DONBASS SAGT «DANKE & SPASIBO!» FÜR EUREN EINSATZ IN SEINEM KAMPF UMS ÜBERLEBEN

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Erfolgsbericht-Erstattung (2): Status-Quo unserer Winterspendenaktion 14/15

Wir bereits mehrfach in unseren früheren Beiträgen erwähnt, haben wir am 18. Dezember 2014 eine deutschlandweite Winterspendenaktion ins Leben gerufen. Um den Menschen in Donbass nicht nur Mitleid und Mitgefühl zu spenden, sondern in erster Linie aktiv das Überleben zu retten und ihnen dadurch einen Hauch von Hoffnung zu schenken — auf einen neuen, besseren oder gar friedlichen Tag, in ihrem so ungerechtem Kriegsleben.

Nach rund 2 Monaten Spendensammlung sowie 1 Monat Organisation des Einkaufs, der Lagerung, des Transportes sowie der dafür jeweils notwendigen Teams ist es uns gelungen, einen kleinen Beitrag zur Rettung des Überlebens der Donbass Bevölkerung leisten zu können. Für hunderte von Zivilisten, für einige Wochen. Und zwar dank eurer tatkräftigen Unterstützung.

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Für insgesamt 3.186,60 Euro (abzgl. PayPal-Gebühren) konnten wir in Russland rund 8 Tonnen Hilfsgüter erwerben: 1 Tonne Lebensmittel für die Zivilbevölkerung in der Donezker Volksrepublik, 7 Tonnen Mehl für die städtische Brotbäckerei in Perwomajsk, Volksrepublik Lugansk.

Mit Hilfe unserer Freunde und Partner in der russischen Föderation und in Donbass wurden diese anschließend in die heißesten Kriegsregionen gebracht und an die vom Leid gezeichneten Menschen gezielt und persönlich verteilt.

So stand uns im März beim Transport und bei der Verteilung von Lebensmitteln in der Donezker Volksrepublik Alexej Smirnov zur Seite — der Kopf, das Herz und die gute Seele des humanitären Freiwilligen-Bataillons namens «Engel». Bereits seit rund 1 Jahr kämpft Alexey und sein Team ums Überleben von Kindern, Frauen, Alleinstehenden, älteren und kranken Menschen in Donbass. Und vielleicht ist es auch genau das, was diesen selbstlosen, mutigen und großherzigen Jungs Flügel verleiht und sie vor der Gefahr, ihr eigenes Leben unter ständigem Artilleriefeuer verlieren zu können, über all die 12 Monate schützt. Unser Exlusiv-Interview mit Alexey Smirnov könnt ihr hier  nachlesen.

Mit der folgenden, speziell für uns erstellten Video-Dokumentation von den «Engeln» möchten wir euch jetzt auf eine schmerzvolle Reise unserer humanitären Hilfsgüter durch die Donezker Volksrepublik mitnehmen. Und zwar nach Nikischino und Chernuhino — die kleinen, einst verträumten Vororte, von denen heute fast nichts mehr übrig geblieben ist. Weder Infrastruktur noch Einwohner.

Das 16 Minuten lange Bild vor euren Augen entspricht der blanken, unzensierten Realität, in der die Menschen in Donbass seit Monaten leben: Bis zur Unkenntlichkeit zerstörte Wohnsiedlungen. Bis zur Verzweiflung, Wut und Hoffnungslosigkeit gebrachte Zivilisten. Aber auch bis zum Ende des Horizonts und darüber hinaus reichender Stolz und eiserner Wille der Donbass Bewohner, trotz des Genozides und ihres unendlichen Leides bis zum bitteren Ende kämpfen zu wollen und sich niemals von ukrainischen Faschisten auf die Knie zwingen zu lassen.

