HEUTE VOR 365 TAGEN: 22.11.2013

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November 2013

 

Kiew: Ukraine gehört zu Europa

Seit dem ersten Protesttag, dem 21. November 2013, kamen in Kiew immer wieder Menschen zum Unabhängigkeitsplatz, die sich für eine Annäherung an Europa einsetzten. Zum Höhepunkt der Aktion befanden sich auf dem Platz etwa 1.500 Personen. Am Morgen waren es allerdings nicht mehr als 150.

Man muss jedoch sagen: Die Proteste in den ersten paar Tagen liefen im Großen und Ganzen relativ friedlich ab. Trotz der ersten Zusammenstößen mit der Polizei. Die Freude, alle gemeinsam in Kiew, so schön symbolisch, auf dem Platz der Unabhängigkeit zu sein und von einer rosigen Zukunft in Europa zu träumen, war nicht zu übersehen. Das Gefühl der Zusammengehörigkeit und einer (angeblich) vom Volk ausgehenden Macht war für viele Demonstranten anfangs die treibende Kraft ihrer ersten Tage auf dem Maidan. Für andere, wie zum Beispiel die Initiatoren und Financiers dieser «spontanen Volksversammlung», waren die ersten Protest-Tage der ukrainischen Bevölkerung eine gute Möglichkeit, den allerletzten Akt ihres gesellschaftspolitischen Welt-Schauspiels auf Kosten der Ukraine zum allerletzten Mal zu proben.   

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Klitschko: Zusammen können wir diese Regierung stürzen

Diesen Demonstranten schlossen sich nun auch Oppositionelle an, die für das Wochenende ihre Protestaktion geplant hatten. Zum Beispiel der Boxweltmeister und Oppositionelle Witalij Klitschko:

„Zusammen können wir die Botschaft vermitteln, dass die Ukraine zu Europa gehört und ein demokratischer Staat sein wird“, rief er der Menge in der Nacht zu. „Und zusammen können wir diese Regierung austauschen“, sagte Witalij seiner Partei «Udar» (dt. «Schlag») zufolge. Apropos «sagte»: Seine Rede hielt der Boxer damals noch auf Russisch, wohl bemerkt. Nicht auf Ukrainisch.

 

Putin: EU setzt Ukraine unter Druck

Übrigens hatte der Präsident Wladimir Putin noch damals, im November 2013, davon gesprochen, dass die EU die Ukraine erpresst. Er hatte den europäischen Ländern vorgeworfen, auf die Ukraine Druck auszuüben, um das Land zur Unterzeichnung des Assoziierungsabkommens mit der EU zu zwingen.

„In der Tat hörten wir Bedrohungen von unseren europäischen Partnern gegenüber der Ukraine bis zur Förderung der Durchführung von Massenprotestaktionen», erklärte Putin vor Reportern in Sankt Petersburg. „Dies ist Druck, dies ist Erpressung», sagte er.

Putin fügte hinzu, dass die Unterzeichnung des Vertrags durch die Ukraine «ihre ganzen Wirtschaftsbranchen, einschließlich des Flugzeugbaus und Landwirtschaft, töten kann.“

Aus der heutigen Sicht gesehen hat Putin wohl bis dato Recht gehabt mit seiner Vorahnung.

 

Deutschland: Die Tür zur EU bleibt offen

Obwohl unsere Bundeskanzlerin Frau Merkel am 18. November 2013 in einer Regierungserklärung im Bundestag in aller Öffentlichkeit sagte, sie persönlich sehe die Ukraine nicht bereit für das Assoziierungsabkommen mit der EU, hatte die Bundesregierung folgendes Statement zur Regierungs-Pressekonferenz vom 22.11.2013 veröffentlicht:

«Wir haben die Berichte über das ukrainische Regierungsdekret zur Kenntnis genommen, wonach die Vorbereitungen für die Unterzeichnung des Assoziierungs- und Freihandelsabkommens der Ukraine ausgesetzt werden sollen. Deutschland und die EU sind weiter bereit, das Assoziierungs- und Freihandelsabkommen mit der Ukraine zu unterzeichnen. Voraussetzung bleibt, dass die Ukraine Entschlossenheit und greifbare Fortschritte zur Erfüllung der vom Rat der Außenminister im Dezember 2012 formulierten Bedingungen zeigt.
Deutschland erkennt die insoweit bereits erzielten Reformschritte der Ukraine an. Wir haben weiter den Willen, den Beziehungen der EU zur Ukraine eine neue Qualität zu verleihen und dem ukrainischen Volk neue Chancen zu eröffnen. Die Tür für einen solchen qualitativen Schritt in Richtung Europäische Union bleibt offen. Die Entscheidung liegt beim Staatspräsidenten Janukowitsch.»

Und weil sich Janukowitsch gegen die EU entschieden hat, gibt es heute keine Ukraine mehr als solche. Hätte er sich doch für die EU entschieden, gäbe es die Ukraine als solche trotzdem nicht mehr.

 

 

Kleiner REMEMBERS Rückblick auf den 22.11.2013:

Klitschkos erster großer Bühnenauftritt:

https://www.youtube.com/watch?v=aSfmAzgmSSk

 

Die ersten Proteste unter dem Motto «Ukraine gehört zur Europa“,
mit Tanz, Gesang und viel Bla-Bla:

http://www.youtube.com/watch?v=vr5UH6WMALM

 

https://www.youtube.com/watch?v=brwnzzxJi_c

https://www.youtube.com/watch?v=aRN5uXFRFO4

https://www.youtube.com/watch?v=G9hLXMJdExA

https://www.youtube.com/watch?v=zTsmtZFkiSQ

 

Die ersten Auseinandersetzungen mit der Polizei:

https://www.youtube.com/watch?v=R-zMA5OZddM

https://www.youtube.com/watch?v=5pznj8Hiy7w

 

 

Quellen:

http://www.handelsblatt.com/politik/international/proteste-in-kiew-demonstrationen-in-der-ukraine/9115144-2.html

http://german.ruvr.ru/2013_11_22/In-der-Schule-ist-morgens-mehr-Betrieb-als-auf-dem-Platz-Majdan-3262/

http://german.ruvr.ru/news/2013_11_22/Putin-Europa-ubt-auf-Ukraine-Druck-und-Erpressung-aus-0149/

http://www.kiew.diplo.de/Vertretung/kiew/de/08/03__Politik/StatementRegierung__2211.html

 

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Wir vergessen nichts.
Wir verzeihen es nie.