WAFFENABZUG IN DONBASS: «BITTE GEHT NICHT! ICH FLEHE EUCH AN! GEHT NICHT!»

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Am 21. Juli wurde in Minsk der Abzug von Panzern, schweren Artilleriewaffen und von Rüstungen mit einem Kaliber von weniger als 100 Millimeter vereinbart.Die OSZE-Beobachter und die s.g. «Vertreter des gemeinsamen Zentrums für Kontrolle und Koordination» haben nun die Aufgabe, den Prozess zu kontrollieren.

Doch die Folgen der Vereinbarungen scheinen erneut nur einseitiger Natur sein: So hat der Widerstand von Donezk beispielsweise vor wenigen Tagen bereits die 2. Phase des Abzugs der Militärtechnik von der Trennlinie, südlich von Gorlowka, aus den Siedlungen Zajzewo und Nikitowka, gestartet. Aber auch die Volksrepublik Luganks folgt unverzüglich dem aktuellen Minsker Abkommen. Was man jedoch von der ukrainischen Seite leider nicht behaupten kann.

Laut aktuellen Meldungen des Widerstandes haben die ukrainischen Soldaten und die faschistischen Freiwilligen-Bataillone bis heute nicht aufgehört, die zivilen Wohngebiete der Donbass Bewohner zu beschießen. Ob tagsüber, nachts oder am frühen Morgen: Der Genozid im Osten der Ukraine läuft rund um die Uhr weiter. Und das bereits seit über einem Jahr.

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Eine Bewohnerin von Perwomajsk glaubt nicht an den Erfolg des vereinbarten Abzuges in Donbass:

«Also unsere (Leute) sind abgezogen. Das haben wir gehört, das haben wir selbst gesehen. Aber die (Kiewer Truppen) beschießen uns genau so weiter, wie vorher. Bedeutet das etwa, dass sie ihre Technik abgezogen haben?? Wie man sieht, will unsere Republik keinen Krieg. Aber die anderen wollen einfach unsere Gebiete zurückerobern… Und wir wollen endlich unsere Ruhe… und dass die Menschen keine Angst mehr haben müssen…»

Eine Frau aus Lugansk befürchtet sogar, dass durch die Einseitigkeit des Abkommens der Genozid in Donbass erst richtig losgeht. Weinend, völlig am Ende ihrer Kräfte, flieht sie die Soldaten der antifaschistischen Volksarmee an, ihre Stellungen nicht zu verlassen:

https://www.youtube.com/watch?v=332uljtqAo4

«Mein Gott, bitte, GEHT NICHT! Ich flehe euch an, bitte geht nicht! Unser Dorf ist direkt in der Nähe. Wir werden ständig beschossen, unsere Kinder, alle!!! Wir verlassen kaum unsere Keller. GEHT NICHT!!!»

Doch statt, wie vereinbart, um den (Seelen-)Frieden der Zivilisten im Osten der ehemaligen Ukraine zu sorgen, beschießen die Kiewer Truppen weiterhin und wie gewohnt, auf Befehl von Poroschenko und mit Zustimmung und finanzieller Unterstützung des Westens, die unschuldigen Menschen in Donbass. Tag für Tag. Nacht für Nacht. Und der Schoko-Oligarch Petr Poroscheko sieht mal wieder nur EINE Lösung dieses militärischen Konfliktes:

«Russland muss seine illegal militärisch ausgestatteten Formationen abziehen, die Grenze schließen und die Kontrolle über das Gebiet der ukrainischen Seite zurückgeben»

DONEZK (VRD):»ES IST SCHRECKLICH, EIN KIND ZU FRAGEN, WIE VIELE TAGE ES NICHT MEHR GEGESSEN HAT»

18.Juli: Ukra-Beschuss des Zentrums von Donezk mit tödlichen Folgen

Am 18. Juli haben die Ukra-Faschisten beschlossen, nicht nur Donezk und seine Umgebung (Kujbyschewskij und Kiewskij Gebiete) unter massiven Beschuss zu nehmen, sondern auch das Zentrum der Metropole (u.a. Woroschilowskij Gebiet).

https://www.youtube.com/watch?v=aHo4W8JFmE4&feature=share&app=desktop

Bereits in den ersten Minuten kam es zu den ersten Todesfällen und Schwerverletzten. Auf der Uniwersitetskaja Straße wurde ein Mann getötet — ein Wachmann, der mit seinem Hund in einer Garage am lebendigen Leibe verbrannt wurde:

https://www.youtube.com/watch?v=5MhAOW_7uWk

Aber auch mehrere Einkaufszentren sowie das Krankenhaus von Donezk wurden getroffen. Dabei wurden ein Arzt sowie einige Patienten verletzt.

