DONBASS WOCHENBILANZ: 14 TOTE ZIVILISTEN, SCHULEN UND KINDERGÄRTEN UNTER BESCHUSS

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Allein in den letzten 7 Tagen, vom 22. bis zum 28. August 2015, wurden in Donbass mindestens 14 Zivilisten getötet, davon 3 Frauen und 11 Männer. 38 weitere erlitten Verletzungen verschiedenen Grades, darunter auch 1 Kind.

Die absoluten Brennpunkte des Krieges waren in der vergangenen Woche insbesondere Gorlowka, Spartak sowie Kirowskij und Kujbyschewskij Gebiete von Donezk. Somit haben auch die letzten 7 Tage der s.g. «Waffenruhe» nichts Neues ins Leben der Donbass Bewohner mit sich gebracht als Trauer, Tod, massive Zerstörungen, unendliches Leid und die erneute Bestätigung dafür, dass Donbass NIE WIEDER ein Teil der Ukraine sein wird. (1)

Obwohl der ukrainische Präsident Petr Poroschenko seit Tagen lauthals beteuert, durch die angeblich sofortige Einstellung des Feuers einen gewaltfreien Beginn des neuen Schuljahres in Donbass ermöglichen zu wollen (2), soll das Kiewer Regime laut aktuellen Meldungen der Repräsentanten der Donezker Volksrepublik zum 1. September — dem offiziellen Schulanfang — mehrere Provokationen im Osten der ehemaligen Ukraine planen. So, wie es bereits am 1. Schultag im Jahr 2014 der Fall war, als die ukrainischen Soldaten und die faschistischen Freiwilligen-Bataillone mehrere Schulen in Donbass gezielt unter Beschuss genommen haben. U.a. die Schule Nr. 57 in Donezk, die aus den Mehrfachraketenwerfern «Grad» und «Uragan» beschossen wurde. Mit dem Ergebnis: 4 tote und 6 verletzte Zivilisten.

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«Es sieht so aus, als ob das die Geschenke von der Ukraine für uns zum Schulanfang sind…»

Am 26. August stand auch die Ortschaft Aleksandrowka, samt ihrer Einwohner, erneut unter Direktbeschuss. Seitens der Kiewer Truppen, aus den 152 mm Haubitzen. Nun fehlt einem Dutzend weiterer Bewohner in Donbass ein Dach über dem Kopf:

https://www.youtube.com/watch?v=o9r2D8aZ_zs

Aber auch das Oktjabrskij Gebiet von Donezk wurde in der vergangen Woche mehrmals in die Genozid-Zange genommen, wobei es neben massiven Zerstörungen erneut zu einer Vielzahl an Verletzten gekommen ist:

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Pics: Irina Laschkevich, Donezk
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Pics: Irina Laschkevich, Donezk
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Pics: Irina Laschkevich, Donezk
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Pics: Irina Laschkevich, Donezk
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Pics: Irina Laschkevich, Donezk
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Pics: Irina Laschkevich, Donezk
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Pics: Irina Laschkevich, Donezk
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Pics: Irina Laschkevich, Donezk

 

Und neben den bereits standardisierten Beschüssen der zivilen Wohngebiete mittels aller schweren Waffen, die dem Minsker Friedensabkommen vom 12. Februar widersprechen, wurden auch die Positionen des Widerstandes nicht nur mit den 152 mm Haubitzen und Panzergeschossen beschossen, sondern auch mit Phosphorbomben (!). In der Nacht vom 26. auf den 27. August 2015, in der Nähe von Belaja Kamenka. Auch das einzige Wohnhaus, welches in diesem Ort bis dato von den Ukra-Beschüssen verschont geblieben ist, konnte diese Horrornacht nicht überstehen:

Doch zu einem der grausamsten Ukra-Beschüsse der letzten Woche zählt aus unserer Sicht der zynische Beschuss von Gorlowka, wo am 25. August die «Helden der Ukraine» erneut das Heiligste aller Heiligtümern, die es auf dieser Welt überhaupt gibt, zur ihrer Zielscheibe gemacht haben: 1 Kindergarten ( Nr. 14) sowie 2 Schulen (Nr. 14 & Nr. 16). Und das nur 6 Tage vor dem offiziellen Schulstart in Donbass.

