HEUTE VOR 365 TAGEN: 21. November 2013

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21. November 2013

 

«Ja» zu Russland vs. «Nein» zur EU

EU Der 21. November 2013 war für die Ukraine DER Tag des Protests. Denn an diesem Tag vollzog das Land unter Präsident Viktor Janukowitsch die vorläufige Abkehr von der EU-Annäherung. Die ukrainische Regierung um Premierminister Mykola Asarow gibt bekannt, die Vorbereitungen zur Unterzeichnung des EU-Assoziierungsabkommens gestoppt zu haben. Präsident Janukowitsch erklärte am selben Tag, dass es «vorübergehende Schwierigkeiten» auf dem Weg der europäischen Integration gebe, dieser aber nicht verlassen werden solle. Wirtschaftlich in der Krise, partnerschaftlich mit Russland verbunden und ohne nennenswerte Finanzzusagen des Westens lehnt Janukowitsch die Unterzeichnung des Assoziierungsabkommens mit der EU schließlich ab.

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Deutschland vs. EU-Assoziierungsabkommen

Aber auch Angela Merkel soll gegen die Unterzeichnung des EU-Assoziierungsabkommens mit der Ukraine gewesen sein. Die Bundeskanzlerin sagte am 18. November 2013 in einer Regierungserklärung im Bundestag, sie sehe die Ukraine nicht bereit für das Assoziierungsabkommen mit der EU. Die Voraussetzungen für eine Vertragsunterzeichnung seien derzeit nicht gegeben. Merkels ablehnende Haltung zum Vertrag wird in den folgenden Wochen und Monaten von deutschen Medien nicht mehr thematisiert.

 

Organisiertes Vorgehen vs. spontaner Flashmob

Noch am selben Abend des 21. Novembers versammelten sich in Kiew auf dem „Maidan nesalezhnosti“, dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew, rund 2.000 Menschen und protestierten gegen diesen Beschluss. Der Platz wurde seitdem von Anhängern der Eurointegration besetzt. Es war die erste größere Demonstration aus der die Maidan-Bewegung entstehen sollte, die dann zum Sturz von Janukowitsch führte.

Die Organisation der Proteste lief im Wesentlichen über soziale Netzwerke, insbesondere über Facebook und teilweise über Twitter ab. Begonnen hat die Eskalation auf dem Maidan mit einem Aufruf zur Demonstration. Der Journalist Mustafa Najem wird als Initiator des Maidan betrachtet. Über Facebook hat er an jenem Tag zu Protesten auf dem Platz aufgerufen.

Unmittelbar mit Beginn der Proteste entstanden mit Hromadske.TV und Espreso TV zwei Fernsehsender, die sich intensiv mit den Protesten beschäftigten und sich weitgehend mit deren Teilnehmern solidarisierten. Hromadske.TV vom 21. November zeigt als einen der ersten Demonstranten Andrij Parubij und Lesja Orobec. 

Aber auch Vitali Klitschko und der frühere Innenminister Juri Luzenko (Vaterland-Partei) waren schon unter diesen ersten Protestlern und hielten politische Reden.

Somit waren die Proteste, die gemeinhin als «zivilgesellschaftlicher friedlicher Aufstand für eine Annäherung an die EU» gelten, von Anfang an gut organisiert und von grundsätzlicher Gewaltbereitschaft gekennzeichnet. Der Maidan als Spontanaufstand breiter Bevölkerungsschichten ist eine Mär, die den später realisierten Machtwechsel legitimieren soll. Die Legendenbildung durch politische Akteure, Medien und «Experten» wirkt.

Der Begriff «Euromaidan» machte bereits die Runde und am zweiten Abend versuchten die Demonstranten schon dort Zelte aufzubauen. Auch eine Essensausgabe und ein Rednerpult errichteten sie. Selbst der Nachschub von Aktivisten aus der Westukraine wurde nun in die Wege geleitet. Organisiertes Vorgehen verdrängte die Spontanität sehr schnell.

 

Quellen:

http://oe1.orf.at/artikel/392441

http://www.heise.de/tp/artikel/42/42485/1.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Euromaidan

http://euromaidanpress.com/2014/11/18/jahrestage-der-21-november-und-der-22-januar/

http://www.heise.de/tp/artikel/42/42485/1.html

 

Videos vom 21.11.2013:

http://www.youtube.com/watch?v=5ZUIwzVnygw&spfreload=10

http://www.youtube.com/watch?v=fUKfhcL9d-8

http://www.youtube.com/watch?v=P3WZo4ilryQ

http://www.youtube.com/watch?v=Ftny4OUEc6I

http://www.youtube.com/watch?v=GeB3VVx5LwY

http://www.youtube.com/watch?v=Fg43x8L_hH8

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Wir vergessen nichts.
Wir verzeihen es nie.