Nach dem ersten Beschuss haben die Schwestern ihre Patienten zum Schutz in den Korridor gebracht. Die Geschosse trafen das Dach des Krankenhauses sowie mehrere Fenster. Dabei wurden einige Zivilisten durch die Splitterverletzungen verwundet, u.a. auch eine Schwester. Obwohl das Krankenhaus einen Bunker hat, bleiben sowohl die Patienten als auch das Personal meist im Inneren des Gebäudes. Denn «es ist fast unmöglich, auf die Schnelle in den Bunker zu gelangen», so die Mitarbeiterin. Zudem könnte der Weg unter die Erde für einige Schwererkrankte sehr gefährlich sein.

Krankenschwester (ab 2:08 min):

«Es war sehr beängstigend. Als es etwas ruhiger geworden ist, haben wir die Patienten und uns selbst mit Matratzen bedeckt, damit wenigstens die Ohren vor den Geräuschen und der Körper vor Splitterverletzungen irgendwie geschützt werden. Der Beschuss dauerte lange, ca. eine halbe Stunde. Wir hatten uns schon vom Leben verabschiedet…»

Weitere erschreckenden Folgen des abendlichen Artilleriebeschusses vom Donezker Stadtzentrums:

Warum man sich erneut entschlossen hat, ausgerechnet das Zentrum von Donezk, welches seit Januar davon verschont geblieben ist, zu beschießen, ist klar. Denn dort befinden sich weder die Positionen des Widerstandes noch strategisch wichtige Objekte.

21. Juli: Frau schwer verletzt durch Direktbeschuss eines Hochhauses

Infolge eines Direktbeschusses erlitt eine 25jährige Frau am 21. Juli, um 6 Uhr morgens, im Kujbyschewskij Gebiet, in ihren eigenen 4 Wänden schwere Splitterverletzungen, wonach sie hospitalisiert wurde. Laut Erzählungen ihrer Nachbarn durchdrang ein Geschoss insgesamt 3 Wohnungen des 9-stöckigen Hauses. Andere Bewohner von Donezk berichteten, dass der Beschuss ihres Wohngebietes so stark gewesen war, dass «die Erde bebte».

Die Nachbarin:
«Es war sehr schrecklich. Das Schlimmste ist… Ich dachte, dass dieses Zimmer eines der sichersten Orte in unserer Wohnung ist. Und wenn die massiven Beschüsse wieder losgehen, werde ich unser Kind hier auf die Couch zum Schlafen legen. Aber genau diese Couch wurde nun von einem Geschoss getroffen…»

«WENN DIE GESCHOSSE ANKOMMEN, SCHIEßEN SIE DURCH UNSERE KÖPFE UND UNSERE HERZEN HINDURCH»

Wie viel Kraft muss man besitzen, um solch ein Leid täglich durchleben und v.a. überleben können? Und wie viel Hass muss man haben, um seinem Volke solch einen Schmerz über so eine lange Zeit hinzufügen zu können?

