit, den Menschen hier das Leben zu retten.

Hungrige, vom Krieg und Leid gezeichnete Zivilisten, hauptsächlich Rentner, beim Empfang der humanitären Hilfe:

в 800 метрах от нас Укровоенные, голодные люди обступили машину и чуть не смели нас

Posted by Алексей Смирнов on 25 Март 2015 г.

DEBALZEWO: AUF DEM WEG INS LEBEN — ÜBER STOCK UND STEIN UND MINEN

Nach dem Rückzug der ukrainischen Truppen beginnt Debalzewo, Volksrepublik Donezk, ihre Stadt wieder aufzubauen. Die Menschen kehren zurück in ihre Häuser und Wohnungen. Die aktuelle Einwohnerzahl beträgt 7.000. Von 28.000 Menschen, die vor dem Krieg hier gelebt haben. Auch hier können v.a. die Rentner nur dank der humanitären Hilfe aus Russland überleben.

Eine ältere Frau erzählt, dass sie ab und zu frisches Brot aus der Stadtbäckerei von Gorlowka bekommen. Seit einigen Tagen gibt es auch wieder Strom in der Stadt. 2 Wintermonate lang mussten die Bewohner jedoch ohne Strom, Wasser und Gas auskommen. In überfüllten Kellern und Bunkern.

Die ganzen Straßen in und rundum um Debalzewo wurden, wie überall in Donbass, auf Befehl des ukrainischen Präsidenten Poroschenko vermint.

Der kleine Vorort «8 März» ist komplett zerstört. Als die Kiewer Truppen im Februar 2015 aus dem Kessel von Debalzewo ausbrechen wollten, hatten sie alles, was ihnen im Weg stand, zerbombt. Neben zivilen Wohnhäusern und -blöcken wurde auch die einzige Schule dieser Kleinstadt, in der noch bis zum 19. Januar unterrichtet wurde, beinahe dem Erdboden gleich gemacht. Das Gebäude befindet sich heute im Havariezustand, sodass es jeden Moment einfach in sich zusammenbrechen kann.

Die Menschen versuchen mit eigenen Händen ihre Heimat wieder aufzubauen. Doch ohne die notwendigen Baumittel und -kräfte ist es kaum möglich.

NIKISCHINO: DER KRIEG IST VORÜBER — DIE HÖLLE BEGINNT

Nikischino ist eine Kleinstadt in der Volksrepublik Donezk. Vor dem Krieg lebten hier bis zu 1.000 Menschen. Heute sind nur ein paar Dutzend geblieben. Die Chancen, heute hier zu überleben, sind kaum gegeben. 8 Monate lang lebten die friedlichen Bewohner mitten in der heißen Kampfzone. Ohne jegliche Existenzgrundlagen. Diejenigen, die ihr Zuhause nicht verlassen wollten, verbrachten monatelang in ihren Kellern. Doch auch die improvisierten Bunker halfen nicht vielen, den Tot zu umgehen. Um sich etwas zu essen zu holen, waren die Menschen gezwungen, ihre Keller zu verlassen. Und genau dort, da draußen, wartete der Tod auf sie,

Die Getöteten konnten kaum beerdigt werden. Die Straßen waren mit Leichen übersät. Die Einheimischen erzählen, dass man zum Dröhnen der Kanonen und zum Pfeifen der Geschosse seine getöteten Nachbarn von der Unglücksstelle abholte und in seinen eigenen Gärten begrub. Einfach so: Es wurde ein Erdloch gemacht, die Leiche reingelegt und mit Erde verdeckt. Das war’s.

Die Menschen, die jedoch bis heute ihre Häuser nicht verlassen haben, werden für immer hier bleiben. Sie stehen vor den Trümmern ihres Lebens und haben kaum eine Chance, unter solchen Bedingungen zu überleben. Sie leben nicht. Sie existieren. Anders kann man ihren Alltag nicht nennen. Die meisten Gebäude sind komplett zerstört und können nicht wieder aufgebaut werden.5

Der Krieg ist in Nikischion (fast) vorüber, aber die Hölle beginnt erst jetzt:



Booking.com

Doch abgesehen von unmenschlichen Lebensbedingungen, verlieren die Menschen nicht den Mut und wissen ganz genau, wer die Verantwortung für all ihr Leid für immer tragen wird:

«Ich wünsche mir, dass man unser Nikischino wieder aufbaut. Und dass man die Ukras, die man aus dem Debalzewo-Kessel mitgenommen hat, wieder herholt. Zum Wiederaufbau. Sie haben hier alles zerstört! Sie sollen aber auch alles entminen… Und am besten soll der Poroschenko hierher kommen und mitanpacken, dieser Schuft… Dieser Poroschenko soll vor uns abkratzen…»

«Poroschenko soll uns und unser Donbass in Frieden lassen. Wir danken ihm für alles, was er uns hier angerichtet hat. Und diesem Jazenjuk  und dem Turchinow auch… Was habt ihr getan???!!! Diese Vollidioten haben die Macht an sich gerissen und wissen nicht, was sie damit machen sollen. Geht! Geht im Guten! Lasst uns die Ukraine wirklich blühen und nicht sterben… «Heil der Ukraine»?? Was für ein «Heil»? Die haben die Ukraine wie eine Nutte behandelt!»

Bereits Ende des letzten Jahres bettelte der blutverschmierte ukrainische Präsident Deutschland um einen weiteren Kredit an. In Höhe von «nur» 500 Millionen Euro, für die Wiederherstellung von Donbass.6 Und DAMIT für den Wiederaufbau DER Region der ehemaligen Ukraine, die er mit seinen eigenen Händen zum Sterben gebracht hat. Und das Erbärmliche daran: Dieses, wie vieles andere Geld auch, floss selbstverständlich aus den deutschen Kassen. Und zwar wieder direkt in die Hände der Kriegsverbrecher https://remembers.achtungpartisanen.ru/1-jahr-maidan-10-kriegsverbrechen-der-kiewer-junta/. Wie immer um der «Völkerfreundschaft» und des «Friedens» willens.

Quellen:

1 http://tvzvezda.ru/news/vstrane_i_mire/content/201503281122-o5n8.htm

2 http://www.rtdeutsch.com/15268/international/osze-ukraine-mission-vermeldet-schweres-moerserfeuer-durch-ukrainische-truppen/

3 http://www.pravda.com.ua/rus/news/2015/03/28/7062998/

4 http://ria.ru/interview/20150325/1054326305.html

5 http://denyaleto.livejournal.com/39256.html

6 http://de.sputniknews.com/politik/20141226/300391724.html

 

***

Wir vergessen nichts.
Wir verzeihen es nie.

 

***
Ihr wollt uns helfen, das Überleben von Kindern, ihren Familien sowie von kranken und alten Menschen in Donbass zu sichern? Sehr gerne. Und vielen herzlichen Dank schon im Voraus dafür. Einfach hier auf Spenden klicken, den Wunschbeitrag eingeben und absenden. Alle Infos zu unserer aktuellen Winter-Spendenaktione hier: https://remembers.achtungpartisanen.ru/donbass-wir-kommen-unser-hilfskonvoi-e

Vielen Dank schon im Voraus für eure Unterstützung.