REMEMBERS SPENDEN EIN STÜCK SICHERHEIT — AN DIE KINDER VON «FRIEDENSBRÜCKE»

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«Deutschland macht den Schulanfang in Donbass»: Aktueller Stand unserer Spendenaktion Sommer/Herbst 2015

Lange haben wir, gemeinsam mit euch, liebe REMEMBERS und Donbass Freunde, auf diesen Moment gewartet. Doch nach über 2 Wochen Stillstand unseres Schul-Hilfsgüter-Konvois an der Grenze zwischen Russland und Donbass können wir endlich gute Neuigkeiten verkünden:

Unsere Aufklärungs- und Spendeninitiative REMEMBERS hat vor wenigen Tagen von den Repräsentanten der Volksrepublik Donezk die langersehnte Akkreditierung  erhalten. Das bedeutet, dass wir ab sofort offiziell zu denjenigen wenigen internationalen Hilfsorganisationen gehören, die nach strenger, detaillierter Prüfung sämtlicher Unterlagen das Vertrauen der DVR gewonnen haben und dazu berechtig sind, jederzeit unsere für die Zivilbevölkerung bestimmten Hilfsgüter aus Deutschland nach Donbass zu bringen. Wir sind unheimlich stolz und glücklich darüber und danken dem „Committee of Accreditation Humanitarian Missions“  für sein Vertrauen in unsere Mission. Für Donbass. Gegen Genozid.

Und mit diesen wichtigen Papieren in der Hand werden wir am Wochenende nun endlich nach Donezk starten, wo uns nicht nur die Schulkinder der Hauptstand der DVR erwarten, sondern auch unsere Partner aus Perwomajsk. Denn nach unserer Ankunft in Donezk wird, wie geplant, ein Teil unserer Schulpakete zu den Erstklässlern und Grundschulkindern in die Lugansker Volksrepublik gebracht und entsprechend verteilt.

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Zahlen, die sich auszahlen: Unsere Investitionen eurer Spendengelder zum Wohl der Zivilisten in Donbass

— Von insgesamt 29.976,18 Euro (abzgl. Paypal-Gebühren) haben wir bereits rund 11.000 Euro für den Erwerb von 320x Schulrucksack + 320x 30-teiliges Schulutensilien-Set + 320x Organiser-Box ausgegeben. Direkt vor Ort in Donbass werden anschließend 320x Süßigkeitensammlung für die Kinder + 320x Überlebensmittelpakete für ihre Familien eingekauft. Zudem wird eine feierliche Übergabe unserer Hilfsgüter organisiert und durchgeführt.

— Weitere 2.500 Euro haben wir bereits in ein Sofort-Hilfe-Projekt unseres Partners «Friedensbrücke» , zum Schutz der Kinder aus Donbass, investiert, welches wir euch folgend voller Freude vorstellen möchten.

— Die restlichen Spendengelder aus unserem Gemeinschafts-Spendenmarathon 2015 fließen nach endgültigem Abschluss unserer Schulaktion in die Gründung einer s.g. «Mobilen Backstube», die wir speziell für die Donbass Bevölkerung ins Leben rufen wollen. Denn der Winter steht kurz vor der Tür und die humanitäre Blockade in den Volksrepubliken erschwert den Menschen immer mehr ihren erbitterten Kampf ums Überleben. Weitere Details zu unserem innovativen Überlebens-Projekt folgen nach konkreter Planung und Organisation unseres großen Vorhabens.

Noch ein Mal herzlichen Dank an alle unsere Unterstützer und Spender für diese einmalige Chance, so vielen notleidenden Menschen im Kriegsgebiet Donbass gezielt helfen zu können.

Partner fürs (Über)Leben: REMEMBERS & «Friedensbrücke»

Seit Juli 2015 kämpft unser Partner aus Deutschland — der neu gegründete Verein «Friedensbrücke — Kriegsopferhilfe e.V.» — um das Wohl und Überleben unschuldiger, vom Bürgerkrieg gezeichneter Kinder aus dem Osten der ehemaligen Ukraine. Allein in den letzten 2 Monaten ist es ihm gelungen, zusammen mit vielen weiteren Helfern vor Ort bereits über 250 Kinder, gemeinsam mit ihren Müttern, aus dem Kriegsgebiet Donbass zu evakuieren und ins russische Feriencamp «Pionier» in Rostow am Don zu bringen. Zum Schutz der kleinen Zivilisten. Weit weg von Hunger, Leid und ihrem Überlebenskampf — mitten in der humanitären und wirtschaftlichen Blockade, die «dank» dem menschenverachtenden Kiewer Regime bereits seit über 1 Jahr ihre tagtäglichen Begleiter sind.