Die Antworten darauf können wir natürlich weder von unseren noch von den ukrainischen Politikern und Mainstream-Medien erwarten. Deshalb wenden wir uns in unseren REMEMBERS Beiträgen immer wieder an die Menschen in Donbass und lassen sie unzensiert zu Wort kommen. Zum Beispiel diese Rentnerin aus Donezk, die das Glück hatte, sowohl den letzten gnadenlosen Beschuss des Stadtzentrums als auch den monatelangen Genozid in ihrer Heimatstadt überlebt zu haben:

«Es was sehr schrecklich. Wir konnten gestern kaum nach Hause kommen. Es fuhr kein Taxi, nichts… Wenn man unter Beschuss kommt… ist es sehr schrecklich. Wir mussten vieles durchleben… Ich verstehe nicht, warum wir es verdient haben. Ich habe in der Ukraine 50 Jahre gearbeitet. Ich kann aber heute keine Rente bekommen. Nichts! Russland hilft uns. Und DNR (Donezker Volksrepublik). Damit wir nicht verrecken. Denn bei uns herrscht überall eine (humanitäre) Blockade und wissen Sie… wie schrecklich es ist, wenn man Kind fragt, wie viele Tage es schon nichts mehr gegessen hat. WOFÜR? Poroschenko genießt so einen Luxus, indem er sich an uns zu bereichert.

Donbass hat schon immer sein Leben gelebt. Und die Bergarbeiter haben (die Ukraine) ernährt… Vieles ging nach Kiew, um auch die West-Ukraine durchzubringen. Weil sie dort nichts haben, außer die Landwirtschaft. Viele junge Menschen dort arbeiten im Ausland. Aber Donbass hat sie alle ernährt. Und das soll jetzt der Dank dafür sein…

Viele haben ihr Leben lang gearbeitet und heute… sind sie arm und leben unter den Beschüssen. Wegen ihm (Poroschenko) sind wir heute alle zu Invaliden geworden … Wenn die Geschosse ankommen, schießen sie durch unsere Köpfe und unsere Herzen hindurch…

Wer uns beschießt? Es ist die Ukraine. Sie haben junge Männer hierher geschickt, die sagen «Wenn ich nicht schieße, werden sie mich erschießen. Hinter dem Rücken»… Ich verstehe nicht, wie die Mütter sie überhaupt hierher schicken können. Aber scheinbar sie wissen es nicht mal. Denn sie bekommen keinerlei Informationen darüber, wie es bei uns wirklich ist. Sie sagen «Bei euch ist Russland (russische Armee)». Aber hier gibt es kein Russland. Hier sind nur Einheimische…»

5 Tage in Donezk aus der Sicht einer ukrainischen Journalistin aus Odessa

18.Juli:

«Gorlowka. Mitten in der Beschusszone. Ein sehr armes Gebiet. Es ist sehr schrecklich, all das zu fotografieren, zu sehen. Zerstörte kleine Häuschen, der Boden ist voller Blut, die Menschen weinen. Es gibt kein Ende diesem Krieg.»

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«Die Kinder von Gorlowka. In der Nacht saßen sie im Keller. Jetzt sind sie spazieren gegangen, solange nicht geschossen wird. Gegenüber steht ein zerstörtes Haus…»

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19.Juli

«Neben meinem Haus ist eine Baustelle. Dort wurde ein Wachmann mit seinem Hund am lebendigen Leibe verbrannt. Es was ein Direktbeschuss.»

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«Alles, was von diesem Kiosk geblieben ist. Im Zentrum von Donezk. 2 Straßen von meinem Haus entfernt.»

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20.Juli:

«Diese Frau wohnt hier. Sie weint die ganze Zeit… Ich kann sie verstehen, es ist sehr schrecklich.»

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«Eine Wohnung in Donezk. Die Folgen eines Direktbeschusses. Die Frau hat wie durch ein Wunder überlebt. Während der Explosion lag sie auf der Couch. Ihr Hund wurde von Betonblöcken erschlagen. Sie hat ihn mit ihren eigenen Händen aus den Trümmern geholt.»

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«Wahrscheinlich läuft es für die Menschen in Donezk so ab: Man geht ganz normal auf der Straße und sucht schon mal mit den Augen, wo man sich im Falle eines Beschusses auf den Boden legen könnte. Das ist schon eine Art Reflex geworden…»

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«Gestern wurde ein Wohnheim beschossen. Alle Kinder haben sich im Keller versteckt. Nur dadurch gab es hier an diesem Tag keine Opfer.»

