MINSK — DONBASS: DER FRIEDEN UNTER FALSCHER FLAGGE

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Während die Welt in Minsk gestern Abend 16 Stunden lang über Frieden (Putin) und Nicht-Frieden (Poroschenko) diskutierte, hielt Donbass den Atem an. In der Hoffnung auf positive, endlich friedenbringende Veränderungen. Und das erneut unter massiven Artilleriebeschuss seiner Einwohner durch die Kiewer Truppen.

Donezk, Lugansk, Gorlowka, Debalcewo — auch diesmal haben die Artilleriegeschosse der Ukras keine Wohngebiete der Donbass Bewohner verfehlt. Mit dem Ergebnis: Mindestens 6 tote Zivilisten, darunter 3 Kinder, sowie 3 weitere Schwerverletzte.

 

Donezk, 12.02.2015: 2 tote Zivilisten durch Grad-Beschuss 

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So wurde heute Nacht, gegen 4 Uhr, das Leninskij Gebiet von der ukrainischen Armee mit 30 Geschossen beschenkt. Dabei wurde u.a. das Krankenhaus Nr. 20, ein 5stöckiges Wohnhaus getroffen und mindestens 2 Zivilisten getötet — durch einen Direktbeschuss seiner Wohnung.

 

Aber auch danach ging die «Friedensattacke» auf Donezk weiter. Dutzende weitere Geschosse trafen die Donezker Wohnsiedlungen Kujbyschewskij und Kirowskij. Glücklicherweise ohne Opferfolgen.

Mitten am Tag bekam auch ein Wohnviertel in Gorlowka das, was keiner im Leben verdient hat: Einen erneuten Beschuss aus den Mehrfachraketenwerfern «Grad«, wobei mindestens 1 Zivilist getötet wurde. Und gerade eben, am späten Abend, wurden zudem 3 Kinder im Alter zwischen 2, 5 und 7 Jahren durch einen Direktbeschuss ihres Wohnhauses ermordet. 

 

Lugansk, 12.02.2015: «Friedlicher» Beschuss der Zivilisten aus «Smerch»

In Lugansk sah die Situation heute Nacht nicht anders aus. Außer, dass der Beschuss der Zivilisten nicht aus «Grad» stattfand, sondern aus «Smerch».

So viel zu den laufenden «Friedensverhandlungen» aus der Sicht von Donbass.

Merkel: «Wir haben keine Illusion»

Kein Wunder, dass selbst unsere deutsche Kanzlerin Angela Merkel im Anschluss an das Minkser Treffen die Welt vor Illusionen gewarnt hat. Aus ihrer Sicht sei noch sehr viel Arbeit für die Umsetzung der Vereinbarungen notwendig:

„Wir haben jetzt einen Hoffnungsschimmer, wir haben eine umfassende Implementierung von Minsk vereinbart“, so Merkel in einem Statement, das der Nachrichtenagentur RIA Novosti vorliegt. „Aber die konkreten Schritte müssen natürlich gegangen werden, und es werden noch große Hürden vor uns liegen.“ „Ich habe keine Illusion, wir haben keine Illusion: Es ist noch sehr, sehr viel Arbeit notwendig ist. Es gibt aber eine reale Chance, die Dinge zum Besseren zu wenden“

http://de.sputniknews.com/politik/20150212/301085560.html#ixzz3RYWh2hvv

 

Putin: «Waffenruhe ab dem 15. Februar 2015, 00.00 Uhr»

Doch im Vergleich zu Deutschland und Donbass hofft Wladimir Putin dennoch auf einen baldigen Frieden im Osten der ehemaligen Ukraine. Wie folgt präsentiert RT Deutsch die Presseerklärung des russischen Präsidenten zu den in Minsk getroffenen Vereinbarungen. Themen seiner Erklärung sind der Waffenstillstand, Rückzug schwerer Waffen, Sonderstatus des Donbass, humanitäre und wirtschaftliche Situation sowie das Gespräch mit Petro Poroschenko zur Situation im Kessel von Debalzewo, in dem sich bis zu 6.000 ukrainische Soldaten befinden sollen:

 

Poroschenko: «Ich habe vorerst keine guten Nachrichten»

Und während Putin auf Frieden in Donbass hofft, verkündet der ukrainischen Präsidenten Pjotr Poroschenko der Welt, es gäbe vorerst keine guten Nachrichten und bewertet einige Vorschläge der russischen Seite als „unannehmbar“. http://de.sputniknews.com/politik/20150212/301076449.html

 

Journalist: «Warum bombardieren Ihre Truppen Zivilisten?»

Das Highlight des Minsker Treffens aus unserer Sicht war aber insbesondere die Frage eines Journalisten an den Ukra-Führer Poroschenko, die bis dato leider unbeantwortet bliebt: «Herr Poroschenko. warum bombardieren Ihre Truppen Zivilisten?»

 

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Wir vergessen nichts.
Wir verzeihen es nie.

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