Denn die Kinder kommen aus den heißesten Brennpunkten des Krieges. Unter anderem aus Gorlowka (Glubokaja Siedlung), Telmanowo, Kirowsk, Donezk (aus den Stadteilen Petrowskij und Kujbyschewskij) und Spartak. Zudem leiden die meisten von ihnen an chronischen Erkrankungen und haben Erholung dringen notwendig. U.a. weil sie in den letzten Monaten größtenteils in dunklen, feuchten Kellerräumen ihre Kindheit verbracht haben, da ein Leben in ihren Wohnungen oder Häusern einfach nicht mehr möglich war. Ob aufgrund massiver Zerstörungen oder hoher Lebensgefahr mitten an der Frontlinie.

Bis heute tun unsere Freunde von der «Friedensbrücke» alles erdenklich Mögliche, um diesen unschuldigen Kindern eine friedliche und glückliche Zeit im Feriencamp zu bereiten. Eine Zeit, in der sie die Erlebnisse der letzten Monate verarbeiten und auch mal für einen längeren Moment vergessen können.

Deshalb haben wir uns entschieden, einen Teil des bei unserem gemeinschaftlichen Schulspendenmarathon 2015 gesammelten Geldes unserem Partner-Verein zu übergeben. Und somit den kleinen Engeln von Donbass ein Stück Sicherheit im russischen Feriencamp «Pionier» zu spenden.

An dieser Stelle möchten wir uns natürlich bei allen unseren REMEMBERS Spendern noch ein Mal bedanken. Für diese großartige Chance, erneut gezielt und effektiv da helfen zu können, wo unsere Sofort-Hilfe gebraucht wird. Dank eurem enormen Spendeneinsatz bei unserem Gemeinschafts-Schulspendenmarathon (Juli/August 2015). Auch im Namen unseres Partners «Friedensbrücke» und der Kinder aus Donbass:

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Und hier kommen die schönsten Momente des Kinderglücks — direkt aus dem Feriencamp «Pionier» in Rostow am Don.

Die Ankunft der Donbass Kinder im Feriencamp in Rostow am Don

Die Evakuierung der Kinder wurde für das «Friedensbrücke»-Team zu einer wahren Herausforderung. Aber Dank der zahlreichen Unterstützung von vielen freiwilligen Helfern vor Ort konnten alle Kinder und ihre Mütter aus Donbass evakuiert werden.

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Zum Beispiel mit Hilfe von der Brigade «Prizak»:

 

Oder mit Unterstützung von Alexey Smirnov, der bereits seit rund 1 Jahr ebenso unser treuer Partner in Donbass ist:

 

Voller Spielspaß und Lebensfreude: Der Alltag im «Pionier»

Auch für die Abwechslung der Kinder wird jederzeit im Feriencamp gesorgt.

Ob mit vielen schönen, bunten Spiel- und Bastelsachen, die von freiwilligen Helfern in Rostow am Don eigens dafür erworben werden:

Oder mit einem tollen Neptunfest, der zu einer Feriencamp-Zeit einfach dazu gehört:

Und vor kurzem wurden hier sogar viele neue Freundschaften geschlossen. Denn die Kleinen wurden im Feriencamp von Kindern des russischen Waisenhauses «Filimonki» besucht und reichlich beschenkt. Für uns — ein echtes Zeichen der Solidarität und eine großartige Aktion des «Friedensbrücke»-Teams, wie man im folgenden Video sehen kann:

Aktuelle Berichte über das Feriencamp findet ihr auf der Facebook-Seite der «Friedensbrücke»: https://www.facebook.com/groups/919175894812340/?fref=ts

 

Klaus Koch, Gründungs- und Vorstandsmitglied der «Friedensbrücke» — war vor wenigen Tagen persönlich vor Ort und hat seine unglaublich bewegenden Eindrücke vom Leben der Kinder im Feriencamp wie folgt beschrieben:

«Liebe Freunde!

