LIEBER KRIEG ALS «FRIEDEN».

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Die Wahrheit über das Leben in der «separatistenfreien Zone» 

«Ich bin mitten drin. Hier ist die Hölle los. Sowohl die Meldung der ukrainischen Armee als auch des Widerstandes entsprechen nicht der Wahrheit. Klar, es ist Krieg. Doch das, was in der Realität geschieht, und das, was die Medien berichten, stimmt höchstens zu 10% überein.

In Wirklichkeit läuft ein tierisches Massaker oder, wie man so schön sagt, «ein friedlicher Prozess entsprechend den Minsker Vereinbarungen». Übrigens: Seitens Donezker Volksrepublik ist die Verdrängung der ukrainischen Armee samt ihrer Schwerartillerie auf eine Entfernung von 30 km von Donezk kein Witz, sondern eine Abmachung gewesen. Doch die Junta-Armee hat einfach nicht vor, sich freiwillig vom Fleck zu bewegen. Und der Widerstand hilft sogar ihnen immer wieder dabei. Wie dieser «Frieden» genau aussieht, werde ich euch jetzt schildern:

Gekämpft wird mit allen Arten von Waffen: Von Kalaschnikow bis Uragan oder Smerch. Von 1 Uhr in der Nacht bis 7 Uhr in der Früh. Und nach einer kleinen Pause wieder bis in die Nacht und in die Morgenstunden hinein. Die Häuser stehen ringsherum in Brand und werden in der Luft zum Staub. Wir sitzen im Keller zwischen 6 und 8 Uhr. Die Panzer der ukrainischen Armee haben sich in unserer Stadt überall breit gemacht. Die privaten Nazi-Bataillone haben sich in den Schulen, Wohnhäusern und Kindergärten versteckt. Die Ukris bauen ihre Gräben am liebsten in der direkten Nähe von den Einwohnern, die noch am Leben sind und es nicht geschafft haben zu fliehen. Und die Artillerie des Widerstandes ermittelt genau ihre Stellungen und ballert sie weg.

Ich hätte nie gedacht, dass ich die Kraft habe, diese Hölle einen Monat lang durchstehen und überleben zu können. Es scheint, dass die Grenzen menschlicher Kraft unendlich sind. 

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Die humanitäre Hilfe aus Kiew gab es genau ein einziges Mal: Ein halbes Kilo Reis, Gries, Buchweizen und Nudeln. Ach ja, und eine Fischdose aus dem Jahr 2003. Und das alles für einen ganzen Monat. Super. Alles klar — «Donbass ist Ukraine». So. Und zum Nachtisch gibt’s täglich Artilleriebeschüsse jeder Art. Je näher die Autos des OSZE-Beobachter kommen, desto intensiver wird der Beschuss. Klar, denn die OSZE wird niemals dahin gehen, wo geschossen wird. Und wenn man sie reinlässt, wird es bedeuten, dass die Wahrheit über die wirkliche Lage bei uns sowie die Verbrechen der Junta ans Licht kommen werden. 

Sehr emotional, was? Die Nerven lassen nach, ich weiß. Wer das nicht mitgemacht hat, kann es nicht verstehen, aber die Ukra-Politik ist Genozid. Noch im August hatte ich die Illusionen, dass jede Art von Frieden mit denen besser ist, als Krieg. Doch jetzt bin ich aufgewacht. Nachdem ich mit denen unter solchen Bedingungen leben muss, freue mich sogar über den Beschuss seitens des Widerstandes. Diese Schreckgespenster müssen mit der Wurzel vernichtet werden. Nazis, Banderas, «Patrioten», die «einheitlichen Ukrainer». Ihr könnt die nennen, wie ihr wollt, aber sie sind echte Faschisten.

Ich bin ein friedlicher Mensch. Ich kann nicht mal ein Gewehr in der Hand halten. Aber wie sollen wir, auf diesem s.g. «von den Separatisten befreitem Territorium der einheitlichen Ukraine» eigentlich leben? Ohne Wasser, ohne Gas, ohne Licht. Strom haben ca. 4-5 Stunden am Tag. Wir fällen Bäume, Akazien und Alben, damit wir uns im 2- Stock des Nachbarhauses etwas aufwärmen können. DAS ist «Frieden» und «Schutz der Menschen» auf Ukrainisch. Eigentlich sollten die laut Minsker Abkommen auf ca. 25 Kilometer westlich von hier weggehen. Aber sie blieben. Deshalb werden wir sie hier auch begraben. 

Wir warten auf den Widerstand. Ja, sogar sehr. Sie sind fast in unserer Nähe. Manchmal können wir sie auch ohne Fernglas sehen. Aber… noch sind nicht da.

Glaubt niemandem, der euch erzählt, dass zum Beispiel alles vorbei ist oder dass Putin an allem schuld ist. Wir werden es schon schaffen. Auch, wenn die moralischen und physischen Kräfte nicht unendlich sind. 

Euer Freund aus Donezk, den das Schicksal leider auf der anderen Seite der Front festhält.»

 

***

Wir vergessen nichts.
Wir verzeihen es nie.