VOLKSREPUBLIK DONEZK: WENN HUMANITÄRE HILFE ZUR MUTPROBE WIRD

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Nicht nur die humanitäre Katastrophe, die durch die ununterbrochene Vernichtung und die wirtschaftliche Blockade der Donbass Bewohner seitens des Kiewer Regimes hervorgerufen wurde, erreicht heute seinen katastrophalen Höhepunkt im Osten der ehemaligen Ukraine. Sondern auch die Lage mit den humanitären Hilfsgütern. Denn während die Bewohner in den Kriegsgebieten nicht einmal wissen, ob und wie sie und ihre Liebsten den nächsten, kalten und hungrigen Morgen überhaupt noch erleben werden, bereichern sich die anderen auf ihre Kosten und machen die grausamen Kriegszeiten zum blanken Business.

 

Top oder Flop: Was neue Akkreditierungs-Bestimmungen für internationale Hilfsorganisationen in Donbass bedeuten

Aus diesem Grunde wurde, wie bereits mehrfach berichtet, in der Volksrepublik Donezk am 29. Juni 2015 das s.g. „Committee of Accreditation Humanitarian Missions“ gegründet, welches allen internationalen Hilfsorganisationen eine gesonderte Akkreditierung ausstellt. In Form einer offiziellen Erlaubnis zur Durchführung ihrer humanitären Missionen auf dem Territorium der DVR. Um die o.g. «Zwischenfälle» zu vermeiden, die nicht nur den Menschen in Donbass, sondern auch der Republik an sich einen enormen Schaden zufügen können.

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Die Folgen: Seit Mitte August wurde die Tätigkeit dutzender international agierenden Hilfsorganisationen, die sowohl auf dem Weg nach Donbass als auch bereits vor Ort waren, vorerst gestoppt und seitens der Komitee-Repräsentanten erstmal unter die Lupe genommen. Erst nach strengster und zeitaufwendiger Prüfung sämtlicher Unterlagen, dem Sichten der bereits geleisteten Arbeit sowie nach offizieller Abstimmung des Komitees (Fall für Fall, Hilfsorganisation für Hilfsorganisation) bekamen die humanitären Vereinen eine Chance auf die Akkreditierung. Aber auch nur teilweise. Denn bereits in der ersten Phase des Akkreditierungsprozesses wurde in Donezk ordentlich aussortiert. Dadurch konnten nur wenige Hilfsorganisationen in die engere Auswahl kommen.

Bis zum heutigen Zeitpunkt haben ausschließlich 2 von dutzenden internationalen Hilfsorganisationen eine endgültige Akkreditierung erhalten: «Rotes Kreuz» und «People in Need». Der Rest steht entweder immer noch auf der Warteliste — mitten im Abschlussprozess — oder bekam von den Repräsentanten des Komitees sogar ein eindeutiges «Nein» und musste die DVR unverzüglich verlassen.

Status Quo: REMEMBERS Schulhilfsgüter-Transport für die Kinder in Donezk

Zu denjenigen wenigen, die in die engere Akkreditierungs-Auswahl kamen, gehören auch wir, REMEMBERS — bereits seit über 5 Wochen. Und dennoch kommen wir mit unserem Schulhilfsgüter-Konvoi leider immer noch nicht voran.

Obwohl wir bereits Mitte September eine mündliche Zusage für unsere Akkreditierung erhalten haben, musste über unseren Fall auch offiziell abgestimmt werden. Bei einer Versammlung des Komitee am 30. September 2015. Dies erklärte Vladislav Brig — der Abgeordnete der DVR und unser Partner in Donbass — einen Tag vor der eigentlichen Abstimmung in seiner bereits zweiten offiziellen Ansprache an uns und euch, liebe REMEMBERS und Aktionspartner, wie folgt:

«Heute, am 30. September 2015, findet eine Versammlung des «Komitees zur Akkreditierung humanitärer Missionen» statt, bei der über die Akkreditierung von einer Reihe internationaler Hilfsorganisationen auf dem Territorium des Volksrepublik Donezk entschieden wird. U.a. auch über die Akkreditierung der Organisation REMEMBERS.