Ich habe 2 Tage gebraucht, um meine Eindrücke, die ich beim Besuch des Ferienlagers „PIONIER“ bekommen habe, zu verarbeiten. Zu viele Emotionen, die die unmittelbare Berührung mit unsäglichem Leid von unschuldigen Kindern, die nach 3 Wochen Frieden ihre Erlebnisse nur langsam beginnen zu vergessen, hervorrufen. Ich musste das erst selbst einigermaßen verarbeiten, ehe ich darüber berichten konnte. Und selbst jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, muss ich Pausen einlegen, um mich zu beruhigen.

Ich habe in Kinderaugen gesehen, die, selbst wenn sie lachen, traurig aussehen. Ich habe mit Kindern und ihren Müttern und Großmüttern gesprochen, denen der Schreck und die Grauen, die sie durchlebt haben tief ins Gesicht geschnitten sind, die alles, was sie sich in ihrem Leben geschaffen haben, in einem sinnlosen Krieg verloren haben. 

Sie haben mir erzählt, wie sie wochenlang im Keller gesessen haben, wie sie in Kälte und Nässe das letzte Brot mit anderen geteilt haben. Sie haben ihre Wut herausgeschrien auf Poroschenko und seine faschistischen Mörderbanden. Sie haben ihr Unverständnis für die europäischen Unterstützer dieser Verbrecher zum Ausdruck gebracht. 

Sie haben mir erklärt, warum sie in diese Hölle zurückfahren und warum sie nicht als Flüchtlinge in anderen Ländern leben werden. Man wird sie nicht besiegen können. Sie sind alle zusammengerückt und werden sich eher selbst opfern, ehe sie ihr Land aufgeben.

Sie haben mich umarmt und mit Tränen in den Augen dafür gedankt, dass wir ihre Kinder für einige Wochen aus diesem Elend befreit haben, dass wir ihnen gezeigt haben, dass es nicht normal ist, im Krieg in jeder Nacht von Granateinschlägen geweckt zu werden und sich zu verstecken. 

Es hat eine Weile gedauert, bis sie sich an die Stille und Geborgenheit des Ferienlagers gewöhnt haben. 

Bei der Ankunft fragten sie, wo die Schutzräume seien, in die sie im Falle eines Beschusses laufen müssen. Sehr gestresst reagierten sie auf Flugzeuge, die den nicht weit entfernten Flughafen Rostov anflogen. Alle schauten in den Himmel und schrien „Flugzeuge“! 

Viktoria erzählte mir, dass sich ganz in der Nähe Erholungseinrichtungen, in denen Erwachsene ihren Urlaub verbringen, befinden. Dort ist es üblich, dass zu Geburtstagsfeiern ein kleines Feuerwerk veranstaltet wird. Als das zum ersten Mal geschah, versteckten sich die Kinder unter den Betten, liefen aufgeregt über die Flure und versuchten sich in Sicherheit zu bringen. Die Betreuer hatten viel zu tun, um die Kinder wieder zu beruhigen und ihnen zu erklären, dass sie sich nicht in Gefahr befinden. 

Nach 3 Wochen Aufenthalt haben sich die kleinen Kinderseelen etwas beruhigt. Sie spielen, wie alle Kinder und nicht mehr das Spiel „Granatsplitter einsammeln“. Sie lachen und tanzen, sie haben sich etwas erholt. Ich wünsch ihnen für ihre Zukunft Frieden und ein glückliches Leben. 

Unsere Aktion ist sicher nur ein kleiner Tropfen, aber wir haben den Menschen Hoffnung gegeben, dass sie nicht alleine sind und dass nicht alle Menschen in Deutschland gleichgültig und kaltherzig sind. 

Wir werden diese Aktion noch einige Zeit fortsetzen und weiteren Kindern auf diese Weise helfen. 

Ich möchte den Dank, den ich von den Kindern, Müttern und Großmüttern erhalten habe, an euch alle weitergeben. Wir haben etwas Großes in kurzer Zeit auf die Beine gestellt und das sollte uns Zuversicht und Ansporn geben für unsere weiteren Aktivitäten.

Klaus Koch»

Auch wir sind unheimlich glücklich, mit unserer Spende einen kleinen, persönlichen REMEMBERS Beitrag zur Sicherung des Überlebens der Kinder aus Donbass leisten zu können. In Zusammenarbeit mit unserem Partner aus Deutschland «Friedensbrücke» sowie dank der tatkräftigen Spenden-Unterstützung unserer REMEMBERS Freunde. Nochmals Danke & Spasibo an alle — für diese großartige Chance.