Die Schuldirektorin über die Folgen dieser Nacht:

«Unsere Schule gehört zu einer der besten in ganz Ukraine… Und jetzt sieht es so aus, als ob das die Geschenke (von der Ukraine) für uns zum Schulanfang sind… Die Schule wurde vollkommen zerschossen. Insgesamt 8 Treffer. Die 3. Etage ist komplett gestört. Das Dach ist nicht mehr da. Es gibt kein einziges Klassenzimmer, welches unbeschadet davon gekommen ist. Hier wurde alles zerstört…»

Welches Leid werden die Menschen in Donbass noch erfahren müssen, wenn es sich nicht bald ein Stopp-Knopf auf dieser Völkermordmaschine findet? Wie vieleFamilien werden infolge ununterbrochener Beschüsse ihrer zivilen Wohngebiete noch voneinander getrennt — ob für die Zeit des Krieges oder gar für immer? Und wie viele Kinderaugen werden diesen unbeschreiblichen Schmerz, den die kleinen Engel in ihren noch so jungen Jahren erfahren mussten, ihr ganzes Leben lang widerspiegeln???!

«Hier ist mein Kind gestorben»: «Ajdar»-Kämpfer sprengen seine ganze Familie in die Luft

Michail Suglobow aus der Sieglung Chrjaschenowatoe (Volksrepublik Lugansk) verlor in diesem ungerechten Bürgerkrieg bereits seine ganze Familie, nachdem er vom ukrainischen Militär festgenommen, zusammengeschlagen und erniedrigt wurde: Seine 12jährige Tochter, seine 34jährige Frau sowie seine Mutter (64) und seinen Vater (67).

Eine Familiengeschichte, die einem nicht nur das Herz, sondern auch den Verstand zerreißt:

«Sie haben mich sofort auf den Boden gelegt und fingen an, mich zu schlagen. Einer von denen fragte mich „Wo sind deine Dokumente?“ Ich sagte „Ich wohne hier nicht, meine Eltern wohnen hier, ich dagegen auf der Wostotschnaja Straße 12“. Dann sagte der Zweite „Dann suchen wir ja genau dich“.

Sie brachten mich hier hin, ich öffnete die Tür. Zwei Menschen gingen sofort rein, der Dritte ging in die Garage und fuhr mit meinem Auto sofort weg. Meine Schlüssel waren im Auto, genau so wie mein Geld. Sie brachten mich in den Wald. Und während ich ging, konnte ich 10 Panzer auf unserer Straße zählen, auf der Wostotschnaja Straße. Als wir den Wald fast erreicht haben, haben sie wieder angefangen mich zu schlagen. Sie haben mich auf den Boden geschmissen.

Sie haben mich mit Füssen und Fäusten geschlagen und einmal mit einem Gewehr. Dann kam einer auf mich zu und fing an, meine Kleidung mit einem Messer aufzuschneiden. Sie haben mich dann auf die Füße hingestellt. Ein Tschetschene kam auf mich zu und fragte mich „Siehst du den Bock dort?“ Ich sagte „Ja, ich sehe ihn“. Und er „Also der Bock ist mir mehr wert, als du“. Er stellte mich neben dem Wald und schoss um mich herum. Er sagte „Du fällst ja gar nicht runter! Dann schneide ich dir deinen Kopf ab.“

Dann haben sie mich gefesselt und auf den Asphalt gelegt. Ich lag auf dem Boden und erhob meinen Kopf, um mich umzuschauen. Dann kam aber jemand zu mir und schlug auf meinen Kopf ein. Mein Kopf fiel auf den Asphalt und das Blut lief mir herunter. Dann sah ich eine junge Frau zwischen denen, vielleicht ist sie eine Krankenschwester gewesen… Sie sagte zu einem „Dieser Mistkerl soll sich umdrehen“.

