RECHTS GEGEN RECHT: «LUSTRATION» 2014 AUF UKRAINISCH

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"LUSTRATION" 2014 AUF UKRAINISCH

Auf den Straßen der Ukraine tobt auch weiterhin die «Volkslustration», bei der — fast schon traditionell — Politiker und Staatsangestellte von einem unaufhaltsamen Mob zusammengeschlagen und in einen Müllcontainer hineingeschmissen werden. Und zwar durch Mitglieder rechtsradikaler Gruppierungen. Mit dem Ziel: Neubesetzung von Staatspositionen.

 

Aktuelles Lustrationsbeispiel

Anatolij Olejnik, Gouverneur von Vinnicia, der den Ultra-Nationalisten der Sowoboda-Partei einfach nicht gepasst hat.

Als letzte Woche 600 rechtsradikaler Anhänger unter den Schreien und Losungen «Heil der Ukraine!», „Heil der Nation!“ und „Ukraine über alles!“ den Amtssitz von Olejnik in der westukrainischen Stadt stürmten, kamen nicht nur wehende Swoboda-Fahnen und Rauchbomben zum Einsatz, sondern auch ein Müllcontainer, den die Demonstranten bis in den ersten Stock des Gebäudes mitgebracht hatten. Mit einem Ergebnis, der keinen von uns überraschen sollte: Der neue «Volksgouverneur» Aleksej Furman, ein Swoboda-Mitglied, darf sich schon am kommenden Montag im warmen Chefsessel von Anatolij Olejnik breit machen. http://www.rtdeutsch.com/8043/international/in-der-west-und-zentralukraine-tobt-der-rechte-mob/

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Und so war der «Machtwechsel» vor einigen Tagen in Vinnica:

 

Kiew bekommt kalte Füße und heißen Kopf

Langsam, aber sich bekommt selbst Kiew Angs wegen der aufkommenden Gewalt auf den Straßen. Der Innenminister Arsen Awakow rief nun auf seiner Facebook-Seite die Menschen auf, sich zurückzuhalten:

«Noch ein paar Lunchmorde und gebrochene Gesichter — und ich fürchte, Europa und Amerika werden sich von uns abwenden. Benimmt euch nicht wie Wilde. Die Ukraine ist ein Europäisches Land.»

Wie «europäisch» dieses Land wirklich ist, zeigt alles, was vor allem während und nach Maidan war sowie unser folgender Rückblick auf das Jahr 2014, inklusive einen aktuellen Video-Beitrag von RT auf Deutsch.

 

Ein Blick zurück auf das Lustrations-Jahr 2014 in der Ukraine

In den vergangenen Wochen und Monaten ist es bereits mehrfach zu gewalttätigen Übergriffen auf Beamte und Politiker gekommen, die laut der neuen Regierung mit dem im Frühjahr gestürzten Janukowitsch-Regime in Verbindung gebracht werden. Die Opfer wurden dabei zum Teil einfach in Mülltonnen geworfen. Zum Beispiel:

Opfer Nr. 1:

Der ehemalige Katastrophenschutzminister Nestor Schufrytsch, der in Odessa von einer wütenden Menschenmenge aus Aktivisten des „Rechten Sektors“ und des Euromajdans übel verdroschen wurde, als der Mob den Politiker in eine bereitstehende Mülltonne werfen wollte.

 

Opfer Nr. 2:

Der Abgeordnete Witalij Schurawskyj, der direkt vor dem Parlamentsgebäude in Kiew in eine Mülltonne geworfen und längere Zeit daran gehindert wurde, wieder herauszuklettern.

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Opfer Nr. 3:

Der Abgeordnete Witalij Hruschewskyj, der demselben Ritual unterzogen wurde. Das ehemalige Mitglied von Janukowitschs «Partei der Regionen» gehört heute der Gruppe „Für Frieden und Stabilität“ im Parlament an, die als Sammelbecken für Gefolgsleute des Ex-Präsidenten gilt.

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Opfer Nr. 4:

Der Volksvertreter Wiktor Pilipischyn. Ihm warfen die Täter im Internet konkret vor, dass er am 16. Januar 2014 für die s.g. „Diktaturgesetze“ gestimmt habe.

 

Opfer Nr. 5:

Der neu ernannte Gouverneur des Gebiets Kirowograd Serhij Kusmenko, den der Vorsitzende der Radikalen Partei, Oleh Ljaschko,

in eine Mülltonne verfrachten wollte. Da dieser an seinem Amtssitz nicht auffindbar war, musste kurzerhand Verwaltungsschef Wassyl Smahljuk für die Aktion herhalten.

 

Opfer Nr. 6:

Viktoria Gozhij, Leiterin des Gerichthof aus Dnepropetrowsk, die mitten auf der Straße in eine Mülltonne geworfen wurde. http://russian.rt.com/article/57384

Und viele andere:

 

 

Unser Fazit, ausgedrückt mit den Worten von Bertolt Brecht:

«Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zu Pflicht.»

 

***

Wir vergessen nichts.
Wir verzeihen es nie.

 

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