«SCHANDE!» STATT «DANKE» UND APPLAUS

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Eigentlich wollte er gestern seinem Volk, das im Februar 2013 auf dem Maidan sein Leben riskiert und im Zuge der blutigen Auseinandersetzungen «zwischen Demonstranten und Janukowitsch-Regierung» hundertfach verloren hatte, einen Dank aussprechen. Dafür, dass die Ukraine heute endlich das ist, was sie ist: Unabhängig — von allem, was ihr Jahrzehnte, gar Jahrhunderte (!!!!), eine Gefahr für die Zukunft darstellte. Also endlich frei von Russland, Korruption und Wirtschaftskrise.

Doch statt mit Applaus und Freudentränen wurde der neue Präsident der Ukraine Petr Poroschenko mit Buhrufen und Vorwürfen empfangen, als er in Kiew einen Kranz niederlegen wollte. Anlässlich der Gedenkfeier des ersten Jahrestages des Maidan-Aufstandes. In der Instituzka Straße, wo im Februar die meisten Demonstranten getötet worden waren.

 

«Schande! Warum wurde niemand bestraft?»

«Dank des Bluts unserer Kinder sind Sie ins Amt gekommen!»

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«Sie haben uns versprochen, dass unsere Angehörigen, die gefallen sind, Helden der Ukraine sind»

«Schande! Schande! Schande!»

«Sie lügen uns an!»

«Sie haben uns versprochen, immer die Wahrheit zu sagen!»

«Sie hören uns nicht zu!»

«Schande! Schande! Schande! Schande!…»

riefen mehrere Dutzend Menschen und Angehörigen der Getöteten.

«Poroschenko, wo sind die Mörder unserer Kinder?» stand auf einem der Plakate.

 

Uuups! Also DAS hätten wir vom ukrainischen Volk wirklich nicht erwarten. Schließlich müssen sie doch ihrem Schokoladen-König unheimlich dankbar sein. Für alles, was er für sie während seiner zwar kurzen, aber goldenen Amtszeit bereits getan hat! Ähmmm…. für was eigentlich? Für Blut, Krieg und Hungernot? Naja. Vielleicht hatten die Menschen gestern dann doch Recht gehabt, Poroschenko mit Buhrufen statt mit Blumen zu empfangen.

Auch schön: US-Vizepräsident Joe Biden, der extra nach Kiew gereist ist, um «den Mut der Demonstranten zu würdigen», hatte selbst scheinbar die Hosen voll. Denn obwohl er ursprünglich vorhatte, seinen Freund (oder besser gesagt, seine handgemachte Marionette) bei der Niederlegung des Kranzes zu begleiten, blieb er dann doch lieber in seinem Auto sitzen.

FAZIT:
Der 21. November 2014 ist somit ein Tag gewesen, der garantiert wieder in die Geschichte der neuen Ukraine eingehen wird. Aus unserer Sicht jedoch nicht im Sinne eines Feiertages, sondern eher als ein (Warn)Zeichen für eine baldige und womöglich wieder eine blutige Auseinandersetzung zwischen Volk und Regierung.

 

Video von der Gedenkfeier und dem Empfang des Präsidenten durch das Volk:

https://www.youtube.com/watch?v=ka7Iyf2wgMw

 

***

Wir vergessen nichts.
Wir verzeihen es nie.