PUTIN-VERTRAUTER: «VERWEIGERUNG DES RUSSISCHEN MILITÄREINSATZES IN DER UKRAINE WAR EIN FEHLER»

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Seit rund 2 Jahren spricht nicht nur der ukrainische Präsident Petr Poroschenko, sondern auch die ganze Welt nur noch von Einem: Von der «russischen Aggression» in der Ukraine in Form von «zehntausenden russischen Soldaten» in Donbass. Komisch, dass uns bis heute weltweit KEINE Beweise dafür vorgelegt werden konnten. Doch das ist schon lange kalter Kaffee, den wir an dieser Stelle nicht mehr aufkochen wollen. Viel interessanter für uns sind offizielle Stellungnahmen namhafter Politiker und Persönlichkeiten, die heutzutage leider keinerlei Echo in unseren westlichen Medien finden. Zum Beispiel die Meldung vom ukrainischen Politologen Wladimir Kornilow zum seitens der holländischen Geheimdiensten offiziell bewiesenen Abschluss der MH17 durch die Ukraine. Aber auch folgende Stellungnahme aus Russland, die aus unserer Sicht die beste Antwort auf das «Vorhandensein» der russischen Armee in Donbass darstellt. Denn…

Pünktlich zum 2-jährigen Jubiläum der Wiedervereinigung der Halbinsel Krim mit der Russischen Föderation hat Putin-Vertrauter Sergej Markow — der Direktor des Instituts für Politische Forschungen, DUMA-Abgeordnete und Mitglied der Gesellschaftlichen Kammer — die Verweigerung des Einsatzes russischer Armee im Süd-Osten der Ukraine im Jahr 2014 als einen Fehler in Russlands Außenpolitik-Strategie anerkannt. Dies teilte er Ende Februar 2016 ganz offiziell in den sozialen Netzwerken mit.

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Im Hinblick auf die Auswertung eines Stenogramms der Sitzung des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrats der Ukraine (SNBO) vom 28. Februar 2014 nennt Markow folgende Gründe für Russlands Entscheidung gegen den Militäreinsatz in der Ukraine vor 2 Jahren:

  1. Damals hatten sich alle gegen den Einsatz der ukrainischen Armee auf der Krim sowie gegen den Schussbefehl auf die russische Armee entschieden. Der Grund ist einfach nachzuvollziehen: Die Ukraine hatte Angst, dass Russland auf die Entscheidung des Einsatzes ukrainischer Truppen auf der Halbinsel entsprechend reagieren und ggf. noch einen Schritt weiter gehen würde.
  2. Der ukrainische Verteidigungsminister erklärte, dass es nur 5.000 einsatzfähige Soldaten im ganzen Land gäbe. Es scheint, dass wenn Russland seine Armee im Süd-Osten der Ukraine eingesetzt hätte, dann hätte es in der Ukraine keinen Krieg gegeben. Und unabhängig davon, dass Kiew rechtsextreme Gruppierungen aus der Westukraine auf die Krim geschickt hatte, wechselten 90% der ukrainischen Matrosen, der Offiziere aus der Ukrainischen Flotte sowie die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes der Ukraine (SBU) zur russische Armee.
  3. Turtschinow nahm damals die härteste Position an: Er war der Einzige, der den Kriegszustand in der Ukraine ausrufen wollte.
  4. Timoschenko hatte damals das letzte Wort bei der Entscheidung. Sie forderte, dass kein Panzer seine Kaserne verlassen soll. Zu dem Zeitpunkt spielte sie eine große Rolle in der ukrainischen Politik. Turtschinov und Jazenuk waren ihr nur noch aus Gewohnheit untergeben. Sie wollte Präsidentin werden, aber die Amerikaner wählten Poroschenko für den Hauptposten der Ukraine und sie wurde ruhig gestellt.
  5. Zudem drückte sich Turtschinov sehr passend dazu aus: „Unsere westlichen Partner bitten uns, keine hektischen Entscheidungen zu treffen“. Somit muss man feststellen, dass der Westen damals nicht all zu sehr Russland herausforderte, da sie Angst von zu viel Entschlossenheit seitens der Russischen Föderation hatten.

