UKRAINE: VOLLGAS AUF ENTEIGNUNGSKURS

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Spätestens seit 2014 will die neue Ukraine Nägel mit Köpfen machen und sich endlich von der (post)sowjetischen Vergangenheit verabschieden. Mit allen erdenklichen Mitteln. Von ideologischer Gehirnwäsche bis hin zu Gewalt und Genozid. Doch statt seine Geschichte auf einem weißen Blatt neu zu schreiben, schreibt das Land diese von seinen diktatorischen Vorgängern ab und begibt sich somit nicht nur in die braunen Zeiten der 30er Jahre in Deutschland zurück, sondern auch in die Stalin-Epoche.

Zum Vergleich: Vor 80 Jahren ordnete Stalin die Enteignung und Deportation der s.g. «Kulaken» an. Es folgte eine Hungersnot, die bis zu 15 Millionen Menschen tötete. Und die Ukraine lässt sich heute nichts Besseres einfallen, als Pipelines und Raffinerien zu beschlagnahmen, die sich bis dato im Eigentum russischer Unternehmen befanden. Dabei schreckt sie auch vor Waffengewalt nicht zurück.

«Lukoil», Odessa

Vor ein paar Tagen wurde ein Video1 veröffentlicht, welches die Erstürmung einer Raffinerie in Odessa durch ukrainische Regierungstruppen und Söldner von «Titan» sowie des Asow-Bataillons zeigt. Die Raffinerie gehört zum russischen Energiekonzern «Lukoil». Auch der Oligarch Kolomojskij, der am Massaker in Odessa am 2. Mai 2014 maßgeblich beteiligt gewesen sein soll, hatte schon mal die Idee gehabt, sich dieser Ölraffinerie zu bemächtigen. Nun soll sie weg sein.

 

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«ZAL», Zaporozhje

Eine Woche zuvor haben maskierte Bewaffnete des rechtsradikalen ukrainischen «Rechten Sektors» ein Aluminiumkombinat & Metallfabrik ZAL, die zum russischen Metallkonzern «RusAl» gehört, in Zaporozhje besetzt.

Doch auch das sollen leider nicht die letzten Errungenschaften der Ukraine werden.

 

«Transneft», Ukraine

Nun hat das ukrainische Gericht entschieden, dass auch 1.400 km Pipeline verstaatlich werden sollen, die dem russischen Pipeline-Betreiber «Transneft» gehören («PrikarpatZapadTrans» und «NefteTransProdukt»). Transneft-Manager Tokarev hat die Enteignung inzwischen bestätigt und angekündigt, dass die Lieferung von Öl in die EU sofort gestoppt wurde.2 Über eine dieser Pipelines wird Dieselkraftstoff aus Russland nach Europa geliefert. Welche Konsequenzen diese Entscheidung für die Energieversorgung mit Europa hat, ist noch unklar.3

Doch Russland lässt sich nicht einfach so ausrauben: „Wir werden beim Höchsten Wirtschaftsgericht der Ukraine eine Klage einreichen, nachdem wir den Gerichtsbeschluss offiziell erhalten haben“, teilte der «Transneft»-Konzernsprecher Igor Djomin am Mittwoch in Moskau mit.4

 

«Neftogas», Russland

Und weil die Ukraine heutzutage «beste Freunde» in aller Welt hat, hat der Chef des staatlich ukrainischen Gaskonzerns «Naftogas» jetzt auch die EU-Länder dazu aufgefordert, ihre Verträge mit dem russischen Energiekonzern «Gazprom» einseitig aufzukündigen. Seiner Ansicht nach, kann nur auf diesem Weg ein gemeinsamer und freier Energiemarkt zwischen der Ukraine und der EU entstehen. Gleichzeitig wurde der ukrainische Vize-Energieminister gefeuert, weil er es gewagt hatte, die Erlaubnis zum Import von russischem Strom zu erteilen.5

 

Wir ihr seht, läuft in der Ukraine nach wie vor alles demokratisch. Also fast wie in Europa. Aber eben nur «fast».

 

Quellen:

1https://www.youtube.com/watch?v=SRd4MQ5yrPU

2 http://www.contra-magazin.com/2014/11/ukraine-russische-pipelines-und-raffinerien-werden-beschlagnahmt/

3 https://www.youtube.com/watch?v=W397el1r-Y0

4 http://de.ria.ru/politics/20141126/270088888.html

5 http://www.rtdeutsch.com/7264/headline/aufforderung-zum-vertragsbruch-naftogaz-spricht-sich-offen-gegen-gazprom-aus/

 

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Wir vergessen nichts.

Wir verzeihen es nie.