Dann haben sie mich gefesselt und in ein Auto gepackt. Das was ein Oasik (russischer Kleinbus), er sah wie ein Krankenwagen aus. Sie schmissen mich in den hinein und fuhren mich zu einem Ort mit einer Gasleitung hin. Dort war ein Stützpunkt ihres Bataillons, des „Aidar“ Bataillons. Wir standen dort eine halbe Stunde rum. Sie haben zu mir in den Wagen 4 tote Menschen reingelegt. Einer war ohne Kopf. Das waren Soldaten aus ihrem „Aidar“ Bataillon. Das weiß ich, weil, als sie diese zu mir gebracht haben, sagte einer „Wir werden sie als Helden begraben und du stirbst, wie ein wilder Hund“.

Sie brachte mich in eine Fabrik. Der Tschetschene fing dort wieder an, mich zu schlagen. Und immer wieder auf den Kopf. Er fragte mich ständig nach meinem Rufnamen und dem Namen meines Kommandanten. Und ich sagte ihm immer wieder „Ich bin nur Fahrer, ich habe keine Verbindungen zum Widerstand. Ich hielt nie eine Waffe in der Hand“. Er sagte „Man hat es euch beigebracht, so etwas zu antworten.“ Und sie fingen wieder an, mich zu schlagen… Ich hatte keine Kleidung an, nur die zerschnittenen Unterhosen. Und ich war barfuß.

Dann rief mich der Anführer zu sich. Sein Gesicht war bedeckt. Ich erzählte ihm wieder, wer ich bin. Er sagte zu mir „Man will dich nicht entlassen. Aber ich werde dich auf meine eigene Verantwortung gehen lassen.“ Er ließ mich gehen und riet mir in ein Internat zu gehen. Dort werden die Leute aus Chrjaschenowato gebracht. Ich kam dahin und dort setzte man mich darüber in Kenntnis: Alle meine Nachbarn, meine Verwandten, also alle, die auf der oberen Hälfte unserer Straße lebten, wurden am 18. von dort weggebracht. Das Auto bog in die Richtung der Gasleitung ein und hielt an. Dort waren um die 23 Menschen. Das Auto hielt an und die Soldaten stiegen aus. Danach explodierte das Auto…

Unter meinen Verwandten befand sich meine Tochter — sie wäre am 20. November 13 Jahre geworden. Meine Frau — sie wäre am 7. November 35 Jahre geworden. Meine Mutter — sie wäre am 7. November 65 geworden. Mein Vater — er wäre am 18. November 68 geworden.

Die Explosion ereignete sich links davon, da alle Körper rechts lagen. Hier überall lagen die Körper. Meine Mutter flog 50 Meter weiter weg. Mein Vater lag dort. Und der Boden hier war mit Körpern bedeckt. Hier sind die Beweise, dass hier ein Kind gestorben ist. Hier sind Privatsachen von meiner Tochter. Das ist alles, was von ihrem T-Shirt übrig geblieben ist.»

Odessa — Donezk — Lugansk — Mariupol… Seit dem Bestehen der «unabhängigen» Ukraine hat es noch keiner geschafft, dem Land in so einer kurzen Zeit so viel Leid zuzufügen und so viele ukrainische Staatsbürger zu töten, wie es die nazistischen Repräsentanten des heutigen Kiewer Regimes bereits getan haben. Wir trauern täglich um jede Seele von Donbass, die heute in Frieden ruht statt in Frieden zu leben:

Weitere Quellen:

(1) http://kalmius-info.ru/s-fronta/zhertvami-obstrelov-vsu-za-nedelyu-stali-14-chelovek-38-raneny.html

(2) http://de.sputniknews.com/politik/20150831/304075341.html#ixzz3kNBdH4Zb

Herzlichen Dank für die Übersetzung des Videos an Marina F.

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Wir vergessen nichts.
Wir verzeihen es nie.