HEUTE VOR 365 TAGEN: 27.11.2013

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Opposition mischt sich unter die «Studenten»

Bis zum 27. November 2013 fanden im Zentrum von Kiew immer zwei Proteste gleichzeitig statt: Die drei Oppositionsparteien hatten ihre Kundgebung in den Zelten auf dem Europäischen Platz. Die Bürgeraktivisten, die s.g. «Studenten», ca. 300 Meter von der Opposition entfernt, hatten den Maidan Nesaleschnosti besetzt. Der überparteiliche Maidan jedoch hatte immer mehr und mehr Menschen um sich versammelt, während die Teilnahme an den politischen Aktionen auf dem Europäischen Platz immer mehr abnahm. Daher änderte sich gegen Abend des 27. Novembers die Situation.

Der politische Protest auf dem Europäischen Platz akzeptierte ein Angebot von eben noch «unpolitischen» Zivil-Aktivisten, die Kundgebungen zu vereinen. Politiker und Anhänger der Oppositionsparteien «Batkiwschtschyna» («Vaterland»), «UDAR» («Schlag») und «Swoboda» («Freiheit») schlossen sich daraufhin der Kundgebung auf dem Maidan Nesaleschnosti an.

Zuerst sollte laut Abmachung auf politische Symbolik verzichtet werden. Nur die ukrainische und die EU-Flagge sollten erlaubt sein. Doch was bedeuten schon irgendwelche Abmachungen in der Ukraine? Eben.

 

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Euromaidan verjagt Sozialdenker

Zum Lieblingsthema der westlichen Medienlügen «Studenten — die tragende Säule des Maidan»: Die Protestler hatten reihenweise Hochschüler mit Gewalt vertrieben hatten, da ihnen deren Forderungen zu links waren. Angehörige des «Euromaidan-Organisationskomitees» jagten am Abend des 27. November Studenten davon und zerrissen deren Plakate. Bereits am Tag zuvor wurden Feministinnen und Gewerkschafter wegen sozialer Forderungen auf dem Platz beleidigt und mit Pfefferspray attackiert. Das Organisationskomitee begründete die Vertreibungen mit dem «unpolitischen» Charakter des Maidan.

«Rechter Sektor» erblickt das Licht der Welt

Gleichzeitig konnten aber die Nationalisten ungehindert ihre schwarz-roten Fahnen schwenken, rechte Parolen brüllen und ein für die Ukraine einschneidendes Ereignis hervorrufen: Zwischen dem 26. und dem 27. November haben die Aktivisten aus einigen rechtsradikalen Gruppen am «Euromaidan» eine informelle Vereinigung «Prawyj Sektor» («Rechter Sektor») gegründet. Zu diesen Gruppen gehörten beispielsweise die Bewegung «Tryzub namens Stepan Bandera, «Sozialnationale Versammlung/ Patriot der Ukraine»(SNV/PU), die Partei «Ukrainische Nationalversammlung»(UNV), die Gruppe «Weißer Hammer» sowie Vertreter der Fußball-Fans. Und genau unter der Dachmarke «Rechter Sektor» verlief eine weitere Mobilisierung der radikalen nationalistischen Aktivisten für die Teilnahme am «Euromaidan», inklusive gewaltsame Konfrontation mit den Strafverfolgungsbehörden.

 

Ein bisschen Spaß muss sein

Kann man glauben, muss man aber nicht: Die Bundeszentrale für politische Bildung schreibt Folgendes in ihrer Maidan-Chronik zum 27.11.2013: «Studierende aus Donezk schicken in einem offenen Brief eine Solidaritätserklärung an die protestierenden Studenten in Lwiw, um ein Zeichen gegen die oft postulierte politische Spaltung des Landes zu setzen.» Wir lassen es einfach so stehen, ohne dies unbedingt kommentieren zu müssen.

Anonymous Ukraine liest Klitschkos Mails 

Anonymous Ukraine hat die E-Mails des litauischen Präsidenten-Beraters Laurynas Jonavicius gehackt. Was dabei herauskam, ist äußerst interessant.

So schreibt Klitscho am 27.11.2013, einen Tag nach dem Auftritt von Loreta Graužinienės (Präsidentin des Parlaments von Litauen) auf dem Maidan, Folgendes an den litauischen Präsidentenberater:

«Lieber Mr. Jonavicius, ich schreibe, um mich für Ihre Unterstützung zu bedanken. Das treffen mit Mrs. Graužinienė war sehr produktiv. Wir haben Ansichten über die aktuellen Geschehnisse ausgetauscht und diskutierten unsere Pläne für die Zukunft. Mrs. Graužinienė machte einige interessante Vorschläge bezüglich meiner Zukunft. Ich muss darüber noch nachdenken, aber grundsätzlich bin ich willens Ihre Konditionen zu akzeptieren. Besonderen Dank an die litauischen Freunde für die finanzielle Unterstützung. Heute hat mein Assistent ihre Botschaft besucht und den Rechtsberater getroffen. Sie diskutierten Finanzfragen und Pläne für die zukünftige Kooperation. Mein Assistent besorgte Valentina auch meine Kontodaten in Deutschland.  Ich freue mich auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit in der Zukunft.» 

Wie erfolgreich die Zusammenarbeit zwischen all den Verbrechern damals war und bis heute noch ist, sehen wir am Ergebnis Ukraine: Das Land gibt es nicht mehr als solches. Es wurde verkauft, verraten, verbrannt und vernichtet.

 

Kleiner REMEMBERS Rückblick auf den 27.11.2013:

 

Wie sich die Opposition mit den «Studenten» vereinigte:

https://www.youtube.com/watch?v=8yzCqXr1vBc

 

Wie Klitschko & Loreta Graužinienės ihren Auftritt auf dem Maidan feierten:

https://www.youtube.com/watch?v=zZ4qIqb3hwQ

 

Wie der Tag aus der Sicht der russischen TV-Medien aussah:

https://www.youtube.com/watch?v=y-32Z-BbMkM

 

Quellen:

http://www.heise.de/tp/artikel/42/42485/1.html

http://hinter-der-fichte.blogspot.de/2014/02/die-klitschko-e-mails.html

http://www.heise.de/tp/artikel/42/42485/1.html

http://ukrainecry.com/evromaidan/de

http://euromaidanpress.com/2014/06/08/chronologie-der-ukrainischen-revolution/

 

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Wir vergessen nichts.
Wir verzeihen es nie.

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