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21.Juli

«Donezk, Kujbyschewa Straße 169. Das 9stöckige Haus ist komplett zerstört. Direktbeschuss. Ein Mädchen, geboren 1990, erlitt schwere Splitterverletzungen…»

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PERWOMAJSK (VRL): GEDENKFEIER ZUM JAHRESTAG DES GENOZIDES IN DER STADT

Am 22. Juli 2014 kam auch in die Kleinstadt Perwomajsk (Lugansker Volksrepublik) der grausame und ungerechte Bürgerkrieg. Begleitet von mörderischen Luftangriffen der regulären ukrainischen Armee.

Bis heute hören die Ukra-Geschosse nicht auf, über die Köpfe der Bewohner zu fliegen und direkt vor ihren Augen einzuschlagen. Bis heute treffen sie nicht nur ihre Häuser und ihre Liebsten, sondern auch ihre Herzen. Bis heute müssen die unschuldigen Zivilisten von Perwomajsk im Poroschenko’s Kampf um die «einheitliche Ukraine» tausendfach ihr Leben riskieren UND verlieren.

Wem es gelungen ist, die 12 Monate des gnadenlosen Genozides zu überleben, verließ am 22. Juli 2015 seine 4 Wände, seinen Keller oder Bunker und kam — trotz hoher Lebensgefahr und der aktuell brüchigen Waffenruh-Lage — mit erhobenem Haupt ins Zentrum der Stadt, um den zivilen Opfern des Kiewer Regimes sowie den antifaschistischen Helden ihrer Heimatstadt zu gedenken.

https://www.youtube.com/watch?v=IBe-3C9jqQU

Dabei ging uns die persönliche Widmung eines jungen Mädchens aus Perwomajsk besonders ans Herz und unter die Haut, die wir mit euch in einer übersetzen Form an dieser Stelle gerne teilen möchten:

Ein Mädchen (ab 1:47 min):

«So schnell vergeht die Zeit.

Und schon ist es 1 Jahr her,

als im Juli der Krieg zu uns kam.

Als unsere Jungs und Männer aufgestanden sind,

Wie ein Schutzschild, um ihre Städte zu beschützen.

Das Jahr ist vorüber.

Doch wie viel Schmerz hat es uns gebracht!

Wie viel Gebäude wurden zerstört!

Wie viele Menschen wurden getötet!

Wie viele Zivilisten verloren ihr Leben!

Wie viele Männer starben im Kampf!

Wie viel Trauer und Tränen hat dieses Jahr

unseren Vätern und Müttern gebracht.

Die Zeit vergeht sehr schnell.

Man kann nichts wieder rückgängig machen.

Was uns bleibt, ist nur die Erinnerung,

Wie ein Abdruck des Schicksals.

Die Erinnerung an unsere Helden

Bleibt für immer in unserem Herzen.

Die Zeit vergeht sehr schnell.

Doch wir hoffen und glauben,

Dass die Ruhe in unsere Städte wieder zurückkehren wird.

Dass der Frieden wieder auferstehen wird.

Dass alles wieder wie vorher sein wird.

Und dass wir für immer vergessen werden,

Was Krieg überhaupt bedeutet.»

***
Wir vergessen nichts.
Wir verzeihen es nie.

Ihr wollt uns auch helfen, das Überleben von Kindern, ihren Familien sowie von kranken und alten Menschen in Donbass zu sichern? Gerne. Jetzt beim großen Gemeinschafts-Spendenmarathon von REMEMBERS & Friends mitmachen & den Kindern im Kriegsgebiet Donbass einen glücklichen Start ins neue Schuljahr ermöglichen. Voller Hoffnung, Schul- und Lebensfreude im Gepäck.Vom 13. Juli bis zum 23. August 2015.

Alle Hintergrundinformationen zu unserer aktuellen Schul-Spendenaktion, inklusive aktuellem Spendenstand & Überweisungsmöglichkeiten, jetzt in unserem REMEMBERS Beitrag GEMEINSCHAFTS-SPENDENMARATHON«DEUTSCHLAND MACHT DEN SCHULANFANG IN DONBASS». Mehr Infos zum aktuellen Stand unserer Schulspenden-Aktion hier: SCHULSPENDEN-MARATHON DEUTSCHLAND – DONBASS: DIE ERSTEN SCHRITTE ANS ZIEL