Die Konsequenz daraus ist «traurig», so Markow:

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«Die Strategie auf der Krim war richtig. Aber die Verweigerung unseres Einsatzes im Süd-Osten der Ukraine war ein Fehler. Dann gäbe es nämlich keinen Krieg. Der Westen hätte sich nicht eingemischt, die ukrainische Armee hätte auf die Seite der Befreiungsarmee gewechselt. Es entwickelte sich aber anders. Wir ließen es zu, dass der Widerstand gegen die Junta mit Gewalt in Charkow im April und in Odessa am 2. Mai (2014) unterdrückt wurde. Obwohl man das Verhalten unserer Regierung nachvollziehbar kann, denn man wollte einen großen Krieg verhindern“

Warum jedoch Putin-Vertrauter Sergej Markov und nicht der Pressesprecher des russischen Präsidenten Dmitrij Peskow diesen Fehler zugegeben hat, ist ebenso nachvollziehbar: Der Präsident kann sich nicht irren. Und wenn er falsch oder unzureichend informiert gewesen war, dann müsste er Konsequenzen daraus ziehen und die unzuverlässige Informationsquelle bestrafen. Der Präsident schenkte Markow aber sein Vertrauen und dafür hatte er womöglich seine Gründe.

So oder so, Fakt ist: Es wurde von einer dritten Stimme erklärt. Und zwar relativ laut: Wir sind alle Menschen und wir haben uns geirrt. Übrigens: Diesen Fehler gab man in Russland schon 2014 inoffiziell zu.

Ganz klar:

 

Grund 1: Russland wollte mit allen Mitteln einen großen Krieg verhindern

Manche haben sich so sehr auf diesen Krieg eingestellt, dass sie sich ständig fragten: Wann wird Putin endlich seine Armee einsetzen? ALLE wurden, v.a. durch die Medien, bewusst auf einen möglichen Krieg eingestimmt. Sowohl in Russland als auch im Westen. Man tat es seit April 2014 und ließ nicht locker. Die Gefahr eines Krieges war wirklich sehr hoch. Der konnte an jedem Tag, jede Nacht und in jedem Moment beginnen.

Aber Russland fand dann doch eine Möglichkeit, einen großen Krieg zu verhindern. Das Massaker in Odessa und den Bürgerkrieg in Donbass jedoch leider nicht. Und heute hofft Russland, dass man die Menschen in der (ehemaligen) Ukraine durch Verhandlungen und das Aufzeigen friedlicher Absichten schützen könnte. Ob sie Recht haben, werden wir sehen. Doch im Moment stehen nicht nur in Donbass, sondern auch in der ganzen Ukraine alle Zeichen auf Krieg.

Es könnte aber auch einen anderen Grund für die Verweigerung eines militärischen Einsatzes in der Ukraine geben:

Grund 2: Die russische Regierung glaubte an Europa

Ja, damals glaubten fast alle an Europa. Und manche scheinen es noch weiterhin zu tun. Europa machte damals Versprechungen, die sie (siehe Ukraine & EU-Assoziierungsabkommen) bis heute nicht eingehalten hat. Stattdessen bereiteten der Westen und die USA ein zweites Jugoslawien-Szenario für die Ukraine vor und startete mit einer Lüge, genau so wie vor rund 20 Jahren in Jugoslawien, im Osten der Ukraine einen Krieg gegen Russland.

Zur Erinnerung & zum Vergleich: „Deutschlands Weg in den Kosovo-Krieg: Es begann mit einer Lüge»

[youtube url=»https://youtu.be/ZtkQYRlXMNU»]

Der dritte mögliche Grund für den Nicht-Einsatz russischer Armee im Süd-Osten der Ukraine:

 

Grund 3: Russland dachte, Poroschenko sei verhandlungsfähig

„Poroschenko ist die beste Chance, die Ukraine heute hat“, antwortete damals Sergej Lawrow, Außenminister der Russischen Föderation, auf die Frage, ob Poroschenko ein vertrauenswürdiger Partner wäre. Russland glaubte damals scheinbar wirklich, man könnte Poroschenko, der von den Amerikanern für den ukrainischen Präsidenten-Posten auserwählt wurde, sei verhandlungsfähig und man könnte ihn früher oder später für sich gewinnen, auf die eigene Seite ziehen — mit Hilfe von alten Bekanntschaften unter den Oligarchen und Politikern. Schließlich war Poroschenko vor dem Maidan einer der „Hauptinvestoren“ in Russland. Deshalb sprach sich anfangs auch die russische Geschäftselite für ihn aus.