 

Hilfe! «Friedensbrücke» braucht eure Unterstützung

Das Team unseres Partner-Vereins baut selbstverständlich seine Brücke in den Frieden weiter und benötigt im Moment jede Unterstützung. Denn in diesen Tagen werden weitere 170 Kinder aus Donbass das russische Feriencamp in Rostow am Don erreichen. Anbei ein offizieller Spendenaufruf der «Friedensbrücke» vom 16. September 2015:

« Achtung!…Achtung!…Achtung! Bitte helft uns! Machen wir es nochmal!

Unser Friedenscamp für die Kinder und ihre Mütter hat sich im Donbass herumgesprochen. Die Kinder, die dort waren, sind voll des Lobes und voll der Freude über die schöne Zeit des Ausruhens vom Krieg. Verständlicher Weise konnten wir in der bisherigen Zeit noch nicht allen Kindern helfen, die es ebenso dringend benötigen. Weitere 170 Kinder warten und benötigen dringend eine friedliche Auszeit. Das heißt aber auch: Wir brauchen dringend weitere 2.500 Euro als Spenden, denn unsere Kassen sind heute leider leer durch die laufenden Durchgänge im Camp! Über 6.000 Euro sind schon in unser Projekt «Friedensferien» geflossen und das ist auch gut so, denn auf dem Konto nützt den Kindern das Geld ja nichts! Also sollten wir nochmal alle unsere Po- Backen zusammenkneifen und schauen, dass wir für die nächsten Kinder fleißig sammeln! Bitte lasst es uns noch einmal tun! Für das Lächeln der Kinder!»

Bitte hilft unseren Freunden, zu helfen. Im Sinne der kleinen Engeln von Donbass. Herzlichen Dank schon im Voraus dafür. Mit friedlichen Grüßen. Eure REMEMBERS.

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Wir vergessen nichts.
Wir verzeihen es nie.

 

REMEMBERS Erfolgsberichterstattung im Gesamtüberblick:

 

Winterspendenaktion 2014/2015

Erfolgsbericht Nr. 1:

Auflistung aller Spendeneinnahmen & Planung erster Schritte

 

Erfolgsbericht Nr. 2:


Lebensmitteleinkauf & Vorstellung der Zielorte unseres Hilfskonvois

 

Erfolgsbericht Nr. 3:

Persönliche Übergabe der Überlebenspakete an die Bewohner von Nikischino & Chernuhino

 

Erfolgsbericht Nr. 4:

Interview mit Alexey Smirnov – unserem Partner in Donbass

 

Erfolgsbericht Nr. 5:

REMEMBERS bringen 7,5 Tonnen Mehl nach Perwomajsk

https://remembers.achtungpartisanen.ru/remembers-bringen-75-tonnen-mehl-nach-perwomajsk/

 

 

Frühjahrsspendenaktionen 2015:

Remembers spenden Hoffnung an Anna Tuf aus Gorlowka

 

 

Sommer-/Herbst-Spendenaktion 2015:

– Aktionsstart:

(1) https://remembers.achtungpartisanen.ru/gemeinschafts-spendenmarathon-deutschland-macht-den-schulanfang-in-donbass/

– Die ersten Schritte ans Ziel und darüber hinaus:

(2) https://remembers.achtungpartisanen.ru/schulspenden-marathon-deutschland-donbass-die-ersten-schritte-ans-ziel/

(3) https://remembers.achtungpartisanen.ru/bis-ans-ziel-darueber-hinaus-status-quo-2-schulspenden-marathon/

(4) https://remembers.achtungpartisanen.ru/noch-4-tage-vorm-ziel-bereits-ueber-21-000-euro-zum-schulstart-in-donbass/

 

– Abschluss-Bericht Spendensammlung:

(5) https://remembers.achtungpartisanen.ru/note-1-in-solidaritaet-deutschland-spendet-ueber-28-000-euro-zum-schulstart-in-donbass/

 

— Status Quo Schulaktion:

(6) https://remembers.achtungpartisanen.ru/zwischen-krieg-hilfsguetern-und-buerokratie-erlebnisbericht-1-ueber-unsere-schulspendenaktion/

(7) https://remembers.achtungpartisanen.ru/offizielle-ansprache-von-vladislav-brig-dvr-an-alle-remembers-bericht-2-schulspendenaktion/