Die aktuelle Situation bezüglich der Hilfsorganisationen ist sehr schwierig. Denn aktuell versuchen immer wieder sowohl einzelne Betrüger als auch Organisationen unterschiedlichster Art in die Republik zu gelangen und hier unter dem Deckmantel «Humanitäre Hilfe» ihr Business zu eröffnen. Diejenigen werben hier ihre eigenen Leute an und führen dann inadäquate Aktionen durch: Verschiedenartige Meetings, Demonstrationen, spontane Protestaktionen. Dabei kommen diese «Organisationen» unter der Schirmherrschaft der Vereinigten Nationen und verschiedener Fonds der SOROS-, CARNEGIE- und anderer Stiftungen mit vollen Taschen über die Ukraine zu uns (wobei unsere Rentner nicht mal die Möglichkeit haben, von dort aus problemlos ihre Renten zu überführen) und setzen sich hier mit allen Mittel dafür ein, um die Destabilisierung der Lage in der Volksrepublik weiter voranzutreiben.

Ich bin mir sicher, dass es in Bezug auf die Hilfsorganisation REMEMBERS alles problemlos ablaufen wird und dass diese Akkreditierung heute garantiert unterzeichnet wird.»

Gesagt, getan: Am 1. Oktober 2015 haben die Repräsentanten des neuen Akkreditierungs-Komitees der DVR mit einer überwiegenden Mehrheit für uns abgestimmt. Überglücklich und voller Hoffnung, mit unserem Schul-Hilfsgüter-Konvoi ENDLICH durchstarten zu können, wurden wir auf unserem bürokratischen Weg in Richtung Donezk jedoch erneut gestoppt. Denn obwohl das Komitee uns seinerseits die Akkreditierung ausgestellt hat, muss unser Fall auch seitens der Russischen Föderation zusätzlich geprüft und abgesegnet werden. Aus bestimmten, landesinternen Sicherheitsgründen, da das Donbass-Gebiet direkt an Russland grenzt.

Nun sind erneut die nächsten 4 Wochen ins Land gegangen und das endgültig grüne Licht für unsere Mission lässt immer noch auf sich warten. Leider.

„Go!» für «Rotes Kreuz» — „Go home!» für «Ärzte ohne Grenzen»

Dass dieser Akkreditierungsprozess beiden Seiten enorm viel Kraft, Zeit, aber auch Nerven, Geduld und sogar Glauben kostet, können die Helfer vom «Roten Kreuz» nur bestätigen. Denn auch sie mussten ihre humanitäre Tätigkeit vor Ort für über 3 Wochen einstellen.

Eine unabhängige Hilfsorganisation der Vereinigten Nationen kann ihre Mission in Donezk jedoch bis heute nicht fortsetzen, da ihr Fall, genau so wie unser, noch weiter überprüft wird. Somit stehen auch ihre, insgesamt 16 Tonnen humanitärer Hilfsgüter an Ort und Stelle und können nicht bewegt werden. Ob in Charkow und Dnepropetrowsk (Ukraine) oder in Kramatorsk und Wolnowaha (die von der ukrainischen Seite aktuell okkupierten Donbass-Gebiete).

Doch wo es «Gewinner» gibt, gibt es bekanntlich auch «Verlierer». Die internationale medizinische Organisation «Ärzte ohne Grenzen», die seit Mai 2014 insgesamt 170 medizinische Einrichtungen unentgeltlich mit Medikamenten und Material versorgt hat, verlor am 24. Oktober — nach knapp 3 Monate langer Prüfung — sogar gänzlich ihre Akkreditierung in der Volksrepublik Donezk und muss ab sofort ihre Tätigkeit einstellen. Vor wenigen Wochen wurde den «Ärzten ohne Grenzen» die Akkreditierung auch in der Lugansker Volksrepublik entzogen. U.a. aufgrund von Zustellung bestimmter Medikamente in die LVR, die in der Republik, in Russland und in der Ukraine verboten sind.

Der deutsche Fotograf und freie Journalist Mark Bartalmai, der sich seit über 1 Jahr vor Ort in Donbass befindet, teilte am 26. Oktober 2015 Folgendes zu diesem Thema auf seiner Facebook Seite mit:

«Der Organisation «Ärzte ohne Grenzen» wurde wegen des Vorwurfs der Spionage und Sabotage die Akkreditierung (Arbeitserlaubnis) auf dem Gebiet der DNR entzogen.