„Ich kann nicht sagen, dass wir irgendwelche Problemen beim Kontakt mit dem ukrainischen Präsidenten, Petr Poroschenko, hätten, zumindest nicht auf dem Level der Häupter zweier Länder. Wir pflegen den Dialog. Ich bin ständig in Kontakt mit meinem Kollegen, Pavel Klimkin. Ich finde, dass wir einen engen, beruflichen Kontakt pflegen…

Das Wichtigste für die ukrainische Regierung ist es, dass sie verstehen muss, dass es IHR Land und somit IHRE Verantwortung ist. Sie darf nicht Zeit mit Machtkämpfen vergeudet, die jetzt in Kiew geführt werden. Sie soll endlich Reformen ausarbeiten, darunter auch die konstitutionellen, die sie versprochen hatte… Die konstitutionelle Frage ist das Problem der Strukturen in der Ukraine. Sie sollten dringendst gelöst werden» (Sergej Lawrow, 2014)

Doch spätestens dann, als die Leichen in Lugansk, Donezk und Gorlowka die Straßen des Donbass übersäten, war Russland klar: Poroschenko ist alles andere, als «unser Freund und Partner». UND: er ist nicht allein. Hinter ihm stehen Washington und Europa. Doch wie uns die aktuelle geo-politische Situation zeigt, wird Poroschenko ganz bald womöglich nicht nur seine letzten Freunde verlieren, sondern auch seinen Kopf. Jedenfalls als Präsident der Ukraine.

Ob das den Krieg in Donbass zum schnellen Stoppen bringt, ist natürlich fraglich. Denn… tauscht man eine Marionette gegen die andere aus, muss das Puppen-Theater noch lange nicht geschlossen werden.

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„DONBASS WIRD LEBEN“ ist eine internationale Hilfskooperation von REMEMBERS (Deutschland) & dem humanitären Bataillon „Angel“ (Donbass), die wir Anfang November gestartet haben. In diesem Zusammenhang erscheint bei uns seitdem in regelmäßigen Zeitabständen eine mehrteilige Kurzvideo-Dokumentationsreihe, die unsere aktuelle Mission und den leidvollen Kriegsalltag der Zivilisten mitten in der Beschusszone hautnah widerspiegelt.

> Der Hintergrund/Aktionsstart (Start: November 2015): https://remembers.achtungpartisanen.ru/donbass-wird-leben/

> Erfolgreich abgeschlossene Hilfeleistung für:

(1) Kiewskij Gebiet (50 Zivilisten): https://remembers.achtungpartisanen.ru/donbass-wird-leben-2/

(2) Aleksandrowka (150 Zivilsten): https://remembers.achtungpartisanen.ru/donbass-wird-leben-3/

(3) Spartak (50 Zivilisten): https://remembers.achtungpartisanen.ru/donbass-wird-leben-4/

(4) Jakowlewka (100 Zivilisten): https://remembers.achtungpartisanen.ru/donbass-wird-leben-5/

(5) Grigorowka & Nowaja Marjewka (50 Zivilisten): https://remembers.achtungpartisanen.ru/donbass-wird-leben-6/

(6) 2.Plattform,„Volvo-Zentrum“ (50 Zivilisten): https://remembers.achtungpartisanen.ru/donbass-wird-leben-volvo-zentrum/

(7) Spartak 2.0 (100 Zivilisten): https://remembers.achtungpartisanen.ru/donbass-wird-leben-7/

(8)Oktjabrskij (50 Zivilisten): https://remembers.achtungpartisanen.ru/donbass-wird-leben-oktjabrskij/

(9) Kurganka (100 Zivilisten): https://remembers.achtungpartisanen.ru/donbass-wird-leben-kurganka/

(10) Gorlowka (Direkthilfe für ausgewählte Familien mit Kindern): https://remembers.achtungpartisanen.ru/gorlowka/

(11) Neujahrsmarathon durch die DVR und LVR (über 500 behinderte und Waisenkinder sowie Familien in Not): https://remembers.achtungpartisanen.ru/danke-liebes-deutschland/

(12) Staromihajlowka & Schirokaja Balka (50 Rentner und rund 500 Familien mit Kindern): https://remembers.achtungpartisanen.ru/donbass-wird-leben-8/

(13) REMEMBERS & «Angel» in Rentner-Mission (320 Zivilisten & Familien): https://remembers.achtungpartisanen.ru/donbass-wird-leben-13/

(14) Überlebensrettung durch individuelle Direkthilfe: https://remembers.achtungpartisanen.ru/donbass-wird-leben-14/

(15) Marinowka: Überlebenschancen für die Großen & Riesenfreude für die Kleinen: https://remembers.achtungpartisanen.ru/donbass-wird-leben-marinowka/

– weitere aktuelle Berichte aus der Volksrepublik Donezk und Lugansk (März 2016) folgen in Kürze.

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