REMEMBERS Exklusiv: Mehr-teilige Bilder-, Fakten- und Dokumentensammlung zum Thema «2. Mai. Odessa Massaker. Ohne Täter?“

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Eine umfassende Bilder-, Fakten- und Dokumentensammlung zum Thema «2. Mai. Odessa Massaker. Ohne Täter?», zusammengestellt mit viel Herz und Schmerz von Masha Faust — einer gebürtigen Odessiterin, die seit den 90ger Jahren in Deutschland lebt und seit 2 Jahren ihren persönlichen Weg in Richtung Gerechtigkeit geht.

«Ich lebe und arbeite seit über 20 Jahren in Osnabrück und hatte das Privileg, in der wunderschönsten Stadt der Welt Odessa geboren zu werden und in ihrem Herzen – der Deribasowskaja-Straße – aufzuwachsen. Obwohl unsere Großfamilie in den 90-ern die schwere Entscheidung traf, die Ukraine zu verlassen, blieb Odessa uns erhalten. Wie fuhren mehrfach dorthin, ich zeigte stolz die geheimen Schätze von Odessa meinen Kindern, meinem Mann und gab so meine Bewunderung und Liebe für diese einzigartige Stadt an sie weiter. Der Frieden in Odessa war damals so selbstverständlich… Und so zerbrechlich, wie ich es seit dem 2. Mai 2014 weiß.

Die Tragödie, die sich in Odessa am 2. Mai 2014 ereignete, traf mich hart und veränderte mein Leben für immer. Ich konnte diese schreckliche Nachricht erst gar nicht wahrnehmen. Gerade in meinem friedlichen und humorvollen Odessa war ein nazistischer Pogrom mit 48 Ermordeten absurd, undenkbar… Und doch ist es passiert. Die Nazis mit ukrainischen Flaggen und Rufen „Ukraine über alles“ brachten meine Mitbürger um. Mit dem Wohlwollen der neuen Machthaber in Kiew. Mein erster Schock entwickelte sich zu einem Trauma. Zu dem Bestürzen über 48 getötete Odessiten, kam das Erstaunen über den anschließenden Zynismus und Ungerechtigkeit: Die Erklärung der Täter zu Patrioten, Repressionen in Odessa, grotesker endloser Prozess gegen die überlebenden Opfer, Vertuschungen, Lügen und Ignoranz in den Medien und sogar seitens der UNO.

Ich konnte nicht schweigen. Bereits am 8. Mai 2014 stand ich auf der Straße und erzählte den Menschen unter Tränen über das Pogrom. Das tat ich immer wieder, empfand es als meine Pflicht, das Mindeste, was ich für die Opfer und die Hinterbliebenen tun kann. Später hörte ich über eine Fotoausstellungen zu diesem Thema und wollte auch eine organisieren, habe viel recherchiert und je mehr die Puzzleteile um das Geschehene zu einander passten, je mehr ich die Entwicklungen nach dem Massaker verfolgte, desto grausamer wurde das Bild – die Fratze des Faschismus.

Unsere Ausstellung existiert nicht nur elektronisch. Sie ist auch in Form von über 20 großen Tafeln vorhanden und wurde schon dreimal im Zentrum von Osnabrück ausgestellt. Am 1. Mai 2016, zum zweiten Jahrestag des Massakers, werden alle unsere Bilder, Fakten und Dokumente das 1. Mal in einem Raum für mehrere Tage ausgestellt – danke an DIE LINKE!

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An dieser Stelle möchte ich allen danken, die helfend mitgewirkt haben. Insbesondere dem Osnabrücker Künstler Henning, der die Tafeln konzipiert und erstellt hat, Irina, die mir bei den Übersetzungen und Recherchen half, und nicht zuletzt meiner Familie, die mir jederzeit mit Rat und Tat beistand.»

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Teil №1




Teil №2




Teil №3

Teil №4

Mai 2015 — April 2016