Ich selbst habe bei einigen Interviews und Gesprächen bereits vor Monaten das eine oder andere Mal ein etwas seltsames Gefühl bei den Aktionen dieser Ärzte gehabt. Desorientierung von Einwohnern mit seltsamen Aussagen in «psychologischen Gesprächsrunden», gesteigertes Interesse an Abläufen in Ministerien und «interessante» Gespräche mit verwundeten Opolchenie (Widerstandskämpfer) in Krankenhäusern. Jetzt scheinen sich einige Dinge bestätigt zu haben.

Der Geheimdienst der DNR hat die dringende Empfehlung zum Entzug der Akkreditierung gegeben und anscheinend jetzt entsprechende Beweise vorgelegt.»

 

Wir hoffen, Freunde, dass es uns schon bald gelingen wird, die eiserne Tür nach Donbass zu öffnen und mit unserem Schulhilfsgüter-Konvoi endlich unser gemeinsames, langersehntes Ziel zu erreichen: Die Erstklässler und Grundschulkinder in Donezk. Doch aufgeben werden wir auch heute nicht. Weder diesen Papier-Krieg noch unsere Mission. Wir brauchen nur ein bisschen Geduld und euer Verständnis. Sowohl für uns als auch für den Donbass. Denn auf strikte Anweisungen der Mitglieder des Akkreditierungskomitees dürfen wir nun keinen anderen Weg nach Donbass einschlagen als den, den wir bereits seit 2 Monaten gehen.

Danke nochmals für euer Verständnis und euren tatkräftigen Spendeneinsatz. Im Juli/August 2015 bei unserem Gemeinschafts-Spendenmarathon von REMEMBERS & Friends.

Mit friedlichen Grüßen

 

Eure REMEMBERS.

 

 

REMEMBERS SCHULSPENDENAKTION 2015: Berichtserstattung im Erfolgsüberblick

Deutschlands größter Gemeinschafts-Spendenmarathon:

– Aktionsstart:

(1) https://remembers.achtungpartisanen.ru/gemeinschafts-spendenmarathon-deutschland-macht-den-schulanfang-in-donbass/

– Die ersten Schritte ans Ziel und darüber hinaus:

(2) https://remembers.achtungpartisanen.ru/schulspenden-marathon-deutschland-donbass-die-ersten-schritte-ans-ziel/

(3) https://remembers.achtungpartisanen.ru/bis-ans-ziel-darueber-hinaus-status-quo-2-schulspenden-marathon/

(4) https://remembers.achtungpartisanen.ru/noch-4-tage-vorm-ziel-bereits-ueber-21-000-euro-zum-schulstart-in-donbass/

– Abschluss-Bericht Spendensammlung:

(5) https://remembers.achtungpartisanen.ru/note-1-in-solidaritaet-deutschland-spendet-ueber-28-000-euro-zum-schulstart-in-donbass/

 

Status Quo unseres Schulhilfsgüter-Konvoi:

(6) https://remembers.achtungpartisanen.ru/zwischen-krieg-hilfsguetern-und-buerokratie-erlebnisbericht-1-ueber-unsere-schulspendenaktion/

(7) https://remembers.achtungpartisanen.ru/offizielle-ansprache-von-vladislav-brig-dvr-an-alle-remembers-bericht-2-schulspendenaktion/

 

Weiterer Einsatz der gesammelten Spenden:

2.500 Euro an das russische Ferienlager «Pionier» in Rostow — für die vom Krieg gezeichneten Kinder aus Donbass:

(8) https://remembers.achtungpartisanen.ru/remembers-spenden-ein-stueck-sicherheit-an-die-kinder-von-friedensbruecke/

3.500 Euro für unseren treuen Partner in Donbass Aleksey Smirnov https://remembers.achtungpartisanen.ru/remembers-exklusiv-interview-mit-einem-engel/ von dem humanitären Bataillon «Engel» zur Rettung des Überlebens von Zivilisten in Donbass

800 Euro für insgesamt 25 notleidende Familien mit (teilweise schwerkranken) Kindern aus Debalzewo

Die letzten 2 Erfolgsberichte folgen nach Durchführung der jeweiligen Spendenaktionen. 

Weitere Spenden-Investitionen in Sofort-Hilfe-Projekte in Planung. 

 

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Wir vergessen nichts.
Wir verzeihen es nie.