Rentnerin (5:15 min):

«Wir bekommen keine Rente… Es ist einfach schrecklich. Wenn wir früher gedacht haben, wann wird dieser Krieg zu Ende sein, überlegen wir uns heute, was eigentlich danach passieren wird. Vielleicht wird es noch schlimmer, als es im Krieg war. Vorher gab man uns wenigstens etwas zu essen und heute… wissen wir nicht mehr, was morgen geschehen wird. Der Frühling kommt und man steht bis zu den Knien in seinem Gemüsegarten… und keiner weiß, ob da vielleicht noch etwas liegt. Und keiner kommt schauen. Nach Granaten, Minen oder sonst etwas. Wie soll ich es sagen… Es ist schwierig, sehr schwierig für einen Menschen, auf dieser Welt zu sein…»

Mann (8:15 min):

«Wie soll man denn mit denen zusammenleben, in einem Ukraine-Staat? Wenn sie ihr eigenes Land getötet haben…»

Rentner (10:20 min):

«Ich habe 27 Jahre in der Berggrubbe gearbeitet. Lebe mit meiner Frau fast schon 50 Jahre zusammen. Bald haben wir goldene Hochzeit… Und heute sind wir Separatisten geworden… Es ist unser Haus. Ich bin hier geboren. Mein Großvater ist auch auf diesem Boden groß geworden. Genau hier stand vor kurzem das Haus meines Opas, das 1901 gebaut wurde. Der Keller ist noch geblieben. Er hat alle Bombardements überlebt. Aber das Haus… leider nicht… Man sagt, dass im Nachbarsgarten eine Mine liegt…»

Vor körperlichen und seelischen Erschöpfung zitternde Stimmen und Hände der älteren Menschen. Hungrige und mit Trauertränen gefüllte Kinderaugen, in denen sich der Krieg, wie ein endloser Horror-Film, widerspiegelt. Schutt, Asche, zerbombte Häuser… Ein Schuh, mitten auf der Straße, welches ans Leben und den Tod eines Nachbars erinnert, der durch einen Direktbeschuss der ukrainischen Armee oder in Folge einer tödlichen Splitterverletzung sein Leben für die «Einheitliche Ukraine» aufgeben musste. All diese Szenen, die ihr in unserer Dokumentation hautnah, mit eigenen Augen erleben könnt, spielten sich am 15. März, direkt vor den Trümmern des Lebens der Bewohner von Nikischino und Chernuhino, ab.

Ein kleiner Lichtblick am Ende des Tunnels dieser Menschen stellte an diesem Tag glücklicherweise die Verteilung unserer Hilfsgüter dar: Jeder Zivilist erhielt, natürlich insbesondere dank eurer Spenden, liebe REMEMBERS, von unseren «Engeln» ein «Erste-Kriegshilfe»-Paket. Voller grundlegenden Nahrungsmitteln wie Fleischkonserven, Buchweizen/Teigwaren, Haferflocken/-brei sowie Waschmittel und ggf. Babytrockennahrung.

Und mitten drin, statt nur dabei, waren auch unsere Freunde und Partner aus Deutschland (Maria Janssen und ihr Team), die parallel zu unserer Aktion einen eigenen Hilfsgüterkonvoi nach Donbass gebracht haben. U.a. mit Sachspenden, die von Maria deutschlandweit dafür gesammelt wurden. Und mit einer tatkräftigen Unterstützung beim Spendenmarathon von Evelin Piéza — einer deutschen Publizistin und Friedensaktivistin aus Leidenschaft.

Nun sind auch die von uns, mit eurer Spendenhilfe, erworbenen 7 Tonnen Mehl in Perwomajsk (Volksrepublik Lugansk) gut angekommen. Deshalb könnt ihr euch schon heute auf unseren nächsten (und damit den letzten) Erfolgsbericht freuen. Zu unserer Winterspendenaktion 2014/2015 von REMEMBERS & EuropeanFront.

An dieser Stelle sagen wir noch einmal ganz laut «DANKE & SPASIBO! An alle unsere Freunde, Partner und REMEMBERS Fans.

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P.S.: Ihr wollt uns auch helfen, das Überleben von Kindern, ihren Familien sowie von kranken und alten Menschen in Donbass zu sichern, habt jedoch unsere Winterspendenaktion verpasst? Kein Problem. Auch nach dieser Hilfstour machen wir natürlich weiter und sammeln deshalb wieder Spendengelder für unsere nächste Frühlingsspendenaktion. Für Donbass. Gegen Genozid.

Einfach hier auf “Spenden” klicken, den gewünschten Geldbeitrag eingeben, Formular ausfüllen und absenden. Alle Informationen zum aktuellen Spenden-Stand unserer Frühjahrsaktion findet ihr ab März auf unserer REMEMBERS Seite.

 

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Wir vergessen nichts.
Wir verzeihen es nie.