UKRAINISCHE JOURNALISTIN: «WIE SCHLÄFT ES SICH, DU ATO-HELD, WENN MAN DIE KINDER TÖTET?»

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Am 5. November 2014 wurde in Donezk im Zuge eines massiven Artilleriebeschusses der Stadt seitens der ukrainischen Armee die Schule Nr. 63 gezielt beschossen und von einer Granate getroffen. Dabei wurde das Schulgebäude sehr zerstört. Doch das Allerschlimmste: 2 Kinder, die in dieser Zeit auf dem Sportplatz der Schule Fußball spielten, wurden eiskalt getötet: Der 8-klässler Daniil Kuznecow sowie der 18-jährige Andrej Eliseew. 4 weitere Jugendliche zwischen 11 und 21 Jahren wurden dabei schwer verletzt und ins Krankenhaus gebracht.

Einem 11-jährigen wurden sein Arm und sein Bein einfach zerfetzt.

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Die ukrainische Journalistin aus Odessa, Irina Laschkevich, die sich seit rund 1,5 Jahren in Donbass auf der Suche nach Wahrheit befindet, musste die grausamen Folgen dieses Artilleriebeschüsses hautnah, mit ihren eigenen Augen erleben. Bis heute lassen sie die schrecklichen Bilder dieses Tages nicht mehr los. Vor wenigen Tagen wendete sie sich in den sozialen Netzwerken an die Soldaten des Kiewer Mordkommandos, um endlich eine Antwort auf die für sie lebensrelevanten Fragen zu bekommen:

«Wenn ich «Held der ATO» (Anti-Terror-Operation) höre, erinnere ich mich an Awdeewka… An die durch die Granatensplitter in Stücke zerfetzten Kinder auf dem Sportplatz. Das war der größte Schock für mich während des ganzen Krieges. Überall zerstreute Leichenteile der Kinder… und der Vater des Jungen, der die Fetzen seines Sohnes einsammeln, damit sie nicht von Hunden gefressen werden.

Einer dieser «Artillerie-Helden» ist mein Landsmann. An diesem Tag haben sie Donezk aus Awdeewka aus beschossen. Wie schläft es sich, du ATO-Held? Wie lebt es sich? Wovon träumst du? Solange ich die Fetzen der Kinder fotografiert habe, konnte ich nicht mal die Zähne zusammenbeißen. Ich dachte, ich halte es nicht mehr aus und greife selbst zur Waffe. Doch der Gott war gnädig mit mir. Und wie geht es dir? Lebst du dein Leben einfach so weiter? Ist es denn nicht schwer, damit zu leben? Nein? Aber ich kann nicht mehr schlafen… Seitdem die Beschüsse seltener geworden sind, träume ich nur noch vom Krieg. In meinen Träumen suche ich ständig mit den Augen eine Stelle, wo ich zu Boden fallen und mich vor dem Bomberdement verstecken könnte. Und du? Lügst du auch weiterhin, dass du gegen die russische Armee gekämpft hast? Auf dem Foto ist ein Junge, den du umgebracht hast. Er hätte überleben können, aber er eilte zu einem anderen Jungen, um ihm das Leben zu retten. Er war 8 Jahre alt… Beide wurden auf der Stelle in Stücke zerfetzt. Gegen 16 Uhr, sie haben einfach Fußball gespielt…

Das Wohngebiet wurde mittels eines 120 Kalibers beschossen… Ich wollte dir in die Augen schauen und dich fragen: GLAUBST DU AN DAS, WAS DU TUST? Ich wünsche dir keinen Tod, sondern die Einsicht.»

Doch das Blut der über 200 bereits getöteten und Tausenden verletzten, verstümmelten und traumatisierten Kinder  von Donbass klebt nicht nur an den Händen der ATO-Soldaten oder ihren Maidan-Führern wie Turtschinow, Awakow, Timoschenko, Kolomojskij, Jarosch, Poroschenko, Klitschko, Tjagnibok, Parubij, Naliwajtschenko, Ljaschko oder Jazenjuk. Auch jeder einzelne verlogene Journalist, der bis heute weltweit dabei hilft, die Wahrheit über die Situation in Donbass zu verbergen, trägt genau so die Schuld am Tod dieser Kinder, wie die Kiewer Kriegsverbrecher und unsere Weltregierungsmächte. Denn dieses Schweigen und Lügen unserer Medien hat den Donbass Bewohnern bereits mindestens 8.000 unschuldige Menschenleben gekosten. Und dieses Schweigen tötet auch heute noch. Tag für Tag. Lüge für Lüge. Schlagzeile für Schlagzeile. Und das bereits seit 1,5 Jahren.

 

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Wir vergessen nichts.
Wir verzeihen es nie.